Internet-Oben

  Presse April - Dezember 2016

 

Starnberger Merkur 15.12.2016

Bier gibt’s, aber der Saft fehlt noch
Der Gasthof zur Post in Inning hat neue Pächter. Das macht nicht nur Knödel-Fan und Bürgermeister Walter Bleimaier glücklich.
von jörg von rohland

Inning – Die Nagelprobe haben die neuen Pächter des Gasthofs zur Post in Inning bereits bestanden: Rathauschef Walter Bleimaier liebt Knödel und hat sie bei seinem Besuch in dem Wirtshaus natürlich als allererstes probiert. Sein Resümee: „Es hat alles geschmeckt, und die Portion war reichlich.“
Anke Schönheit (50) und Helmut Sorger (65) sind die neuen Gesichter in der Traditions-Gaststätte an der Münchener Straße, zu der zwölf Fremdenzimmer, ein Biergarten und ein Saal gehören. Während die 50-jährige Pächterin aus beruflichen Gründen erst kommende Woche voll in den Betrieb mit einsteigen wird, schmeißt der 65-jährige den Laden derzeit mit den fünf Angestellten tagsüber noch allein: „Bei uns gibt es gut bürgerliche bayerisch-österreichische Küche und Süßspeisen aus Österreich“, fasst Sorger das Angebot zusammen. Der Steiermarker bringt viel Gastronomie-Erfahrung mit. Bevor er nach Inning kam, hatte Sorger nach eigenen Angaben schon Häuser in München, Reit im Winkl und in Baden-Württemberg geführt.
Am vergangenen Samstag sperrten die neuen Pächter nun das erste Mal ihren Gasthof auf, auf eine Eröffnungsfeier hatten sie dabei aber verzichtet. Aus gutem Grund: Laut Sorger ist die neue Küche noch nicht fertig und es hapert noch mit der Stromversorgung: „Wir haben nur 53 Amper, aber wir brauchen 76“, erklärt der 65-Jährige. Im Januar soll mehr Saft aus der Steckdose kommen, dann gelingen die Salzburger Nockerl mit Ober- und Unterhitze problemlos. Die Küche ist noch alt, ein neues Bier fließt aber bereits aus den Hähnen: Es wird von der Stiftungsbrauerei Erding gebraut und komme dem Augustiner sehr nah, schwärmt der Wirt vom Hellen.
Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart im Gasthof zur Post sind also prächtig. Zuletzt war es in der Gaststätte, die der Gemeinde Inning gehört, bekanntlich ruhiger geworden. Bürgermeister Walter Bleimaier verweist auf die große Konkurrenz im Ort, berichtet aber auch, dass sich der alte Wirt aus gesundheitlichen Gründen aus dem laufenden Pachtvertrag verabschieden wollte. Sorger und Schönheit machten das mit ihrem Angebot, die Post zu übernehmen, möglich.
Der Blick in das für Gastrotipps bekannte Internetportal „TripAdviser“ lässt aber auch vermuten, dass in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr alle Gäste mit dem Angebot zufrieden waren: Während es vor drei Jahren unter der vorletzten Pächterin noch hieß „super Schweinshaxen“ und „sehr leckeres Restaurant“, nahmen die positiven Bewertungen in den Jahren darauf ab: „Der Koch kann anscheinend nur mit der Fritteuse kochen“, nörgelte ein Gast im Internet über das Gordon Bleu aus der Fritte, dazu noch ohne jegliches Gewürz“. Ein anderer hatte zuvor bereits seiner Enttäuschung über „lieblos zubereitetes Tiefkühlessen“ Luft gemacht.

Geöffnet:
Täglich von 9 bis 24 Uhr (warme Küche von 10 bis 21.30 Uhr). Ein Doppelzimmer gibt es zum Preis von 89 Euro (inklusive Frühstück), Einzelzimmer für 49 Euro.

 

Starnberger Merkur 14.12.2016

Bescherung für alle

Es war schon lange eng im alten Inninger Rathaus. Entsprechend sehnsüchtig wurde die Fertigstellung des Erweiterungsbaus erwartet. Am morgigen Donnerstag ist es soweit: Der erste Bürger, der kommt, erhält ein kleines Geschenk.
VON ANDREA GRÄPEL

Inning – Den Weihnachtsbaum am Eingang hat der Chef persönlich besorgt. Am Montag steht er noch gut verpackt im Treppenhaus, die silbernen Kugeln, die ihn später schmücken sollen, liegen noch auf der Besucherbank im Flur. Am Donnerstag soll er im Treppenhaus ein weihnachtlicher Willkommensgruß für alle sein. Mit kleinen Packerln drunter, denn nicht nur der erste Bürger bekommt ein kleines Geschenk, jeder weitere erhält ein kleineres, so lange der Vorrat reicht.
Noch sind die Arbeiter aber nicht ganz fertig. Auch der Bürgermeister feilt noch an der Einrichtung im neuen Büro im zweiten Stock des Anbaus. Der Einzug dort ist sicherlich das zunächst schönste Geschenk für ihn, und ein weiteres hat er schon im Vorzimmer sitzen: seine neue Assistentin Katharina Fietz. „Ein Segen“, freut sich Bleimaier.
Außer Bleimaiers Büro und dem Vorzimmer, gibt es noch ein weiteres Büro, es gehört zum Bauamt, genauer gesagt zu Konrad Meichelböck. Auch der Bauamtstechniker – zuständig für Bauanträge sowie gemeindliche Hoch- und Tiefbauten, ist am Montag noch spät im Rathaus, um in freudiger Erwartung sein großzügiges Büro einzurichten, während die Knäufe am neuen Treppenhausgeländer noch stoßsicher verklebt sind.
Auch im Erdgeschoss nutzt jemand die späte Stunde, um in Ruhe umziehen zu können: Robert Stumpferl, der Ordnungsamtleiter. Sein Reich findet sich gleich rechts neben dem Eingang. Eine Tür weiter finden Bürger künftig das Einwohnermeldeamt. Für kleinere Besprechungen steht am Ende des Ganges ein barrierefreies Besprechungszimmer zur Verfügung. „Es ist schön geworden“, sagt Bleimaier stolz. Der Neubau soll Anlaufstelle für die wichtigsten Ämter sein. Und er ist durch einen Aufzug auch barrierefrei.
Von beiden Etagen gibt es einen Durchbruch ins alte Rathaus. Dort wird zurzeit viel improvisiert. Der Umbau im alten Teil beginnt erst, wenn der neue Teil eröffnet ist. Bleimaier hegt dabei einen kleinen Traum. Wenn nämlich das alte Ordnungsamt, altes Einwohnermeldeamt und EDV zu einem Raum würden, könnten Sitzungen künftig im Rathaus stattfinden. „Natürlich nicht, wenn es um eine Umgehungsstraße geht“, sagt Bleimaier lachend. In dem Fall, bei großer Besucherschar, müsse nach wie vor ins Haus der Vereine ausgewichen werden.
Grundsätzlich gibt es für die Inninger Verwaltung aber viel mehr Platz. Alte Akten, die bislang auf den Etagen gelagert wurden, kommen in eine 90 Quadratmeter große Langzeitregistratur im Keller des Neubaus. Insgesamt sieben neue Büros gibt es im Neubau und das neue Besprechungszimmer – verteilt auf 355 Quadratmeter. Drei Millionen Euro haben sich die Inninger diesen modernen und bürgerfreundlichen Bau kosten lassen. Die Mitarbeiter freuen sich morgen ab 8 Uhr auf viele Besucher.

 

Erst aussetzen, nun nachfordern
Zweitwohnungssteuer - Inning berechnet Steuer nach – Neue Staffelung ab 1. Januar

Inning – Nachdem es Klagen gegen Bad Wiessee und Schliersee gegeben hatte, zog auch Inning mit. Das Verwaltungsgericht München hatte diesen Klagen gegen die zwei Gemeinden stattgegeben und deren Zweitwohnungssteuer-Satzungen im Oktober 2015 für nichtig erklärt, weil sie in der Staffelungen von der Vorgabe des Gemeindetags abwichen. Hätte sich der Verwaltungsgerichtshof dieser Entscheidung angeschlossen, hätte dies Folgen für 102 bayerische Gemeinden gehabt. Die Gemeinde Inning hatte die Erhebung der Zweitwohnungssteuer im Februar deshalb erstmal ausgesetzt. Die Möglichkeit, die Steuer nachzuerheben war damit nicht vertan. Genau dies wird nun geschehen.
In ihrer jüngsten Sitzung hoben die Ininger Gemeinderäte den Beschluss vom Februar wieder auf. Ab 1. Januar 2017 gelten zudem neue Staffelungen. Wie alle bayerischen Gemeinden hatte auch die Ammerseegemeinde seit 2010 eine Zweitwohnungssteuer erhoben. Allerdings in abweichenden Staffelungen zu denen, die der bayerische Gemeindetag vorgegeben hatte. So wie in Bad Wiessee und in Schliersee und deshalb möglicherweise angreifbar.
Nun hat der Bayerische Verwaltungsgerichthof die beklagten Satzungen wieder bestätigt, so dass auch Inning wieder im Spiel ist. Diese Satzungen sehen eine nach der Höhe des tatsächlichen oder geschätzten Mietaufwands bemessene, in sieben Stufen ansteigende Steuer vor. Bislang endete die erste Stufe bei bis 1500 Euro Miete und staffelte sich bis zu einer Miethöhe von maximal 10 550,01 Euro mit einer Steuerhöhe von 150 Euro für Stufe 1, 180 Euro für Stufe 2, 400 Euro für Stufe 3, 525 Euro für Stufe 4, 1050 Euro für Stufe 5, 1600 Euro für Stufe 6 und ab einer Miete von 10 550,01 Euro 2100 Euro in Stufe 7. Diese Summen werden von Inninger Zweitwohnungsbesitzern nun nachgefordert. „Das ist bis zu vier Jahre möglich“, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier.
Ab Januar gelten neue Staffelungen wie vorgegeben: Bis zu einer Monatsmiete von 625 Euro sind dies 55 Euro in Stufe 1 und dann jeweils verdoppelt (sowohl Miete als auch Steuersatz) bis zu Stufe 7 ab einer Monatsmiete von 20 000,01 Euro mit einer Steuer von 3600 Euro im Jahr.
Die Zweitwohnungen müssen innerhalb des ersten Monats angezeigt werden. Die Steuer wird ab 1. Februar eines Jahres fällig.  grä

 

Süddeutsche Zeitung 08.12.2016

Gemeinde erhebt wieder Zweitwohnungssteuer

Die Gemeinde Inning wird künftig wieder Zweitwohnungssteuer erheben. Darauf hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag verständigt. Wegen der noch ausstehenden Urteile des Verwaltungsgerichtshofs zu den entsprechenden Satzungen in Bad Wiessee und Schliersee hatte das Gremium im Februar beschlossen, für 2016 vorerst keine Zweitwohnungssteuer zu erheben. Weil nun aber klar ist, dass die Satzungen der beiden anderen Gemeinden rechtmäßig sind, werden die 408 Menschen, die in Inning einen Nebenwohnsitz haben, nachträglich zur Kasse gebeten nach dem bisherigen siebenstufigen System. Denn schon 2017 gelten dann neue Steuersätze, auf die sich der Gemeinderat ebenfalls in der Dienstagssitzung geeinigt hat. Die betroffenen Wohnungsbesitzer können dann - zumindest teilweise - mit Erleichterungen rechnen.
So werden künftig all diejenigen, die mit ihrem Eigentum eine Nettomiete im Jahr bis 625 Euro beziehen könnten, nicht mehr wie bisher 150 Euro bezahlen, sondern nur mehr 55 Euro. Wer zwischen 625 und 1250 Euro erzielen könnte, wird mit 110 Euro Zweitwohnungssteuer rechnen müssen. Bis zu 2500 Euro fallen künftig 225 Euro an, bis 5000 Euro sind es 450 Euro, bis 10 000 Euro 900 Euro, zwischen 10 000 und 20 000 Euro sind es 1800 Euro. Werden mehr als 20 000 Euro und mehr an Jahresnettomiete eingenommen, müssen 3600 Euro an Zweitwohnungssteuern bezahlt werden.

 

Mitten in Inning - Ein Übersetzer muss her
Von ASTRID BECKER

Ach, wenn das Leben doch ein Wunschkonzert wäre! Wie einfach würde alles werden. Sogar Gemeinderatssitzungen in Inning. Die Gemeinde am äußersten Zipfel des Landkreises plagt sich seit geraumer Zeit mit diversen Bauleitplanungen und Bebauungsplänen herum. Das heißt: Eigentlich nicht die Gemeinde beziehungsweise deren Verwaltung, sondern nur der Gemeinderat. Das liegt meist daran, dass irgendwas in den Entwürfen nicht stimmt, irgendwelche Träger öffentlicher Belange Einwendungen vorbringen, zu denen dann wiederum die Planer des Ganzen Stellung beziehen müssen. Am Dienstag sah eine der vielen in der Sitzung behandelten Stellungnahmen beispielsweise so aus: "Eine Schrankenanlage findet sich nicht in dem Katalog der in A 2.3 aufgezählten Nebenanlagen. Sie ist deswegen aber nicht unzulässig, sondern ausnahmsweise zulässig (...)." Kurz zuvor hatte es dazu geheißen: "Nebenanlagen sind gemäß Paragraf 14 (1) S. 1 + 2 Bau NVO regelmäßig zulässig, soweit von der Ermächtigung des § 14 (1) S. 3. BauNVO kein Gebrauch gemacht wird."
Das versteht kein Mensch. Nicht einmal ein Gemeinderat. Findet auch Johann Ritzer. Er regte daher an, die Planer aufzufordern, sich doch mal so auszudrücken, dass klar werde, was gemeint sei. Am besten, so sagte er, wäre es, wenn für diesen Job ein Bayer gefunden würde. Dann nämlich würde alles einfacher werden. Meint er. Stimmt. Ein Bayer würde weniger Worte finden. Der würde sagen: "Des derfst oder des derfst ned." Oder, für ein wenig Abwechslung in der Diktion, "Passt scho" oder "Passt ned". Ob dann allerdings alle alles verstehen, ist fraglich. Im Rat sitzen ja nicht nur echte Bayern wie Ritzer einer ist. Der ein oder andere bräuchte da sicher einen Übersetzer. Der wäre allerdings schon jetzt vonnöten. Nicht nur für Ritzer.

 

Starnberger Merkur 05.12.2016

Tag der offenen Tür erst im Frühsommer

Der Anbau an das Rathaus in Inning ist nahezu fertiggestellt. Wie Bürgermeister Walter Bleimaier mitteilt, wird der Betrieb dort am 15. Dezember starten. Einen Tag der offenen Tür soll es aber erst im Frühsommer 2017 geben, wenn die Sanierung des Altbaus abgeschlossen ist. Ein genauer Termin dafür soll noch bekanntgegeben werden. Die Inninger können sich aber dennoch bereits von Mitte Dezember an ein Bild von ihrem neuen Rathaus machen: Das Einwohner-, das Ordnungs- und das technische Bauamt sind dann umgezogen und nur mehr dort zu finden.

 

Starnberger Merkur 29.11.2016

Kampagne erreicht das Ostufer
Mückenplage

Stegen – Die Mückenplage des vergangenen Sommers ist bis heute Thema. Grillabende oder Biergartenbesuche machten keinen Spaß mehr, Gartenarbeit wurde zur Quälerei. Um das Übel an der Wurzel zu bekämpfen, hatte Rainer Jünger, Gemeinderat in Schondorf und Vorsitzender des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises Landsberg der CSU, zusammen mit MdL Alex Dorow im Oktober in Holzhausen eine Kampagne zur umweltschonenden Vernichtung der Stechmücken ins Leben gerufen (wir berichteten). Von den Bürgermeistern hatten allerdings nur die aus Eching und Raisting teilgenommen. Um das weitere Vorgehen zu besprechen, trafen sich die Initiatoren der Anti-Mücken-Ammersee-Kampagne nun in Stegen zu einem weiteren konstruktiven Arbeitstreffen. Diesmal war auch Bürgermeister Christian Schiller (Herrsching) dabei. Die Inninger Gemeinde- und Kreisrätin Barbara Wanzke (Grüne), die schon vom Auftakt begeistert im Gemeinderat berichtet hatte, war auch wieder dabei.
Mit einem Flyer, einer Unterschriftensammlung und einer eigenen Website sollen Bürger sensibilisiert werden. Auch eine Infoveranstaltung soll es in Herrsching geben. Dabei soll nochmals explizit herausgestellt werden, dass es bei der Bekämpfung nur um die so genannte Überschwemmungsmücken geht. Im Bedarfsfall können die Mückenlarven bereits in den Brutgebieten vernichtet werden. Der Wirkstoff ist ein Eiweiß und kann sogar von Menschen und Haustieren bedenkenlos konsumiert werden. Am Chiemsee und am Oberrhein hat sich die Methode bereits bewährt. Als ersten Schritt für künftige Aktionen am Ammersee muss laut Rainer Jünger eine Kartierung der Überschwemmungsflächen und eine biologische Untersuchung mit Zählung der Mückenlarven und Artenbestimmung durch Fachpersonal erfolgen. Diese stelle die Basis für das Genehmigungsverfahren dar. Die Kosten beliefen sich nach den Erfahrungswerten am Chiemsee auf zirka zwei Euro pro Bürger und Jahr.  dr

 

Starnberger Merkur 28.11.2016

Start frei für die Ortsumfahrung Weßling
Verkehrsprojekte - Von Peter Schiebel

Landkreis – Wenn Weßlings Bürgermeister Michael Muther heute um 14 Uhr die Ortsumfahrung für den Verkehr freigibt, ist das der Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Geschichte. Denn schon lange bevor der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München im Jahr 1987, also vor 29 Jahren, einen ersten Planungsauftrag vergab, hatte es Ideen gegeben, das Ortszentrum von Weßling vom Verkehr zu entlasten.
Derzeit fahren täglich mehr als 15 000 Fahrzeuge durch die 5000-Einwohner-Gemeinde – Tendenz steigend. Und auch wenn längst nicht alle von ihnen auf die Umfahrung wechseln werden, so hat die Realisierung dennoch „große Bedeutung vor allem für den Ortsteil Weßling“, sagt Muther.
Umfahrungen im Landkreis Starnberg – das sind oft jahrzehntelange Geschichten mit ganz unterschiedlichen Ausgängen. Der Starnberger Merkur gibt einen Überblick, wobei nur bis zur Baureife geplante beziehungsweise genehmigte Projekte berücksichtigt sind.
Umfahrung Weßling: In einem Bürgerentscheid gaben die Weßlinger im September 2012 grünes Licht für die Straße, die östlich an dem Ort vorbeiführt und die Staatsstraße nach Seefeld und Herrsching direkt mit der A 96-Anschlussstelle Wörthsee verbindet. So sollen Pendler aus Richtung Ammersee dazu gebracht werden, nicht mehr direkt durch Weßling zur A 96 zu fahren.
Die Hauptstraße soll anschließend zurückgebaut werden – wie genau und in welchem Umfang, muss die Gemeinde noch entscheiden. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2025 etwa 12 500 Fahrzeuge die Umfahrung benutzen werden – weitere 8000 Pkw und Lkw aber weiterhin mitten durch Weßling fahren.
Länge der Straße: 3,3 Kilometer. Gesamtkosten (Bau und Grunderwerb): 10,2 Millionen Euro.
Westumfahrung Starnberg: Im Sommer 2018 soll die Straße zwischen Söcking und der Waldkreuzung für den Verkehr freigegeben erden. Nach den bisherigen Prognosen erwarten die Verkehrsplaner etwa 5400 Fahrzeuge pro Tag, die die Verbindung nutzen, um von der östlichen B 2 in Richtung A 96 zu kommen. Allerdings weist das Staatliche Bauamt in Weilheim darauf hin, dass diese Hochrechnung seit Fertigstellung der Umfahrung Ober-/Unterbrunn bereits heute deutlich überschritten werde. „Durch Abstufung der Hanfelder Straße in Starnberg zur Gemeindestraße wird eine zusätzliche Verlagerung des Verkehrs auf die Westumfahrung erfolgen, wenn die Stadt Starnberg entsprechende verkehrsrechtliche Maßnahmen und Umbaumaßnahmen durchführt“, heißt es in einem Handzettel der Behörde.
Länge der Straße: 3,5 Kilometer. Gesamtkosten: 12,7 Millionen Euro.
Westumfahrung Gilching: Der Bau der Verbindungsstraße von Alling (Landkreis Fürstenfeldbruck) zur Weßlinger Straße und weiter zur A 96 ist in mittlerweile drei Bürgerentscheiden beschlossen, die Baugenehmigung liegt vor – allerdings schwebt aktuell eine Klage über dem Projekt. Ein Landwirt aus dem Gilchinger Ortsteil St. Gilgen wirft der Gemeinde vor, die Trasse 25 Meter zu nah an sein Grundstück geplant zu haben. Bürgermeister Manfred Walter hofft im Gespräch mit dem Starnberger Merkur darauf, das Thema außergerichtlich zu lösen. In der übernächsten Woche sei deswegen ein Gespräch mit dem Kläger vereinbart. „Wenn wir uns nicht einigen, muss die Klage ausgefochten werden, was nach Meinung unserer Anwälte zwei Jahre dauern wird“, sagt Walter. Der bisherige Plan – vorbereitende Maßnahmen 2017, Baubeginn 2018, Fertigstellung 2020 – würde sich folglich verzögern.
Nach dem Bau der Umfahrung will die Gemeinde ihr Zentrum sanieren, vor allem die Römerstraße, in der bei einer Zählung vor sieben Jahren bis zu 15 700 Fahrzeuge täglich ermittelt wurden.
Entlastungsstraße Inning: Anfang des Jahres haben die Inninger die Umfahrung in einem zweiten Bürgerentscheid abgelehnt. Nun laufen die Gespräche zwischen Gemeinde und Staatlichem Bauamt, wie die von 12 000 Fahrzeugen täglich genutzte Ortsdurchfahrt umgebaut werden kann. „Es geht um Querungsinseln an schwierigen Stellen, breite Gehwege, Radwege und um die Parkplatzsituation“, sagt Christian Probst vom Bauamt. Ebenfalls im Gespräch: Wie können die Ortseingänge umgestaltet werden, damit Autofahrer langsamer unterwegs sind?
Umfahrung Ober- und Unterbrunn: Bereits im Jahr 1982 wurde das sogenannte Raumordnungsverfahren für den Neu- beziehungsweise Ausbau der Staatsstraße beantragt, 30 Jahre später, im Oktober 2012, war Einweihung. Länge der Straße: 5,7 Kilometer. Gesamtkosten (Bau und Grunderwerb: 10,2 Millionen Euro).
Umfahrung Pöcking: Das Jubiläum war heuer. Vor 20 Jahren wurde die B2-Ortsumgehung eingeweiht. „Der innerörtliche Verkehr hat sich dadurch drastisch reduziert“, sagt Bürgermeister Rainer Schnitzler. „Der Verkehrsrückgang sowie die Umbau- und Sanierungsarbeiten auf den öffentlichen und vielen Anliegergrundstücken hatten einen enormen Gewinn an Lebensqualität zur Folge.“

 

Starnberger Merkur 18.11.2016

Schuldenanstieg: Die Freien Wähler mahnen
Jahreshauptversammlung

Landkreis – Die Entwicklung der Kreisfinanzen treibt den Freien Wählern (FW) die Sorgenfalten auf die Stirn. Die prognostizierten Schulden des Landkreises von 110 Millionen Euro bis ins Jahr 2020 seien „eine Verelffachung von aktuell acht Millionen Euro – Unwägbarkeiten noch nicht berücksichtigt“, schimpfte Vorsitzender Albert Luppart (Pöcking) auf der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes am Mittwoch in Starnberg.
Die Null-Zins-Politik verlocke natürlich zum Schuldenmachen. „Das hat aber irgendwann ein Ende“, warnte Luppart. Außerdem müsse die Tilgung trotzdem geleistet werden. Der Vorsitzende zählte auf: 40 Millionen Euro für den Neubau eines Gymnasiums in Herrsching, 15 Millionen für die Erweiterung des Landratsamts, 30 Millionen für FOS/BOS in Starnberg, 21 Millionen für die in Schieflage geratene Klinik in Seefeld. Dabei gingen Pflichtaufgaben unter wie nötige Infrastrukturmaßnahmen oder die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für diejenigen, die zwar keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung, aber zu wenig Geld für die am Markt geforderte Miete haben.
Zudem seien in der Schuldenrechnung für das geplante Radwegenetz gerade mal 40000 von 2,57 Millionen Euro errechneter Kosten eingestellt. „Wir hinterfragen nicht, ob die geplanten Projekte gut sind, sondern wollen nur mahnend den Zeigefinger erheben“, sagte Luppart.
Starnbergs Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger brachte die FOS/BOS in der Kreisstadt ins Gespräch. Das für den Bau vorgesehene Grundstück am Seilerweg solle die Stadt jetzt an den Landkreis verkaufen, sagte Pfaffinger – beim Preis „versucht man, sich zu einigen“. Matthias Vilsmayer (Gilching) wurde da deutlicher und warf der Kreisstadt „Blockadepolitik“ vor, weil sie zu viel für das Gelände verlange. Derweil koste das Anmieten von Räumen viel Geld. Die laufenden Kosten der FOS bezifferte Vilsmayer auf jährlich 500 000 Euro.
Herrschings Ex-Bürgermeisterin Christine Hollacher plädierte dafür, den Bau des Gymnasiums nach hinten zu stellen, zumal Prognosen von rückläufigen Gymnasiasten-Zahlen ausgingen. Weil der Trend zur Realschule und FOS gehe, kam die Idee auf, die in Zukunft möglicherweise leerstehenden Räume des Christoph-Probst-Gymnasiums in Gilching für die FOS/BOS zu nutzen.
Die Energiewende bekam an diesem Abend nur eine Nebenrolle. FW-Chef Luppart sieht rabenschwarz für das Ziel, bis 2035 auf regenerative Quellen umzusteigen. Unter anderem wegen Ministerpräsident Horst Seehofer, dank dessen 10H-Regelung Windradstandorte im Landkreis nur noch „mitten im See“ möglich wären, so Pfaffinger.  mk

 

Süddeutsche Zeitung 14.11.2016

Vogelgrippe-Verdacht am Ammersee

Die Vogelgrippe hat offenbar das Münchner Umland erreicht. Das Landratsamt Starnberg meldete am Wochenende vom Ostufer des Ammersees einen ersten Verdachtsfall. Nahe des Dampferstegs in Breitbrunn hatte ein Sparziergänger eine tote Seeschwalbe gefunden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wies in den Organen des Tieres Aviäres Influenza Genom vom Subtyp H5 nach. Am Montag wird mit Ergebnissen des Friedrich-Loeffler-Instituts über die weitere Subtypisierung und Pathogenitätsbestimmung gerechnet. Bereits jetzt hat das Landratsamt alle betroffenen Geflügelhalter über den Fund informiert und vorsorglich eine Stallpflicht für Geflügel im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort verhängt. Mit der Stallpflicht soll nach Auskunft der Behörde verhindert werden, dass Wildvögel durch Futter- und Tränkeeinrichtungen von Hausgeflügel angelockt werden und so der Vogelgrippevirus in den Bestand eingeschleppt wird. Sollte ein Beobachtungs- oder Sperrgebiet eingerichtet werden, wären Teile der Gemeinden Inning, Seefeld sowie Wörthsee und Herrsching betroffen. In dieser Zone befinden sich 16 Geflügelhalter mit etwa 7850 Tieren.

Vogelgrippe - Wie gefährlich ist das Virus?
Interview von Sabine Bader

Für Amtstierarzt Johannes März war das vergangene Wochenende beileibe kein Gewöhnliches. Er verbrachte die letzten Tage überwiegend an seinem Schreibtisch im Starnberger Landratsamt. Natürlich nicht ohne Grund: In Breitbrunn am Ammersee ist eine tote Seeschwalbe gefunden worden, die nach ersten Erkenntnissen der Experten mit hoher Wahrscheinlichkeit das Vogelgrippevirus in sich trug. Jetzt galt es für die Behördenvertreter erste Vorkehrungen zu treffen. Die SZ sprach mit dem Veterinärmediziner über die nächsten Schritte.
SZ: Herr März, der Starnberger See und der Ammersee sind große Rückzugsorte für Wasservögel im Winter. Rund 40 000 Wildvögel verbringen hier durchschnittlich die kalte Jahreszeit. Haben Sie bei dieser beeindruckenden Anzahl an Tieren schon befürchtet, dass Sie sich mit dem Thema Vogelgrippe befassen müssen?
Mit dem Vogelzug und der zunehmenden Vogeldichte steigt das Risiko des Eintrages neuer Influenza-Subtypen in eine Region während der Herbst- und Wintermonate eines Jahres deutlich an. Der jüngste Verdachtsfall überrascht mich daher nicht. Und es wird in diesem Winter vermutlich auch nicht der letzte Fall bei einem Wildvogel gewesen sein.

Wie genau wirkt sich das Virus in den Vögeln aus?
Die Erkrankung geht meist mit erheblichen Veränderungen an den Schleimhäuten der Atem- und Verdauungsorgane der Tiere sowie in Gehirn und Blutgefäßen einher, die mehr oder weniger schnell zum Tode führen.

Besteht eine Gesundheitsgefahr für den Menschen?
Das gesundheitliche Risiko ist nach bisherigen Erkenntnissen für den Menschen gering. Gleiches gilt im Übrigen auch für Hunde.

Wie lässt sich jetzt die Ausbreitung des Krankheitserregers verhindern?
Die Ausbreitung des Geflügelpestvirus in der Wildvogelpopulation lässt sich nicht verhindern. Anders ist es beim Hausgeflügel: Hier kann zum Beispiel durch eine befristetet Aufstallung des Hausgeflügels der Eintrag von Influenzaviren und damit das Risiko des Auftretens von Geflügelpestfällen in Geflügelbeständen deutlich reduziert werden.

Was sind Ihre Aufgaben als Amtstierarzt in diesem speziellen Fall?
Die Aufgabe des Landratsamtes besteht darin, durch Anordnung geeigneter Maßnahmen die Hausgeflügelbestände so weit als möglich zu schützen und die Bevölkerung zu informieren.

 

Starnberger Merkur 12.11.2016

Montessorischule - Platz für Kindergarten gesucht
Räte lehnen Standortvorschlag ab
von Michèle Kirner

Inning – Die Pädagogik von Maria Montessori ist beliebt und erfährt nicht erst seit dem umstrittenen G8 viel Zuspruch. Fast 30 Jahre gibt es die Montessorischule Ammersee. Die erste Klasse startete noch in der Beamtenfachschule in Herrsching. Der Weg führte über Breitbrunn bis aktuell Inning, wo 2012 die erste 10. Jahrgangsstufe zur Mittleren Reife antrat, nachdem 2011 angebaut worden war. Nun ist es schon wieder zu klein an der Landsberger Straße in Inning. Denn noch ist auch ein Kindergarten an die Schule angeschlossen. Es sei von Anfang an eine Übergangslösung gewesen, weiß Bürgermeister Walter Bleimaier. Die Räumlichkeiten entsprächen jedoch nicht korrekt den Vorgaben. Die vorübergehende Ausnahmegenehmigung gilt deshalb nicht auf Dauer. Gesucht werden nun Räume für den Kindergarten.
Aufgrund der großen Nachfrage soll der Kindergarten zudem von einer auf zwei Gruppen ausgeweitet werden. Einen Ort hatten die Verantwortlichen auch schon gefunden: Der geplante Ausstellungsraum der Firma Gandl Natursteine am Rudolf-Diesel-Ring in unmittelbarer Nachbarschaft der Tierarztpraxis im alten Inninger Gewerbegebiet. Darauf gekommen ist Firmeninhaber Rainer Gandl rein zufällig im Gespräch mit der Schulleitung. „Wir hatten im Ausstellungsgebäude noch Platz“, so der Firmeninhaber, dessen Sohn die Montessorischule besucht.
Der Verein und auch Gandl freuten sich über eine gute Lösung, denn durch die Hanglage wäre im ersten Stock ein direkter Ausgang in den Garten möglich. Bislang war das jedoch nicht mehr als eine Idee und noch kein offizieller Antrag.
Als Innings Rathauschef die Planungsabsicht nun im Gemeinderat vortrug, war die Reaktion alles andere als positiv. „Mitten im Gewerbegebiet zwischen den Lkw?“, schlug Barbara Wanzke (Grüne) geradezu entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen. „Das ist viel zu gefährlich.“ Dabei stieß sie auf allgemeine Zustimmung. Das Gemeinderatsgremium lehnte den Wunsch der beiden Antragsteller in der jüngsten Sitzung einstimmig ab.
Gadl versteht diese Entscheidung nicht. Auch andere Kindergärten befänden sich an viel befahrenen Straßen. Sogar im neuen Gewerbegebiet ist ein Platz dafür da, warum also nicht auch im alten? „Wir suchen schon seit längerer Zeit“, bestätigt Montessori-Geschäftsführerin Johanna Stegmaier. „In Inning und Umgebung ist das nicht so einfach.“ Insofern kam der Gadl-Vorschlag gelegen. Eine Alternative bietet sich – noch – nicht.

 

Starnberger Merkur 11.11.2016

Von einem Jubiläum zum nächsten
Vereinstreffen: In Inning kündigt sich das nächste Fest an, im Mittelpunkt steht 2017 aber der Landkreislauf
von Michèle Kirner

Inning – Inning zählt exakt 54 Vereine. Am Mittwoch blickten ihre Vertreter im Inninger Spectacel aufs Jahr zurück, stimmten ihre Termine ab und besprachen das kommende Jahr. Das heißt: 15 Vereine taten das. Der harte Kern, der heuer mit vollem Einsatz und Leidenschaft Teil des Erfolges rund um die Feierlichkeiten des historischen Stegen waren. Gemeinderat Jürgen Hatz hatte allein die Veranstaltung „Lebenslust“ im Juli bis kurz vor vier Uhr morgens ausgekostet. „Schee war’s“ und in diesem Sinne lobte der Referent für Kultur und Vereine auch die finale Veranstaltung „Kunterbunte Zeitreise“, an denen mehr als 100 Darsteller und viele Ehrenamtliche hinter der Bühne mitwirkten. Jutta Göbber vom Verein Heimatgeschichte Inning hatte dabei maßgeblich die Fäden gezogen und richtete ein begeistertes Dankeschön an die Beteiligten.
„Was ihr und wir mit Einsatz und in vielen Stunden bezogen auf den kleinsten Ortsteil Innings geleistet haben, das ist Qualität auf allen Ebenen.“ Und sie spornte gleich zur Mitarbeit im nächsten Projekt an: Inning richtet 2017 den 33. Landkreislauf aus. Mitinitiator ist Helmut Gall vom SV Inning. Der erfahrene Landkreisläufer warb für Mitarbeit und suchte Ideen, um den sportlichen Event abzurunden. In zehn Etappen gehen die Läufer dabei in Zehnermannschaften an den Start, arbeiten sich bis zu vier Stunden lang durch den rund 42 Kilometer langen Marathon. So viel ist gegeben. Ebenso steht der Termin am ersten Samstag nach dem Oktoberfest fest. Der Rest sind noch nicht mehr als Gedanken zum beliebten Breitensportereignis, sagte Gall. Zwischen 1600 und 1700 Anmeldungen sind die Regel.
Als Start und Ziel wäre für ihn die Turnhalle vorstellbar. Dafür sprechen in seinen Augen die Parkplätze, die vorhandenen Toiletten, und dass keine direkten Anwohner früh morgens vom Schlagen der Autotüren besonders früher Vögel aus den Federn gerissen werden. Mögliche Strecken probiert der Mann vom Sportverein gerade aus. Die Parkplätze würden freilich kaum ausreichen und man müsste überlegen, ob Wiesen dafür bereitgestellt werden könnten. Lösungen dazu soll ein Organisationsteam erarbeiten, dem die Landjugend einen Mann beisteuern möchte. Die Jugendlichen wollten sich auch mit einem Grill für Würstl am Tag des Landkreislaufes einbringen – und hatten auch schon das Jahr 2018 vor Augen, wenn Inning den das nächste Mal wieder einen Maibaum aufstellt. Der 30 Meter lange Stamm muss bekanntlich vorher noch gelagert werden.
2017 ist aber erst mal Buch mit seinem Maibaum dran. Und der Gospelchor feiert 20. Jubiläum. Oder das 22.? Da sind sie sich noch unsicher. Sicher ist, dass Schlagenhoffen 775 Jahre alt wird. Also ist auf jeden Fall auch nach dem erfolgreich gefeierten historischen Stegen wieder so einiges geboten.

 

Starnberger Merkur 10.11.2016

Schrittgeschwindigkeit für den Sportweg
Anwohner überreichen Unterschriften, Gremium will jetzt erst mal nachmessen

Inning – Auflauf in der Gemeinderatssitzung am Dienstag: Mit einer Unterschriftenaktion haben 50 Inninger Schrittgeschwindigkeit für den Sportweg gefordert. Ihr Anliegen begründen sie damit, dass es auf der Straße keine Gehwege gebe und schon der angrenzende Fußballplatz viel Verkehr mit sich bringe. Aktuell darf hier 30 gefahren werden. Doch Angelika Wenisch (SPD) geht nach eigenen Worten mit ihren Kindern manchmal auf dem Weg zum Hort „lieber an der Hauptstraße statt am Sportweg entlang“.
Bürgermeister Walter Bleimaier schlug vor, erst mit einer Messanlage zu ermitteln, wie schnell dort wirklich gefahren wird. „Das persönliche Empfinden in Sachen Geschwindigkeit ist oft trügerisch“, begründete er die Maßnahme. Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka (FWG) wehrte ab: „An die Geschwindigkeitsbegrenzung halten sich viele nicht.“
Die beantragte Schrittgeschwindigkeit wiederum bedeutet in Zahlen sieben Stundenkilometer – und ein Parkverbot. Ob das wohl alle wüssten, die unterschrieben haben, fragte sich der Rathauschef laut. Und die freie Fahrbahn könnte in Augen von Jürgen Hatz (BIZ) genau zum Gegenteil der gewünschten Temporeduktion führen: „Wenn keiner parken darf, fahren die Autos noch schneller hier durch.“ Thomas Bauer (CSU) befürchtete bei einer Zustimmung ähnliche Anträge von Anwohnern etwa an der Salzstraße: „Können wir dann Nein sagen?“ Durchaus, konterte Wenisch: „Schließlich ist der Sportweg der offizielle Schulweg.“ Und die geparkten Autos seien oft ein Problem, weil es die Schüler „mitten auf die Straße zwingt“.
Johann Ritzer (FBB) erinnerte, dass der Sportweg eine Ausweichstrecke für die überfüllte Hauptstraße ist und brachte die abgeschmetterte Entlastungsstraße ins Spiel: „Nachdem die Umgehungsstraße abgelehnt wurde, brauchen wir die Straße, wenn wir den Verkehr überhaupt durch Inning leiten wollen.“ Als Argument führte er die geplante Sanierung der Hauptstraße in zwei Jahren an, die dafür teils komplett gesperrt werde. „Auch die Feuerwehr fährt dort entlang.“ Für die Freiwilligen könnte man eine Ausnahme machen, sagte Schüßler-Kafka. Sie verwies darauf, dass das geplante große Wohnhaus an der Lärchenstraße zusätzlichen Verkehr mit sich bringe. „Nicht nur Anwohner nutzen die Straße, sondern auch die, die Richtung München unterwegs sind.“ Und das nicht immer mit dem vorgeschriebenen Tempo 30. Einstimmig beschloss das Gremium, ein Messgerät aufzustellen und das Ergebnis abzuwarten. mk

Süddeutsche Zeitung 10.11.2016

Trinkwasser  - Leitungen sind gespült
Von Christine Setzwein

Der Seefelder Bürgermeister Wolfram Gum ist bekannt für seine bildliche Sprache. So ist schnell zu erkennen, ob ihm etwas gefällt, ob er sich lustig macht oder sich ärgert. Über die Chlorung des Trinkwassers im Versorgungsgebiet der Wassergewinnung Vierseenland ärgert er sich ziemlich. "Das ist wie mit einem Bombenteppich auf Spatzen schießen", wetterte er am Dienstagabend in der Bürgversammlung im Pfarrsaal von St. Peter und Paul. Ein "Hammer" sei es, dass wegen einer einzigen Enterokokke, die im Brunnen II im Unterbrunner Holz entdeckt worden sei, seit dem 7. Oktober das Wasser in den Gemeinden Weßling, Wörthsee und Seefeld sowie der Ortsteile Buch, Bachern, Schlagenhofen, Frieding, Gewerbegebiet Rothenfeld, Widdersberg, Landstetten, Perchting, Jägersbrunn, Maising und Seewiesen gechlort werden müsse und ein Abkochgebot gelte. Damit das Chlor auch in die entlegensten Winkel kommt, müssten seit Wochen täglich 2,3 Millionen Liter Wasser durch die Leitungen gespült werden. Gum hält das für "völlig überzogen".
Der Schutz des Trinkwassers müsse natürlich oberstes Gebot sein. Dafür tue der Wasser- und Abwasserverband AWA-Ammersee, dessen Vorsitzender Gum ist, auch einiges. "Wir zahlen den Landwirten ihren Ernteausfall, wenn sie ihre Felder direkt an den Wasserschutzgebieten nicht düngen." Dass sich das auszahlt, zeigt die geringe Nitratbelastung des Trinkwassers im Fünfseenland. Nicht überall ist das Wasser so sauber wie hier, darum habe die EU jetzt wegen der allgemein zu hohen Nitratbelastung des Grundwassers Klage gegen Deutschland eingereicht. Für die Gemeinde Gauting, die ein Gewerbegebiet plane und möchte, dass die Wassergewinnung Vierseenland dafür ihr Schutzgebiet "Unterbrunner Holz" verkleinere, habe er daher überhaupt kein Verständnis. In dem gemeinsamen Kommunalunternehmen der Gemeinden Andechs, Herrsching, Pöcking, Seefeld, Weßling, Wörthsee und der Stadt Starnberg gärt es deswegen offensichtlich. Von einer beispiellosen "Ignoranz" seitens der Gautinger ist die Rede.
Anfangs waren die Chlorung des Trinkwassers und das Abkochgebot vom Gesundheitsamt Starnberg bis 28. Oktober angeordnet. Doch weil bei Proben am 17. Oktober weitere drei Enterokokken in Maising gefunden wurden, wurde die vorsorgliche Chlorung bis 11. November verlängert. "Wir haben nach der Trinkwasserverordnung keinen Spielraum", sagt Ralph Gerstweiler vom Gesundheitsamt. Der Grenzwert bei Trinkwasser liege bei Null.
Laut AWA-Vorstand Hermann Doblinger waren alle zuletzt genommenen Proben einwandfrei. Selbst im Brunnen II, der nach der Entdeckung einer Enterokokke sofort vom Netz genommen und nicht gechlort worden sei, sei keine Verunreinigung mehr festzustellen. Der Brunnen ist seit den 1980er Jahren in Betrieb, jetzt seien zum ersten Mal Keime gefunden worden, sagte Doblinger am Mittwoch.
Wie lange es dauern würde, bis alle Leitungen bis zum letzten Aussiedlerhof gespült sind, wussten weder die AWA noch die Wassergewinnung Vierseenland. Bisher gab es die Pläne nur auf Papier, sie mussten noch nie umgesetzt werden. Für Wolfram Gum der Beweis, "dass unser Wasser bei der AWA in den besten Händen ist".

 

Suche nach Löschwasser geht weiter

Die Idee war gut, doch kann nicht realisiert werden: Die Rede ist vom Löschwasserbrunnen, der in Stegen gebaut werden sollte. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend gab dies Bürgermeister Walter Bleimaier bekannt. Probebohrungen haben ihm zufolge ergeben, dass sich die Hoffnungen, den Brunnen mit nachsickerndem Grundwasser zu speisen, zerschlagen haben: "Das Material ist entweder zu fest oder zu fein." Nun muss die Verwaltung nach anderen Lösungen suchen, denn die Entnahme von Wasser aus dem Ammersee ist nicht gestattet - "weil dieser im Winter, auch wenn dies fast nie der Fall ist, zufrieren könnte", so Bleimaier zur SZ. Theoretisch denkbar sind nun unter anderem lange Rohrleitungen von der dortigen Werft oder im See selbst, aus denen Wasser gezogen werden könnte. Doch beides wäre sehr teuer - und wohl auch nicht von der zuständigen Seen- und Schlösserverwaltung erwünscht, wie Bleimaier glaubt. Eine dritte Variante wäre der Bau eines Löschteichs. Doch auch dies ist schwierig: Der Gemeinde besitzt laut Bleimaier dort keine eigene Grundstücke.

 

Starnberger Merkur 02.11.2016

„Ich bin in der Tat erst mal weg“
Ein echtes Inninger Mammutprojekt: Jutta Göbber war Mitorganisatorin und auch Spielleiterin bei Historisches Stegen

Inning – Zwei Jahre Vorbereitung und vier Produktionen für „Historisches Stegen“ liegen hinter dem Organisatonsteam Jutta Göbber und Jürgen Hatz. Mit etwa 100 Inningern setzte die Kunterbunte Zeitreise einen krönenden Abschluss (wir berichteten). 1100 Besucher haben die Revue an drei Tagen angeschaut. Insgesamt erreichte „Historisches Stegen“ knapp 2500 begeisterte Menschen. Erschöpft , aber glücklich, können sich die Organistoren erstmal ausspannen. Wir sprachen mit Jutta Göbber, die die Spielleitung der aufwändigen Revue übernommen hatte.

-Wie geht es Ihnen, nachdem auch dieses Jubiläumsjahr erfolgreich abgeschlossen werden konnte? Machen Sie jetzt Urlaub?
Ich bin in der Tat mal weg – in Südtirol. Ein Grund ist aber auch: Ich bin ziemlich vergrippt.

-Gibt es nach 1100 Jahre Inning (2012) und „Historisches Stegen“ bald wieder einen Grund, der halb Inning auf die Bühne bringt? Die Bewohner sind ja mittlerweile eingeschworen, und wie man in der Revue sehen konnte, mit Begeisterung dabei.
Ein solches Engagement von Menschen, die das alles ehrenamtlich mitmachen, zum größten Teil, ist mehr als beeindruckend. Übers ganze Jahr waren es Mitglieder von 20 Inninger Vereinen , neben vielen, die darüber hinaus noch vor und hinter der Bühne mitwirkten. Ein solches Projekt geht nur höchstens alle vier bis fünf Jahre. Also, mal sehen.
Jetzt steht aber schon im kommenden Jahr das nächste Inninger Großprojekt an: Es ist der Landkreislauf, den der Sportverein Inning zum ersten Mal ausrichtet, und bei dem natürlich – das ist sicher auch die Auffassung des Vereinsreferenten Jürgen Hatz – alle Inninger Vereine zum konstruktiven Mittun aufgerufen sind. Wir können doch so etwas – das haben wir bewiesen.

-Und Sie persönlich?
Ich persönlich werde wieder mehr Zeit zum Forschen, Archivieren und Präsentieren von Inninger Geschichte auch im kleineren Rahmen nutzen. Außerdem steht ein Tag des Offenen Archivs an, das im Zuge des Neubaus am Rathaus sich als zur Gemeinde zugehörig der Öfffentlichkeit präsentieren möchte.
Dass im kommenden Jahr der neben Stegen zweite kleinere Ortsteil – Schlagenhofen – offiziell! und hundertprozentig nachweisbar seine 775-jährige älteste Erwähnung feiern kann, liegt, was die Form angeht, in der Hand der Schlagenhofener selbst. Sie haben ein Festkomitee gebildet.
Wir von Heimatgeschichte Inning geben zur Geschichte unsere nächsten Inninger Geschichtsblätter heraus – geschrieben von einem waschechten Schlagenhofener und Urgestein in der Erforschung der Geschichte der Gemeinde Inning: Robert Volkmann.

-Wie viele Veranstaltungen zählte „Historisches Stegen“ insgesamt?
Es waren vier Projekte in diesem Jahr: die nostalgische Eröffnungsfahrt auf dem See, die große historische Ausstellung zu Stegen mit der Herausgabe der 10. Inninger Geschichtsblätter zum selben Thema, die Inninger „Lebenslust“ auf der Badewiese in Stegen und eben die historische „Kunterbunte Zeitreise“.

-Als Sie mit den Planungen anfingen, gingen Sie noch davon aus, Stegen sei in diesem Jahr 750 Jahre alt.
Dass wir anfangs von 750 Jahren nach der ältesten nachweislichen Erwähnung Stegens ausgingen, ist ja immer wieder nicht ganz ohne Häme angemerkt worden.
Immerhin haben wir es von Heimatgeschichte Inning bemerkt und es den Vereinen überlassen, ob wir einfach die wirklich spannende Geschichte unseres kleinsten Ortsteils mal in den Vordergrund stellen wollen. (Motto danach: Stegen 2016). Die Gemeinde hat es unterstützt. Und wir feierten einen großen Erfolg.

Das Gespräch führte Andrea Gräpel

 

Starnberger Merkur 26.10.2016

Josef Stechele ist im Alter von 83 Jahren verstorben
Nachruf - Trauer um Josef Stechele

Inning – Viele Jahre vertrat er die CSU im Inninger Gemeinderat, sechs Jahre (bis 2002) war er Dritter Bürgermeister: Josef Stechele. Der Inninger ist am Sonntag im Alter von 83 Jahren verstorben. Stechele gehörte von 1975 bis 2008 dem Gemeinderat an, viele Jahre war er Referent für Sport, Kultur und Vereine. Selbst war er bei den Schützen, der SG Silberfasan aktiv, war dort Ehrenmitglied. Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung beginnt am Donnerstag um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist.  grä

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Landjugend-2016

Die Neuen: (hinten v.l.) Andreas Herrmann, Korbinian Wohlmuth, Markus Sutter, Matthias Demmel, Georg Eisenmann, (vorne v.l.) Veronika Friedl, Katrin Müller, Georg Friedl, Thomas Metz, Georg Diethelm jun. und Andreas Hauser.

Landjugend Inning startet mit neuem Vorstandsteam durch

Inning – Die Landjugend Inning hat einen neuen Vorstand. Nach 13 Jahren als erster Vorstand übergab Andreas Hauser das Zepter an Georg Friedl und läutete damit in der jüngsten Jahresversammlung einen Generationenwechsel ein. Als neue Stellvertreter von Georg Friedl wurden Markus Sutter, Matthias Demmel und Georg Diethelm jun. von den Mitgliedern gewählt. Andreas Hauser bleibt der Vorstandschaft erhalten und übernimmt von Veronika Friedl das Amt des Kassiers. Monika Wöhrl tritt das Amt der Schriftführerin an Katrin Müller ab. Als Beisitzer wurden Veronika Friedl, Lukas Welzmüller, Korbinian Wohlmuth sowie Georg Eisenmann gewählt. Thomas Metz erhält von Andreas Herrmann Unterstützung im Amt der Jugendvertreter.

Friedls Dank galt dem scheidenden Vorstand: Benedikt Neubaur, Monika Wöhrl, Johann Kammerloher, Thomas und Martina Hammerl sowie Lisa Demmel. Für die neue Vorstandschaft geht die Arbeit gleich richtig los mit der Planung und Organisation des Faschingsballes, der traditionell am Faschingssonntag stattfindet.  grä

 

Starnberger Merkur 25.10.2016

Kunterbunte Zeitreise
Nach der 1100-Jahr-Feier des Hauptortes 2012 gelingt Inning ein weiteres historisches Bühnenspektakel
von Michèle Kirner

Inning – Es ist vollbracht. Die Revue im Rahmen des „Historischen Stegen“ mit fast 120 Mitwirkenden vor und hinter der Bühne wird als durchschlagender Erfolg in die Ortsgeschichte eingehen. 13 Inninger Vereine feierten am Wochenende mit „Kunterbunte Zeitreise“ in der Mehrzweckhalle in ein grandioses Finale nach beinahe zwei Jahren Vorarbeit. Begeisterten Applaus erspielten sich die Akteure bereits bei der gut besuchten öffentlichen Generalprobe am Freitag. Beim Projektorchester saß jeder Ton der Kompositionen ihres Leiters Martin Vogel, die Moritatensänger aus dem Inninger Gospelchor waren an diesem Abend unter der Leitung von Sebastijan Semiz nicht nur stimmsicher, sondern fesselten mit ausdrucksstarken Gesten zu den erzählenden Liedern, die Bärbel Mehnert-Jaeger und Daniela Herzog getextet hatten.
Bereits das Bühnenbild sprach eine eigene Sprache: Nicht zu viel, aber keinesfalls zu wenig; ein Bündel getrocknetes Schilf, eine mit bunten Vorhängen behängte Wand, die wahlweise Häuser oder leuchtender Hintergrund waren, unterstrich die nachgestellten historischen Begebenheiten des kleinsten Ortsteils Innings. Nahtlos gingen die Stücke ineinander über, die Umbauten der Bühne gelangen fließend und lautlos.
Nach der Ouvertüre machte die von Gert Heidenreich aus dem Off gesprochene Sage von „Ammar“ den Anfang. Nach dieser fantastischen Erzählung über das Wesen im Ammersee erzählte Texterin Mehnert-Jäger über die Stegener Brücke, spannte gekonnt den Bogen von der Römerzeit bis in die Neuzeit.
Im Zeitraffer patrouillierten, marschierten und schleppten sich Mitglieder des Sportvereins Inning dazu über die fiktive Brücke, den einstigen Steg und Namensgeber des Ortes. Ganz in ihrem Element waren „d’Gmogaukler z’Inning“, die Gericht über Schweine und Rindviecher hielten – und die Streithähne vor dem Amtsgericht ganz wunderbar nachstellten.
Die „Ammerseeengel“ wiederum durften sich zum Begriff „Imprägnieren“ austoben. Ein Wortschöpfung der Fischer am Ammersee, mit der sie jeden außerehelichen Verkehr untersagten. Warum es „imprägnieren“ hieß, keiner weiß es heute mehr. Aber herrlich brachten sie die Eltern am Familientisch in Verlegenheit, als Kindermund Genaueres über dieses ganz offensichtlich anstößige Wort wissen wollte.
Ein besonderes Lob gilt den Akrobaten der Montessorischule Inning, die die legendäre Wildschweinejagd im Ammersee als Volksfest inszenierte und mit all ihren Schrecken auf die Bühne brachte. Die traditionellen Tanzeinlagen der Landjugend Inning war schließlich ein i-Tüpfelchen dieser hervorragenden Veranstaltung.
„Geschichte kann kurzweilig sein, wenn solche Leute auf der Bühne mitmachen“, brachte es die erschöpfte und sichtlich glückliche Jutta Göbber am Ende des Abends auf den Punkt. Die Vorsitzende des Vereins Heimatgeschichte Inning und ehemalige Gemeinderätin hatte die Revue angestoßen und die Gesamtleitung übernommen.

 

Starnberger Merkur 13.10.2016

Wasser muss mindestens bis nächste Woche abgekocht werden
Enterokokken

Landkreis – Erst hat man kein Glück, dann kommt noch Pech dazu: Die Mitarbeiter der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) schieben derzeit ohnehin Überstunden, dass es kracht. Schließlich waren in einer Wasserprobe Enterokokken nachgewiesen worden (wir berichteten). Seitdem gilt in etlichen Gemeinden des Landkreises ein Abkochgebot für Trinkwasser, zudem wird das Wasser vorsorglich gechlort.
Für die Mitarbeiter bedeutet das laut AWA-Chef Hermann Doblinger Dauerstress. Sie müssen in allen betroffenen Orten immer wieder Proben nehmen. Um nachzuschauen, ob das Chlor im rund 330 Kilometer langen AWA-Trinkwassernetz auch überall angekommen ist.
„Das ist in unserer ländlichen Region durchaus schwierig“, sagt Doblinger. Und kann noch eine Weile dauern, ergänzt der Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis, Dr. Lorenz Schröfl. Er rechnet damit, dass das Trinkwasser noch bis Anfang/Mitte der kommenden Woche sicherheitshalber abgekocht werden muss. Die Chlorung, die seine Behörde angewiesen hat, soll bis mindestens 25. Oktober beibehalten werden.
Derweil werden weitere Proben untersucht, denn auf die leichte Schulter nehme man den Enterokokkenbefall nicht, stellt Dr. Schröfl klar: „Es gibt viele verschiedene Arten dieses Bakteriums. Welche genau nachgewiesen wurde, ist unklar. Aber einige können bei immungeschwächten Personen durchaus zu Erkrankungen führen.“ Passiert sei noch nichts, er rechne auch nicht damit, aber „sicher ist sicher.“
Und so werden die Mitarbeiter der AWA auch weiter 10- bis 12-Stunden-Tage haben. Wenn nichts zusätzlich passiert wie am Dienstag, als um Mitternacht ein Stromausfall verzeichnet wurde, die Mitarbeiter aus den Betten sprangen und sich darum kümmerten. „Ich habe ein wunderbares, engagiertes Team“, sagte Doblinger gestern. Über die Ursache der Verunreinigung ist aber noch nichts bekannt.  set

 

Leerrohre werden deutlich teurer
Schnelles Internet

Inning – Der Glasfaserausbau im Bereich Fuchsweg und Wolfsgasse wird teurer als erwartet. Im Juli hatte der Gemeinderat beschlossen, die Leerrohre legen zu lassen. Bürgermeister Walter Bleimauer war damals optimistisch von maximalen Kosten in Höhe von rund 35 000 Euro ausgegangen. „Aber“, räumte er in der Sitzung am Dienstag ein, „die Auftragsbücher sind voll, das treibt den Preis hoch.“
Einige Firmen, bei denen angefragt worden war, hatten überhaupt kein Angebot abgegeben, und die, die eines abgegeben hatten, waren überteuert, beziehungsweise „deutlich über der ursprünglichen Planung“. Nach zähen Verhandlungen konnte die Gemeinde ein Angebot über rund 40 000 Euro bekommen – also 5000 Euro mehr als erwartet. „Wir müssen es nicht machen“, sagte Bleimeer. Es sei eine rein freiwillige Aufgabe. „Aber so fortschrittlich sollten wir sein.“ Und dem schlossen sich seine Ratskollegen einstimmig an.  grä

 

Nach der Mücke ist vor der Mücke
Der Sommer ist vorbei, aber ein nächster wird kommen und mit ihm die Mücken. Und diese haben die Anwohner rund um den Ammersee in diesem Jahr besonders geärgert. - Gemeinderat Inning
Von Andrea Gräpel

Inning – Drei Inniger Gemeinderäte wollten sich deshalb informieren, ob es Möglichkeiten gibt, die Plage einzudämmen. Barbara Wanzke (Grüne), Thomas Bauer (CSU) und Katrin Nicolodi (BIZ) hatten deshalb an der Podiumsdiskussion teilgenommen, zu der der gesundheitspolitischen Arbeitskreis der CSU in Landsberg nach Holzhausen eingeladen hatte (wir berichteten).
Barbara Wanzke berichtete ihren Gemeinderatskollegen am Dienstag begeistert von dieser Veranstaltung. „Ich finde es ganz toll, dass wir uns dort so informieren konnten.“ Viele Vorurteile hätten dort durch Experten entkräftet werden können, das Vernichtungsmittel BTI betreffend, die Ausbringungsdauer und die Mücken. Thomas Bauer war selbst erstaunt, wie viele unterschiedliche Mücken es gibt, und dass nicht jede ein Übeltäter sei. „BTI wird nur bei Bedarf eingesetzt“, berichtete Barbara Wanze aus der Veranstaltung. Sie regte Ähnliches für das Ostufer an, vor allem eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema, da – obwohl alle eingeladen gewesen seien – nicht ein einziger Bürgermeister von den Ostufergemeinden an dieser Veranstaltung teilgenommen habe. Dies sei insofern traurig, da eine Lösung unmittelbar mit dem politischen Willen zusammenhänge. Noch besser, wenn die Initiative wie am Chiemsee von den Abwasserverbänden ausgehe, in diesem Fall Ammerseer Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) und Verband Ammersee West. Es liege in der Hand der Mitgliedsgemeinden.
Auch Bauer gefällt die Idee, dass die AWA federführend aktiv werde. Wenn alle Mitgliedsgemeinden rund um den Ammensee mitmachten, würde dies bei einer angenommen Summe von 40 000 Euro – das ist die Hälfte der Summe, die am wesentlich größeren Chiemsee nötig ist – 4000 Euro pro Gemeinde ausmachen. Das sei bezahlbar, fanden Barbara Wanzke und er. Bauer räumte allerdings auch ein, dass selbst bei einer Entscheidung dafür, frühestens 2018 mit der ersten Ausbringung begonnen werden könnte, da sämtliche Überschwemmungsflächen erst kartiert werden müssten.
Und Barbara Wanzke erinnerte daran, dass immerhin 900 Menschen bei ihr in diesem Sommer unterschrieben hätten, gegen die Mückenplage etwas zu unternehmen. Die Liste habe sie noch, „und hätte ich länger gesammelt, wären es ganz sicher noch viel mehr gewesen“.

 

Starnberger Merkur 12.10.2016

Lustige Wildschweinjagd im See
Historisches Stegen - Inninger Ortsteil feiert 750-Jahr-Jubiläum mit einer bunten Revue in der Mehrzweckhalle
von Michèle Kirner

Inning – Das „Historische Stegen 2016“ wurde in diesem Jahr schon vielfach gefeiert: mit einer Ausstellung im Mai oder einem Sommerfest im Juli. Mit der Revue „Kunterbunte Zeitreise“ in der Mehrzweckhalle geht es nun ins Finale, eine Gemeinschaftsproduktion von 13 Vereinen der Gemeinde Inning.
Ein Manuskript umreißt die historischen Eckdaten des kleinsten Ortsteils Innings, den Jutta Göbber als Vorsitzende des Heimatgeschichte mit der einen oder anderen Fantasie schmückt und so manch vergessene Begebenheit unterhaltsam belebt, die selbst den Ortskennern neu sein dürften. Wie das Verbot des „Imprägnierens“, das die Fischerzunft einst ausgab. „Gesetze wurden dort erlassen, damit der Fischfang nicht schrumpft“, dichtete Bärbel Jäger unter anderem für die Motette, mit denen der Gospelchor in der Revue die „trockene Geschichte von Stegen in lockeren Weisen“ besingt.
Dieses Manuskript setzte den Rahmen, die Vereine übernahmen ihren jeweiligen Part, und Martin Vogel von der Pierre-van-Hauwe-Musikschule hat alles vertont. „Auf Basis der komponierten volkstümlichen Weisen setzt sich die Musik über Umwege zu Rock und Jazz mit Tradition und Geschichte auseinander“, sagt Jutta Göbber. So entstanden Weisen zur Wildschweinjagd, die die Wittelsbacher Mitte des 18. Jahrhunderts nicht am, sondern im Ammersee veranstalteten. Das Spektakel inszenierte der Kurfürst als Volksfest, was die Montessorischüler akrobatisch auf die Bühne bringen – besungen vom Gospelchor: „Die armen Säue quiekten, sie schwammen voller Not, aus Pferchen weiter vorangetrieben, in ihren sich’ren Tod.“
Selbstverständlich bekommt auch die sagenumwobene Stegener Brücke eine eigene Szene. „Unterlegt mit Marschmusik“, so viel verrät Jutta Göbber. Die Musik setzt die Blaskapelle Inning mit Schülern und Lehrern der Pierre-van-Hauwe-Musikschule Inning um. Die Mitwirkenden im Projektorchester suchte der Komponist nach den Instrumenten aus, die in seine Stücke passten: Akkordeon, Bassklarinette, Kontrabass, Bratsche, Zither; ein Hackbrett, Harfe, Banjo, Saxophon oder Vibraphon und Klavier. Als Überraschungsgast zauberte Jutta Göbber den Schriftsteller und Sprecher Gert Heidenreich als Mitwirkenden aus dem Hut. Als ehemaliger Inninger spricht er im Hintergrund die Ammerseesage. Weitere Mitwirkende in der Revue sind der Sportverein Inning, d’Gmoagaukler, die Landjugend und die Ammerseeengel.
Veranstalter ist die Gemeinde Inning. Deren Vereinsreferent im Gemeinderat, Jürgen Hatz, wirkte in der Vorbereitung im Hintergrund, regelte Finanzielles und die Termine. Denn obwohl alle Mitwirkenden ehrenamtlich tätig waren, kamen einige Kosten zusammen.
„Kunterbunte Zeitreise“ findet am Freitag, 21. Oktober, in einer öffentlichen Generalprobe um 17 Uhr (freier Eintritt gegen Spende), und am 22. und 23. Oktober ab jeweils 19 Uhr (Eintritt 10 Euro) statt. Der Vorverkauf efolgt im Café Huttner, z (0 81 43) 992 69 60, Optik Wittenberger, z (0 81 43) 77 74 und im Schreibwaren Schroeren, z (0 81 43) 5 89. Reservierungen sind auch per E-Mail an jutta@goebber-inning.de möglich. Zur Aufführung ist eine CD erschienen, die an der Abendkasse oder auf Bestellung per E-Mail für 10 Euro erhältlich ist.

 

Starnberger Merkur 10.10.2016

Was tun gegen die Quälgeister?
Mückenplage - Ammersee-Runde des Gesundheitspolitischer Arbeitskreis der CSU in Holzhausen sucht nach Lösungen
VON DIETER Roettig

Ammersee – Zehntausende von Anwohnern und Touristen rund um den Ammersee sind in diesem von Regenfällen und Hochwasser geprägten Sommer von Millionen Mücken gepiesackt worden. Alle schimpften über die Quälgeister. In der Bayerischen Verwaltungsschule Holzhausen suchten der Gesundheitspolitische Arbeitskreis Landsberg (GPA) der CSU bei einer Podiumsdiskussion nach einer verträglichen Lösung.
Der Kreisvorsitzende der GPA, Rainer Jünger, hat zusammen mit MdL Alex Dorow eine Kampagne zur umweltschonenden Vernichtung der Plagegeister ins Leben gerufen. Auf dem Podium saßen Fachleute wie Mücken-Experte Professor Norbert Becker. Der Biologe ist Professor an der Uni Heidelberg und wissenschaftlicher Direktor von KABS, der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage.
Echings Gemeindeoberhaupt Siegfried Luge bemüht sich schon seit Jahren, endlich etwas gegen die Mückeninvasion vor allem in Hochwasser-Zeiten zu unternehmen. „Leider kämpfe ich gegen Windmühlen, was meine Kollegen betrifft“, so Luge, der lebhaft Zustimmung von der Inninger Gemeinde- und Kreisrätin Barbara Wanzke (Grüne) bekam. Sie plädierte für eine parteiübergreifende Solidargemeinschaft aller Ammersee-Gemeinden, etwas gegen die Mückenplage zu tun. „Die Leute fliehen aus den Biergärten, Camper und Feriengäste reisen vorzeitig ab. So kann es vor allem im Nord- und Südbereich des Ammersees nicht weitergehen“, pflichteten ihr Diskussionsteilnehmer bei.
Nicht als Plage empfindet Waltraud Kamm-Willy die Mücken, die nun mal zum Ammersee gehörten und Nahrung für Fische, Vögel und Fledermäuse seien. Die Mitgründerin der Schondorfer Pro-Mücken-Initiative „AmmerseeMücken“ bekam wenig Zustimmung für ihren Vorschlag, den natürlichen Fressfeinden der Mücken eine Heimat zu geben mit Vogelnistkästen oder Schwalbennestern.
Zum BTI-Einsatz konnte Thomas Weimann vom Abwasser- und Umweltverband Chiemsee Stellung nehmen. Dort wird seit 1997 das ungiftige Bakterium BTI mit Erfolg angewandt. Dazu wurden eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut, wissenschaftliche Expertisen eingeholt, Bekämpfungspersonal ausgebildet und vor allem die Brutstätten der Mücken genau kartiert. Die Kosten tragen gemeinsam zehn Chiemsee-Gemeinden, aufgeschlüsselt nach Einwohnerzahl und Fläche. „Voraussetzung für den Erfolg war der politische Wille aller“, betonte Weimann. Dieser werde am Ammersee vermisst, meinte Dorow. Er will nicht locker lassen und alle Bürgermeister an einen Tisch bringen.
Dass die Stechmücken Krankheiten, Fieber, massive allergische Reaktionen etc. vor allem bei Kindern verursachen können, bestätigte Dr. med. Franz-Xaver Heigenhauser, lange Jahre Amtsarzt im Landkreis Rosenheim und Experte für Sekundärerkrankungen durch Mückenstiche. Er hatte ein Gutachten für die Regierung von Oberbayern erstellt, das daraufhin den Einsatz von BTI am Chiemsee genehmigte. Wobei wichtige Naturschutzgebiete sorgsam ausgespart werden. Bei Hochwasser oder Überschwemmungen entnehmen Bauhof-Mitarbeiter der zehn Chiemsee-Gemeinden Schöpfproben. Die Mückenlarven werden gezählt und je nach Ergebnis und Prüfung durch Professor Becker wird entschieden, ob und wann bekämpft wird.
„Wir sollten durch genaue Analysen und eine Kartierung der besonders betroffenen Gegenden am Ammersee endlich Fakten schaffen“, betonte Jünger in seinem Schlusswort. Es müsse doch zeitnah möglich sein, den Ammersee in den besiedelten Gebieten relativ mückenfrei zu bekommen.

 

„Alles Mögliche unternommen“
Trinkwasserverunreinigung - AWA Ammersee weist Kritik an Informationsfluss zurück

Landkreis – Die Gastronomie ist von der Trinkwasserverunreinigung im Gebiet der Wassergewinnung Vierseenland besonders betroffen. Wirte beklagen erheblichen Mehraufwand – zeitlich und materiell. Das bestätigt der Geschäftsführer der Klinik Seefeld. Helmut Friedrich bekräftigt zudem die Kritik von Gastronomen an der Kommunikation mit den Behörden.
Gemäß dem Abkochgebot wird in der Klinik das Trinkwasser vor der Lebensmittelzubereitung behandelt. „Wir haben einen Vorrat an abgekochtem Wasser angelegt“, sagt Friedrich. Die Patienten versorge man mit Mineralwasser. Das geht ins Geld: „Mineralwasser ist halt teurer als Trinkwasser.“ Der Klinikchef ist verärgert, am Freitag erst spät von der Trinkwasserverunreinigung erfahren zu haben. Nicht glücklich ist Friedrich über die „nicht sehr informative“ Kommunikation mit dem Gesundheitsamt.
Am Freitag „durch Zufall über Facebook“ und anderntags aus der Zeitung hat Thomas Schmötzl von dem Trinkwasserproblem erfahren „Das ist ein Armutszeugnis für das Gesundheitsamt“, sagt der Wirt vom Gasthaus Georg Ludwig in Maising: „Warum werden Gastronomiebetriebe nicht direkt informiert?“
Das Landratsamt schiebt den Schwarzen Peter weiter. Dem Wasserversorger sei Donnerstagabend mündlich und am Freitag schriftlich die Weisung zugegangen, das Wasser zu chloren und die Bevölkerung zu informieren, teilt Christian Kröck von der Pressestelle mit.
Hermann Doblinger, Chef der AWA Ammersee, hat kommunikativ alles unternommen, „was an einem Freitag ab 12 Uhr noch möglich ist“. Gegen Mittag sei der schriftliche Behördenbescheid eingetroffen. Die Gemeinden seien schon vorab informiert worden. Dann habe er mit seinen Mitarbeitern eine dreiseitige Liste von relevanten Betrieben abtelefoniert oder per Fax informiert – Kindergärten, DLR, die Klinik etc. Radio Arabella habe stündlich das Abkochgebot gemeldet.  mül

 

Starnberger Merkur 09.10.2016

Chlorung wird fortgesetzt
Trinkwasser - Chlorung wird fortgesetzt

Landkreis – Im Versorgungsgebiet der Wassergewinnung Vierseenland sind die Untersuchungen des Trinkwassers am Wochenende fortgesetzt worden. Wie berichtet, war im Brunnen 2 bei Unterbrunn, ein Keim (Enterokokken) gefunden worden. Daraufhin hatte das Gesundheitsamt die Chlorung des Trinkwasser angeordnet. „Es ist noch nicht absehbar, wann alle versorgten Gemeinden gechlortes Wasser haben“, sagte am Sonntag Horst Marek, Mitarbeiter bei der der AWA-Ammersee. Erst dann könne man das Trinkwasser wieder bedenkenlos trinken. Bis dahin sollte das Leitungswasser abgekocht werden. Laut Marek wird es bis Dienstag dauern, bis endgültige Ergebnisse vorliegen. „Die Test-Resultate werden erst an das Gesundheitsamt übermittelt“, so der AWA-Mitarbeiter. Infos gibt es auf der Internetseite www.wassergewinnung-vierseenland.de und unter z (0 81 52) 91 83 45.mma

 

Starnberger Merkur 08.10.2016

Trinkwasser wird vorsorglich gechlort

Das Trinkwasser in weiten Teilen des Landkreises wird ab sofort vorsorglich gechlort. Grund ist das Auftauchen von Enterokokken in einer Laborprobe. Akute Gefahr besteht nicht. - Von Sebastian Tauchnitz

Landkreis – Betroffen sind laut einer Mitteilung der AWA-Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe folgende Gemeinden: Weßling, Wörthsee und Seefeld sowie die Ortsteile Buch, Bachern, Schlagenhofen (Gemeinde Inning), Frieding, Gewerbegebiet Rothenfeld (Gemeinde Andechs), Widdersberg (Gemeinde Herrsching), Landstetten, Perchting, Jägerbrunn und Sonnau (Stadt Starnberg) sowie Maising und Seewiesen (Gemeinde Pöcking).

Wie gefährlich ist die Situation?
AWA-Geschäftsführer Hermann Doblinger beruhigt: „In einer Wasserprobe ist ein Enterokokken-Keim nachgewiesen worden. Eine einzige Mücke kann bis zu 10 000 dieser Keime in sich tragen.“ Dennoch habe sofort das Gesundheitsamt des Landkreises übernommen und eine vorsorgliche Chlorung des Wassers angewiesen. Der betroffene Brunnen im Unterbrunner Holz wurde vom Netz genommen. Die Chlorung soll bis voraussichtlich 25. Oktober beibehalten werden. Parallel dazu wird ständig beprobt. Doblinger stellt klar: „Enterokokken selbst sind nicht gefährlich, sie sind lediglich ein Indikator für eine mögliche bakterielle Belastung des Trinkwassers. Gesundheitsbedrohende eKoli-Bakterien wurden nicht nachgewiesen.“ Für die AWA-Mitarbeiter fällt das Wochenende aus. Sie bereiteten bis tief in die Nacht die Chlorung vor und sind auf der Suche nach der Quelle der Verunreinigung. Bislang sei weder beim Brunnen noch im Wasserschutzgebiet etwas gefunden worden, was die Verunreinigung ausgelöst haben könnte, so Doblinger.

Was muss ich genau beachten?
Duschen, Baden und Zähneputzen ist laut Doblinger überhaupt kein Problem. Das Wasser sollte allerdings nicht direkt aus der Leitung getrunken werden. Auch die Verwendung zur Lebensmittelzubereitung sei erst möglich, wenn das Trinkwasser zuvor abgekocht wurde, so der Chef des Wasserversorgers. Derzeit lasse sich schlichtweg nicht genau sagen, wie lange es dauert, bis das gechlorte Wasser bei den Abnehmern ankommt – „das kommt ganz auf die Abnahmemenge im Netz an, kann aber ein bis zwei Tage dauern“, so der Experte weiter. Leitungswasser, das zur Zubereitung von Baby- und Kleinkindnahrung verwendet wird, sollte prinzipiell abgekocht werden – auch wenn keine Chlorung angeordnet ist. „Um es noch einmal zusammenzufassen: Wenn man das Wasser abkocht, geht man prinzipiell auf Nummer sicher“, meint Doblinger.

Kann man riechen, ob das gechlorte Wasser angekommen ist?
Nein, das können laut Doblinger nur die wenigsten. Denn zur vorsorglichen Desinfektion wird das geruchlose Chlordioxid verwendet.

Wohin kann man sich bei Fragen wenden?
Die AWA hat nach eigenen Angaben ein Infotelefon geschaltet, das das gesamte Wochenende über von Mitarbeitern besetzt ist. Unter z (0 81 52) 91 83 45 würden die Fragen der Trinkwasserkunden genau beantwortet. Offen ist derweil, wie lange die vorsorgliche Chlorung des Wassers dauern wird. „In dem Moment, als die Enterokokken nachgewiesen wurden, hat das Gesundheitsamt übernommen und entscheidet über alle weiteren Schritte“, so Doblinger.

 

Starnberger Merkur 16.09.2016

Unser Dorf soll leiser werden
Lärmaktionsplan - Inning macht Anwohnern Hoffnung auf weniger Belastung

Inning – Die Kommunen sind gefordert, die Lärmbelastung von Mensch und Umwelt noch ernster zu nehmen als bisher. Gemäß Artikel 8 a des Bayerischen Immissionsschutzgesetzes sind die Kommunen deshalb grundsätzlich für die Erarbeitung von Lärmaktionsplänen an Bundes- und Staatsstraßen zuständig – und das alle fünf Jahre. Inning mit seiner viel befahrenen Ortsdurchfahrt bildet da keine Ausnahme. Bürgermeister Walter Bleimaier holte sich am Dienstagabend Markus Petz vom Ingenieurbüro Accon zur Seite, um die Planung sowie die kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen für Inning vorzustellen.
Der Abschlussbericht von Accon war auch den betroffenen Behörden vorgelegt worden, ebenso stand es Anliegern frei, Stellung zu nehmen. Zahlreiche Inninger wie Gemeinderat Johann Ritzer (FBB) machten davon Gebrauch. Ihnen allen lag vor allem eine lärmmindernde Fahrbahnschicht am Herzen, die durch die geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt in greifbarer Nähe scheint. Jedenfalls war Bleimaier guter Dinge. Den unerfüllten Wunsch nach Tempo 30 auf der Staatsstraße nährte wiederum Planer Markus Petz mit Hoffnung.
Der Lärmaktionsplan wird nun fortgesetzt. Auf allen Anliegergrundstücken sollen Standorte für mögliche Lärmschutzmaßnahmen untersucht und Wohngebäude bestimmt werden, deren Eigentümer unter Umständen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen haben. Während eine staatliche Förderung nur einmalig erfolgt und damit verwirkt wäre, wenn schon einmal Zuschüsse gezahlt wurden, will die Gemeinde ein eigenes Förderprogramm erarbeiten. Die Ingenieure von Accon sollen die Details ausarbeiten, unter welchen Voraussetzungen Zuwendungsanträge gestellt werden können. Abhängig der Haushaltslage soll in den nächsten Jahren dafür eine Rücklage geschaffen werden.  grä

 

Süddeutsche Zeitung 15.09.2016

Fußball auf der Umgehungstraße
Von Astrid Becker

Schon zwei Mal hat die Inninger Bevölkerung den Bau einer Umfahrung ihrer Gemeinde abgelehnt, trotzdem kommt das Thema im Gemeinderat immer wieder auf den Tisch. In der jüngsten Sitzung am Dienstag war es Johann Ritzer (FBB), der die Entlastungsstraße gleich mehrmals ansprach. Ritzer besitzt selbst ein Haus an der gefährlichen Ortsdurchfahrt und gilt daher als Befürworter der Entlastungsstraße. Als solcher sah er sich nun wohl bemüßigt, bei einem Tagesordnungspunkt, bei dem es um den Bau eines Fußballfeldes auf dem großen Parkplatz vor der Mehrzweckhalle ging, auf die einst dort vorgesehene Trassenführung der Umfahrung hinzuweisen. Es sei doch beschlossene Sache, dass die Trasse nicht bebaut werden dürfe - auch wenn sie derzeit nicht verwirklicht werde: Man müsse ja auch an künftige Generationen denken, die vielleicht andere Pläne hätten, meinte er. Durchsetzten konnte er sich damit allerdings nicht. Thomas Palaske (Grüne) und Jürgen Hatz (BIZ), die gegen die Umfahrung angetreten waren, wiesen Ritzer in seine Schranken. Das Thema Umfahrung, so sagten beide sinngemäß, solle man nach dem Votum der Bürger nun mal ruhen lassen. Der Rat entschied sich nach dieser Debatte für den Fußballplatz und gegen die Parkplätze - übrigens im Sinne Ritzers. Er hatte für den Sportverein den Antrag auf diese Vorgehensweise gestellt.

 

Anlieger müssen weiterhin zahlen

Wer in Inning geglaubt hat, um Straßenausbaubeiträge herumzukommen, wird wohl bitter enttäuscht sein. Bereits im April ist in Bayern ein neues Kommunalabgabengesetz in Kraft getreten, die Kommunen dürfen demnach aber weiterhin Beiträge von den Bürgern für den Ausbau und die Sanierung innerörtlicher Straßen fordern. Neu darin ist allerdings eine gewisse Wahlmöglichkeit - und zwar können die Beiträge wie bisher einmalig erhoben werden oder wiederkehrend wie bei Ratenzahlungen. Letzteres erschien dem Inninger Gemeinderat jedoch wenig praktikabel. In seiner jüngsten Sitzung entschied das Gremium die bisherige Regelung beizubehalten, die bisher nach Angaben von Bürgermeister Walter Bleimaier noch nie angewandt wurde (ANMERKUNG:  FALSCH, BISHER IMMER SO ANGEWANDT WURDE). Das allerdings wird sich ändern: Inning hat mit der Wolfgasse und dem Fuchsweg bereits mit Straßensanierungen begonnen.

 

Auf die Bremse
Von Astrid Becker

Zwei Tage haben sich die Gemeinderäte hinter Klostermauern zurückgezogen, um sich mit der Umsetzung ihres Verkehrskonzeptes zu befassen, nun ist es beschlossene Sache. Am Dienstag hat das Gremium die in seiner Klausurtagung erarbeitete Prioritätenliste verabschiedet. Höchste Dringlichkeit wurde dabei der Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt eingeräumt.
Ende Juli hatten sich die Räte im Kloster Holzen in der Nähe von Augsburg über die künftige Verkehrspolitik in ihrer Gemeinde beraten. Dabei hatten die Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge aus den Bürgerwerkstätten, die der Verkehrsplaner Paul Bickelbacher in einem Gutachten zusammengetragen hat, nach ihrer Dringlichkeit zu bewertet. Erwartungsgemäß landete dabei die viel befahrene Ortsdurchfahrt an oberster Stelle. Weil sie eine Staatsstraße ist, gilt derzeit Tempo 30 dort als nicht durchsetzbar. Deshalb will die Gemeinde dort nun ein Pilotprojekt starten: Mit breiten Seitenmarkierungen soll nun eine optische Verengung der Fahrbahn erreicht werden. Damit ist die Hoffnung verbunden, die Autofahrer auf diese Weise dazu zu bringen, langsamer den Ort zu passieren. Zudem wird die Gemeinde beim für die Straße zuständigen Staatlichen Bauamt Weilheim beantragen, die dortige Mittelmarkierung komplett zu entfernen. Ebenso will sie auf eine Mittelinsel am südlichen Ende der Durchfahrt in Höhe des Edeka-Marktes drängen. Durchsetzen will sie aber auch noch etwas anderes: Dass die Autofahrer, die nach Herrsching wollen und durch Inning fahren, künftig die Weßlinger Umfahrung nutzen. Dafür müsste die Verkehrswegweisung auf der Autobahn Lindau geändert werden - ein entsprechender Antrag bei der Unteren Verkehrsbehörde soll nun gestellt werden. Die Inninger hoffen, dies im Zusammenhang mit der Sanierung der Autobahntunnel zu erreichen. Der Verkehr soll aber auch an anderen Stellen der Gemeinde beruhigt werden. Die Landsberger Straße sieht der Rat hier als vordringlich an. Dort soll der Gehweg verbreitert werden, Querungshilfen in Form von Zebrastreifen sind ebenso vorgesehen wie eine stellenweise Verengung der Fahrbahn und an einigen Stellen die Absenkung des Bordsteins.
In der Walchstadter Straße will der Rat die Barrierefreiheit verbessern. Im Bacherner Weg, der Moos- und der Schornstraße sollen künftig farbige Kreismarkierungen die Kreuzungspunkte verdeutlichen - und die Salzstraße wird eine Fahrradstraße werden, zumindest in dem Bereich, in dem sie derzeit als Einbahnstraße ausgewiesen ist. Überhaupt sollen Radfahrer sich künftig sicherer bewegen können - und zwar auf den Ortsverbindungsstraßen zwischen Inning und Bachern sowie zwischen Inning und Stegen. Dafür hoffen die Räte auf eine Reduzierung der dortigen Höchstgeschwindigkeit für Autofahrer auf 50 Stundenkilometer. Sollte dies zulässig sein, sollen Fahrradschutzstreifen angebracht werden. Zweifel daran hat aber offenbar Bürgermeister Walter Bleimaier: "Ich glaube, dass das schwierig wird, aber wir probieren es trotzdem jetzt einfach mal." Eine Stellungnahme zu diesem Plan will die Gemeinde bei der Polizei einholen. Zurückgebaut oder mit einem Durchlass ausgestattet werden soll in diesem Kontext aber auch die Leitschutzplanke entlang der Staatsstraße 2067 vor Buch, die derzeit das Queren von Fußgängern und Radlern Richtung Bachern verhindert.
Viele der Vorhaben im Rahmen des Verkehrskonzeptes stehen aber auch in Zusammenhang mit dem Lärmaktionsplan, der mittlerweile für die Ortsdurchfahrt vorliegt. So ist in dem Abschlussbericht der Firma Accon, die mit dem Gutachten beauftragt war, auch ein lärmmindernder Fahrbahnbelag aufgeführt. Diesen anzubringen, steht offenbar auch nichts entgegen, wie den entsprechenden Stellungnahmen der Behörden dazu zu entnehmen ist. Tempo 30 wird hingegen darin abgelehnt - auch nachts. Letzteres hatte Accon vorgeschlagen, um die Lärmbelastung der Anwohner wenigstens ein wenig zu verringern.

 

Starnberger Merkur 14.09.2016

Fußballfeld statt Trasse
Ausbaupläne

Inning – Darüber werden sich vor allem die Bewohner des Betreuten Wohnen am Enzenhofer Weg in Inning freuen: Es gibt bald eine Wegeverbindung von der Mühl- zur Filmstraße. Mit dem Ausbau soll noch heuer begonnen werden. Der Ausbau erfolgt laut Ratsbeschluss in der Mühlstraße als Stichstraße, die in einen Rad- und Fußgängerweg zur Filmstraße mündet. Eine komplette Straßenverbindung sei wegen fehlender eigener Grundstücke nicht möglich gewesen, berichtete Bürgermeister Walter Bleimaier.
Aufgrund gescheiterter Grundstücksverhandlungen fällt auch die Sportplatzerweiterung an der Schornstraßeaus. Ursprünglich waren Fußballplätze südlich vorgesehen, nun werden sie nördlich hinter der Grundschule geschaffen. „Da, wo die Trasse verlaufen sollte“, merkte Johann Ritzer spitz an. Der FBB-Gemeinderat pochte in dieser Sitzung trotz eindeutiger Bürgerentscheide gegen eine Umgehung mehrere Male darauf, die Trasse freizuhalten. Das habe ihm Bleimaier versprochen. Bevor er Flächen freihält, für etwas das keine Mehrheit findet, zog dieser den Sportlerwunsch jedoch vor.  grä

 

Mit Vollgas zur Verkehrsberuhigung
Ortsdurchfahrt - Gemeinderat Inning bringt eine ganze Latte von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf den Weg
VON ANDREA GRÄPEl

Inning – Die Klausurtagung im Juli im Kloster Holzen bei Augsburg hat den Gemeinderat Inning offenkundig weit gebracht – so weit, dass das Thema Umsetzung Verkehrskonzept sogar ohne jede Diskussion am Dienstag verabschiedet werden konnte. Eine ungewöhnliche Situation auch für Bürgermeister Walter Bleimaier, der offenbar meinte, den Zuhörern wenigstens kurz erklären zu müssen, weshalb dies so ist. Diese wiederum durften staunen, wie viele Maßnahmen nach langem Stillstand nun sogleich auf den Weg gebracht wurden.
In die Klausurtagung hatten die Gemeinderäte bereits die Ergebnisse aus zwei Bürgerwerkstätten zum Thema Verkehr mitgenommen. Ebenso das Signal vom Staatlichen Bauamt, die Ortsdurchfahrt sanieren zu wollen. Bleimaier ist sogar guten Mutes, dass dies mit einem lärmmindernden Belag erfolgen wird.
Sanierung und Neugestaltung hatten bei den Teilnehmern der Klausur laut Bürgermeister Bliemaier somit auch höchste Priorität. Wie schon mehrfach berichtet, wünschen sich die Inninger breite Seitenmarkierungen, um eine optische Fahrbahnverengung zu erzeugen. Dies soll als Pilotprojekt bei der Unteren Verkehrsbehörde und Staatlichem Bauamt beantragt werden. Gleichzeitig wird beantragt, die Mittelmarkierung auf der gesamten Länge der Ortsdurchfahrt zu entfernen. „Dann nimmt jeder mehr Rücksicht“, meinte Bleimaier. Darüber hinaus wird eine Mittelinsel beim Edeka-Markt ebenso beantragt wie die Änderung der Wegweisung Richtung Herrsching über die Umfahrung Weßling, sobald diese fertig ist.
Einstimmig kam die Ratsrunde auch bei erwünschten verkehrsberuhigenden Maßnahmen an Landsberger und Walchstadter und Schornstraße zum Ergebnis. Mit einem Straßenbauplaner sollen geeignete Standorte für Gehwegverbreiterungen, Querungshilfen und stellenweise Straßenverengungen gefunden werden. Die Salzstraße soll zu einer Fahrradstraße umgewidmet werden. Radl-freundlicher und auch für Fußgänger besser soll der Radweg vor Buch gestaltet werden. Dort ist eine Leitplanke, die verhindert, dass man die Straße überqueren kann. Die Radler und Fußgänger gehen trotzdem drüber. Um diesen Überweg zu entschärfen, wünschen sich die Gemeindevertreter einen Durchlass. Das letzte Wort hat aber auch in diesem Fall das Staatliche Bauamt, bei dem diese Maßnahme nun beantragt wird.
Immer aktuell bleibt natürlich der Wunsch nach Tempo 30 auch auf der Ortsdurchfahrt, gegen den sich bislang sowohl Untere Verkehrsbehörde, Staatliches Bauamt als auch Polizei stemmen. Markus Petz vom Büro Accon, der den Lärmaktionsplan mitgestaltet, machte der Runde aber Mut: „Bleiben Sie dran, es gibt bereits einige Präzedenzfälle.“

 

Starnberger Merkur 06.09.2016

Der Pfarrer vom Ostufer

Seit 1.September ist Simon Rapps Kirchengemeinde um zirka 2000 Gläubige gewachsen – Weiterer Priester
VON ANDREA GRÄPEL

Herrsching/Inning – Die Veränderung des alltäglichen Lebens gilt es wahrzunehmen und Antworten darauf zu geben. Genau dies ist, was Pfarrer Simon Rapp „antreibt, herausfordert und täglich neu Freude macht“. Die Erweiterung seiner Pfarreiengemeinschaft Herrsching, Breitbrunn und Widderberg um Inning mit Schlagenhofen und Buch steht in eben diesem Kontext.
Schon bei seinem Amtsantritt im September vor einem Jahr stand fest, dass diese Aufgabe dem 45-Jährigen irgendwann bevorsteht. Irgendwann ist jetzt. Am Sonntag feierte Rapp seinen ersten Gottesdienst in Inning. „Die Gläubigen sind neugierig“, sagt er. So wie er selbst. Seine Pfarrgemeinden erstrecken sich nun über das gesamte Ammersee-Ostufer, der Pfarrer vom Ostufer quasi.
Mit der Neuordnung ist die Pfarrgemeinde nicht nur von etwa 4000 auf 6100 Gläubige gewachsen, es gibt neben Rapp und der Gemeindereferentin Cornelia Kraus nun auch Pfarrer Dr. Konrad Wierzejewski (63). „Wir sind seit 1. September zu dritt.“ Jeder bringe unterschiedliche Fähigkeiten mit. „Ich bin als einer der beiden Priester nicht alleiniger Seelsorger, das müssen die Menschen als ein neues Angebot auch wahr- und annehmen“, so Rapp. „Für mich ist klar, dass ich Leitungsaufgaben übernehmen muss. Wir müssen Dinge besser zusammenbringen, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Pfarreien zu vernachlässigen.“ Darum ist froh um die Unterstützung, „ich kann mich diesen Aufgaben widmen, ohne dass ich Manager bin. Aber die Gläubigen müssen akzeptieren, dass nicht immer der Pfarrer kommt“. Aber die Zeit nimmt er sich natürlich weiterhin.
Bei den Gottesdiensten in Inning – immer sonntags in Inning und jeweils einmal im Monat in Schlagenhofen und Buch – werden sich Rapp und sein Amtskollege Wierzejewski zunächst versuchen, sich abzuwechseln. „Das ist vielleicht zunächst ungewohnt. Auf der anderen Seite kann es für die Gläubigen durchaus interessant sein, das Evangelium unterschiedlich ausgelegt zu bekommen“, findet Rapp, der als ehemaliger Präses vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen ist. „Aber wir müssen die Gemeinde erstmal kennen lernen, erstmal abtasten. Ich habe auch sicher einen ganz anderen Stil als Pater Thomas Pendanam.“
Bis zum vergangenen Wochenende war in Inning noch alles so gelaufen wie die Jahre zuvor: Inning hatte zusammen mit Wörthsee eine Urlaubsvertretung. Herrsching hat erst zu dem Termin übernommen, der in der „Heiligen Schrift des Bistums Augsburg“ festgelegt war. So nennen die Pfarrer untereinander die Pastorale Raumplanung des Bistums, in der alle Gemeinden verzeichnet sind, die bis 2025 neu organisiert werden sollen.
„Wir wollen zu einer Gottesdienstordnung kommen, die im Notfall auch einer allein stemmen kann“, erklärt Rapp. In Schlagenhofen und Buch findet der Gottesdienst ohnehin nur einmal im Monat statt. „Ich wollte das im Vorfeld organisiert haben, das ging nicht“, erzählt Rapp. „Es gilt, miteinander kreativ zu sein.“ Und genau darauf freut sich Herrschings Pfarrer.
„Ich habe mich nach meiner Aufgabe als BDKJ-Bundespräses bewusst entscheiden, Leiter einer Pfarreiengemeinschaft zu werden, weil ich mich so einschätze, dass ich die Fähigkeiten für eine solche Leitungsaufgabe habe und mir bewusst ist, dass sich diese von der Aufgabe eines Seelsorges unterscheidet“, teilte Rapp seinen vielen Freunden im Sozialen Netzwerk mit, die zum Teil in Sorge waren, der 45-Jährige würde sich aufreiben an den nun vielen Aufgabe, die die Zusammenlegung der Pfarrgemeinden nach sich ziehen

 

Starnberger Merkur 26.08.2016

Alles geordnet

Inning – Die Wogen nach den Bürgerentscheiden haben sich etwas gelegt. Als Walter Bleimaier (CSU) 2014 gewählt wurde, geriet er mitten hinein in den Strudel um die Umgehung. Als Banker kann er sich dafür freuen, dass die Gemeinde nach der Eröffnung des neuen Gewerbeparks finanziell gut dasteht.

-Wie würden Sie die aktuelle Situation in Inning beschreiben?
Als geordnet, auch wenn über die Bürgerentscheide zur Umgehungsstraße jahrzehntealte Freundschaften zerbrochen sind. Aber gerade was die Finanzen angeht, ist die Situation in Inning sehr geordnet. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich über den interkommunalen Gewerbepark sehr positiv entwickelt.

-Was ist die große Herausforderung der nächsten Jahre?
Natürlich die Ortsdurchfahrt. Auch wenn die Umgehungsstraße in zwei Bürgerentscheiden abgelehnt wurde, müssen wir uns überlegen, wie wir die Verkehrsbelastung einschränken können. Es fahren mehr als 12 000 Fahrzeuge pro Tag durch unseren Ort. Da stellt sich schon die Frage, was können wir für Fußgänger in Inning tun, was für Radfahrer? Nach den Sommerferien wollen wir die Umsetzung unseres Verkehrskonzepts angehen, das wir mit umfangreicher Bürgerbeteiligung erarbeitet haben. In dem Zusammenhang spielt natürlich auch der Lärmaktionsplan eine Rolle.

-Wie steht Inning in zehn Jahren da?
Ich habe die Hoffnung, dass wir mit unserem Verkehrskonzept bis dahin eine wirkliche Verbesserung erreicht haben. Auch wenn wir realistisch sein müssen, dass dann vermutlich immer noch mehr als 12 000 Fahrzeuge am Tag durch unseren Ort fahren. Vielleicht bringt in diesem Zusammenhang ja auch die Weßlinger Umfahrung etwas. Dann wollen wir längst die Erweiterung des Sportzentrums haben. Da bin ich zuversichtlich, dass uns das schon viel früher gelingt.

-Wie wird sich die Flüchtlingsthematik entwickeln?
Das ist schwer zu sagen. In erster Linie bin ich einmal froh und dankbar über die außerordentlich gute Arbeit der Nachbarschaftshilfe und des Helferkreises Asyl. Die managen das wirklich toll. Unsere Containeranlage mit 96 Plätzen ist aktuell ausreichend.

-Welche drei Plätze in Inning sollte jeder Besucher gesehen haben?
Natürlich die Biergärten bei der Schiffsanlegestelle in Stegen, wo man richtig die Seele baumeln lassen kann. Von da aus kann man sich auch auf unsere Nordic-Walking-Route begeben, die nach Buch und Schlagenhofen führt. Nicht vergessen darf man unsere Rokoko-Kirche St. Johann Baptist. Sicher eines der schönsten Gotteshäuser im weiten Umkreis. Und auch unser Wörthseeufer. Ein Drittel des Sees gehört ja quasi zu Inning. Das Badegelände und Erholungsgebiet Oberndorf ist sehr zu empfehlen.

Das Gespräch führte Peter Schiebel

 

Süddeutsche Zeitung 18.08.2016

Das neue Wir-Gefühl
Interview von Christiane Bracht

Inning hat gewonnen. Der Preis: 2000 Euro vom Landrat. Zu verdanken hat die Kommune ihre Auszeichnung dem Gemeinderat. Alle 17 Kommunalpolitiker haben sich auf den Sattel geschwungen, um drei Wochen lang Radkilometer beim Stadtradeln zu sammeln. Es war das einzige Gremium im gesamten Landkreis, das vollzählig bei der Aktion mitgemacht hat. Motiviert hat sie vor allen Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka. Die SZ sprach mit ihr über den Erfolg und die Folgen.

SZ: 2000 Euro sind eine hübsche Summe. Was will die Gemeinde damit anfangen?

Schüßler-Kafka: Wir wollen mit dem Gewinn dazu beitragen, eine E-Bike-Ladestation in Inning zu installieren. Das war unser Ziel und wir haben es erreicht. Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben.

Ist eine solche Station überhaupt nötig?

Die Bürger freuen sich, wenn sie mobil sein können. Durch die E-Bikes haben auch ältere oder nicht mehr so fitte Leute die Möglichkeit, um den Ammersee herum zu fahren, egal ob sie den Berg hinauf müssen oder nicht. Es ermöglicht ihnen, gesunde Freizeit zu erleben. Sogar mein Papa fährt mit 85 Jahren noch zum Stall raus, wenn er es einfach rollen lassen kann. Und dann ist es auch eine touristische Geschichte. Viele unternehmen Radwanderungen, wenn sie hier sind. Es kommen aber auch Tagesausflügler mit E-Bikes. Das E-Bike ist auf dem Weg, hip zu werden.

Haben Sie auch eins?

Nein. Aber es wird eins geben. Ich bin jetzt 52 Jahre alt. Meinem Mann habe ich noch ein Rad ohne E-Antrieb geschenkt und ihm gesagt, das wird das letzte dieser Art sein. Da war er erst beleidigt, später hat er gelacht. Aber wenn man nicht mehr gehen kann und nicht mehr radeln, dann ist das eine gute Alternative.

Was schätzen Sie, wie viele E-Bikes gibt es in Inning?

Lassen Sie mich überlegen: mindestens 50. Die Gemeinde hat auch eins. Es wird fleißig genutzt vom Bürgermeister bis zum Gemeindeangestellten. Damit fahre ich zum Beispiel immer nach Starnberg, zum Beispiel zur Awista-Sitzung. Das ist toll. Auch das haben wir 2013 beim Stadtradeln gewonnen. Da ist die E-Bike-Station die logische Fortsetzung. Aber die Station soll, wie gesagt, auch für Touristen sein, die ihr E-Bike dabei haben. Inning ist schließlich eine Tourismusgemeinde und da gehört so ein Angebot dazu.

Ladestationen für E-Autos gibt's im Landkreis ja schon mehrere. Wäre das die erste für E-Bikes?

Nein. In Tutzing und Pöcking sind schon welche. Aber Vorreiter sind wir trotzdem: Unsere Ladestation ist als einzige, die durch den eigenen Schweiß aus der Mitte des Gemeinderats entstanden ist. Wir haben sie uns erarbeitet.

Das war sicher nicht so leicht.

Man braucht ein Ziel, und das muss erreichbar sein. Natürlich haben einige erst gezögert, als ich sie zum Radeln bewegen wollte. Andere haben gemeint, sie fahren so wenig, dass es nichts bringt und dann gab's die Untertreiber. Aber ich bin enthusiastisch. Und was auch wichtig ist, um zu überzeugen: Man muss glaubwürdig lebenund das, was man von anderen fordert, wirklich wollen. Manche sind nur 17 oder 20 Kilometer gefahren, aber es gibt hier keinen Maßstab. Unser Motto war: Jeder Kilometer zählt.

Sie sind, wie man hört, eine große Radlerin und allein fast 1000 Kilometer gefahren.

Ich bin nicht groß. Ich bin nur 1,65 Meter. Aber es stimmt, ich radel gern und viel. In Inning erledige ich alles mit dem Rad. Aber alleine hätte ich es nicht schaffen können, auch wenn ich viel fahre. Ich bin nur ein Zacken am Ritzel, wie andere auch. Das Wir ist wichtig. Beim Stadtradeln haben wir ein richtiges Wir-Gefühl entwickelt im Gemeinderat, und das hält noch immer an. Es ist eine positive Aufbruchstimmung. Ich bin keine Träumerin, auch wenn es sich so anhört. Aber von der Begeisterung fürs Radeln, die ich weitergegeben habe, kommt jetzt etwas zurück. Und jeder kann stolz auf das Erreichte sein.

Was denken Sie, wie lange wird es dauern, bis die Ladestation errichtet werden kann? 2000 Euro reichen sicher nicht dafür.

Als Allererstes brauchen wir den offiziellen Beschluss des Gemeinderats. Der Antrag wird bei der nächsten Sitzung im September beraten. Ich habe die Idee ins Spiel gebracht und die machbaren Möglichkeiten geprüft. Entschieden wird im Gemeinderat. Aber da bin ich guter Hoffnung, vor allem, weil wir gemeinsam parteiübergreifend dieses Ziel anvisiert und erreicht haben. Ich war bei unserem Stromlieferanten, den Stadtwerken Fürstenfeldbruck, und habe das Projekt vorgestellt. Da habe ich offene Türen eingerannt. Sie zahlen den Rest und sponsern auf diese Weise die Säule. Da war ich baff. Ende September soll sie kommen.

Wie muss man sich die Station vorstellen?

Es wird eine 1,70 Meter große Säule sein mit drei relativ großen Fächern. Jedes soll zwei Steckdosen haben, in die ein Akku hineinpasst. Außerdem können dort Helm und Rucksack verstaut werden. Wir gehen davon aus, dass viele zu zweit unterwegs sein werden. Wenn nicht, kann man auch sein Handy dort laden. Wichtig ist, dass man die Fächer absperren kann, denn der Akku ist das teuerste am E-Bike. Sein Radl wird man daneben anbinden können, damit man gemütlich Rast machen kann. Ich wünsche mir noch ein weiteres großes Fach, in das eine Standpumpe und ein Schraubenzieher reinpassen - quasi als Erste-Hilfe-Kasten. Natürlich soll auch dieser einen Schlüssel haben, sonst ist der Inhalt gleich weg.

Wo soll die Säule denn stehen?

An der Hauptstraße, Ecke Münchner Straße gleich gegenüber dem Café Hutter und dem Bachwirt. Dort sollen dann auch die Schlüssel hinterlegt sein.

Und wie viel soll eine Aufladung kosten?

Eine Stromladung entspricht einem Kilowatt. Das sind etwa 15 Cent. Ich denke, es ist einfacher, wenn wir das als Gemeinde zahlen. Wir haben Sonderkonditionen, und finanziell ist es tragbar. Der Gemeinderat entscheidet, wie bereits gesagt, im September darüber. Ich gehe davon aus, dass man die E-Mobilität voranbringen will. In Inning wurde in der Vergangenheit sehr kontrovers über den Verkehr diskutiert. Mit dieser Aktion zeigen wir, dass es gemeinsam geht. Radeln entlastet, wenn auch in geringem Maße, den Verkehr. Ein Ziel erreicht man nur, wenn man einen Schritt vor den anderen setzt.

 

Kommentar

Harte Realität
Von Otto Fritscher

Lange war sie ein Vorzeigeprojekt, das in Sonntagsreden immer gerne erwähnt wurde: die geplante Geothermieanlage bei Bernried. Dieses Projekt, man muss dies wohl so deutlich sagen, ist nun an vielerlei Widerständen gescheitert. Zwar liegt Bernried nicht im Landkreis Starnberg, aber am Starnberger See, und deshalb hat das Scheitern der Geothermie Strahlkraft in den Landkreis hinein, der sich bis zum Jahr 2035 energieautark gemacht haben will. So der Beschluss des Kreistags. Das ist ein hehres Ziel, doch die Realität sieht anders aus.
Zum Beispiel Windkraft: Die vier Windräder hat die Gemeinde Berg gegen erbitterte Widerstände durchgefochten, doch von der einstigen Windkraft-Euphorie ist nichts übrig geblieben. Die gültigen Abstandsregelungen erlauben im Fünfseenland kaum neue Windräder, und weitere Planungen würden ohnehin schon durch den zu erwartenden Widerstand im Keim erstickt. Offenbar haben die Gegner der Windkraftanlagen schlechte Augen, denn dass eine bestehende Hochspannungsleitung quer durch die Landschaft - wie etwa bei Unterbrunn - besser aussieht als ein Windrad, das ist nicht ersichtlich.
Zum Beispiel Mobilität: Nicht viel besser sieht es bei diesem wichtigen Bereich der Energiewende aus. 130 Elektroautos gibt es im Landkreis gegenüber mehr als 80 000 Benzinern. Auch der Zuschuss der Bundesregierung zum Kauf eines Elektroautos zeigt nicht die gewünschte Wirkung, ein E-Auto ist den meisten Bürgern auch mit 4000 Euro Zuschuss nicht schmackhaft zu machen. Der Vergleich sei erlaubt: Wer kein Gemüse mag, der isst auch keines, selbst wenn es besonders billig ist. So sieht das auch mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr aus: Nahezu jeder Bauernhof ist inzwischen im Stundentakt mit einem Bus zu erreichen, von früh morgens bis spät abends. Aber die meisten Busse kutschieren in den Randzeiten leer oder höchstens mit zwei, drei Passagieren durch die Gegend. Ein Luxus, den sich der Landkreis noch erlaubt. Im Gegenzug werden dringend notwendige Straßensanierungen auf die lange Bank geschoben.
Wenn es so weitergeht, steht die vollmundig propagierte Energiewende schon bald vor dem Aus. Denn eine Politik, die an den Bedürfnissen und Wünschen der Mehrheit der Bürger vorbeigeht, ist zum Scheitern verurteilt.

 

Starnberger Merkur 06.08.2016

Eine elektrisierende Idee
E-Bike - Inninger Gemeinderat will Preisgeld vom Stadtradeln in Ladestation investieren – Hilfe von Stadtwerken
VON Michèle Kirner

Inning – Beim Stadtradeln treten Innings Gemeinderäte traditionell einheitlich und mit voller Kraft in die Pedale. Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka will am liebsten das ganze Dorf überzeugen, mehr Rad zu fahren. Und sei es ein E-Bike. Das jüngste Stadtradl-Preisgeld soll nun für eine der wenigen E-Bike-Ladestationen im Landkreis eingesetzt werden.
2013 erradelte sich der Gemeinderat das Prädikat des deutschlandweit „fahrradaktivsten Kommunalparlaments“ ein. Der Lohn war ein Elektroradl, das seither im Rathaus kräftig in Gebrauch ist. Auch in diesem Jahr überzeugten die Inninger. Alle Gemeinderäte inklusive Bürgermeister Walter Bleimaier erstrampelten exakt 130,2 Kilometer pro Nase und wurden damit „radaktivstes Kommunalparlament“ – diesmal mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro (wir berichteten).
Monika Schüßler-Kafka hatte schon Anfang Juli mit dem ersten Platz gerechnet, als sie laut davon sprach, mit dem Preisgeld die Fließkraft des Inninger Baches über eine öffentlich zugängige E-Bike-Station in den Akku der E-Radl einzuspeisen. Auf dem Gemeindegrundstück eingangs des Toni-Mang-Rings sollte der Traum wahr werden – und scheiterte am Tiefgang. „Mindestens 30 Zentimeter muss der Bach dafür tief sein“, bedauert die sportliche Vize-Brgermeisterin. Mehr als 16 Zenitmeter gibt das Bachbett in Inning nicht her. Aber die sportliche Kommunalpolitikerin wäre nicht sie, wenn sie diesen Traum deshalb einfach aufgeben würde. „Wir bleiben dran“, betonte sie und bekam Unterstützung von Berthold Reiß der Stadtwerke Fürstenfeldbruck. „Die Technik entwickelt sich immer weiter. Irgendwann sind Tiefe und Gefälle kein Thema mehr.“
Immerhin soll der Plan B – zumindest teilweise – auch Wasserkraft getrieben sein, denn Inning bezieht über die Stadtwerke seit einigen Jahren 100 Prozent Ökostrom aus regenerativen Quellen. Monika Schüßler-Kafka rannte mit ihrer Idee für eine E-Bike-Ladestation offene Türen ein. Obwohl sie mit der fest installierten statt der mobilen Variante und einigen Extras „den Porsche“ im Sinn, aber nur 2000 Euro in der Tasche hatte. Die gewünschte Ladestation allerdings ist deutlich teurer, hinzu kämen dort notwendige Anlehnvorrichtungen für jeden Radtyp. Drei abschließbare Kästen mit jeweils zwei Steckdosen, eine Pumpe und ein „Erste Hilfe-Kit“ fürs Fahrrad schweben der VizeBürgermeisterin ebenfalls vor. Den Saft könnte die von den Stadtwerken gelieferte Station vom Stromkasten auf der anderen Straßenseite beziehen.
Reiß ließ sich von der Begeisterung anstecken und schlug ohne Zögern ein, versprach sogar, sich „ordentlich“ an den Kosten für das mindestens doppelt so teure Modell zu beteiligen. Den Schlüssel gibt es voraussichtlich im „Café Huttner“ beziehungsweise der Griechischen Taverne „Bachwirt“. Läuft alles wie geplant, könnten die E-Biker dort schon Ende September eine Tankdauer lang die Beine hochlegen, während der Akku sicher verschlossen eine Ladung Strom abkriegt. Die Stromkosten übernimmt die Gemeinde.

 

Süddeutsche Zeitung 05.08.2016

Von heute auf morgen
Von Amelie Plitt

Nach einer lebensbedrohlichen Diagnose ist im Alltag von Familien plötzlich alles anders. Fragen schießen einem dann durch den Kopf: Wird mein Kind überleben? Stirbt mein Partner? Muss ich meinen Beruf aufgeben? Wer kümmert sich um die Geschwister? Unterstützt uns der Staat finanziell? Viele Familien fühlen sich in einer solchen, meist unerwarteten Situation überfordert. Hier setzt das neue Pilotprojekt der Fachstelle "Fanki Fünfseenland" an: "Fanki" wurde von der Stiftung "Ambulantes Kinderhospiz München" (AKM), in Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe Inning, für pflegende Familien im Landkreis Starnberg, Landsberg am Lech, Weilheim und Fürstenfeldbruck gegründet und am 1. April in Inning eröffnet. Die Bezeichnung "Fani" setzt sich aus den drei Tätigkeitsschwerpunkten der Fachstelle zusammen: Familienberatung, Nachsorge und Krisenintervention.
Christine Bronner, Geschäftsführerin des AKM erklärt: "Unsere Initiative richtet sich an schwerkranke und schwerbehinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch an schwerkranke Eltern mit minderjährigen Kindern sowie Schwangeren mit lebensbedrohlichen Prognosen für ihr Kind." Die Ansprechpartner und ehrenamtlichen Helfer unterstützen und beraten die Familien in ihrem gewohnten Umfeld (Angehörigenarbeit). Bronner skizziert, dass es bereits bayernweit über 100, von der Bayerischen Staatsregierung geförderte, Fachstellen für pflegenden Angehörige ab dem 50. Lebensjahr gebe, ein analoges Modell einer Beratungsstelle für jüngere Betroffene habe es bis dato jedoch nicht gegeben.
"Bei den unter 50-Jährigen konnte ich immer eine Überforderung erkennen, sie wussten nicht, wohin mit ihren Sorgen. Wenn sie Glück hatten, bekamen sie einen großen Stapel Flyer in die Hand gedrückt und ein bisschen Pflegeberatung - und das war's dann." Mit dieser Situation wollte sich die Geschäftsführerin des AKM aber nicht zufrieden geben. Die Betroffenen seien psychisch komplett überfordert, sie würden am Anfang eine traumatische Krise durchlaufen, erklärt Bronner. Barbara Schachtschneider, Leiterin der Fanki-Fachstelle Fünfseenland sagt, dass zu der seelischen Belastung auch die administrative Überlastung dazu komme: "Unsere Mitarbeiter brauchen ein Jahr, um sich in die Thematik einzuarbeiten, die Angehörigen werden von heute auf morgen damit konfrontiert."
Schachtschneider skizziert einen aktuellen Fall, wo sie eine ältere Dame aus der Ammersee-Region kontaktierte und ihr mitteilte, dass ihr 27-jähriger Schwiegersohn, Vater von zwei kleinen Kindern nach einem Autounfall mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma auf der Intensivstation liege und sie nicht wisse, was nun zu tun sei.
Man müsse sich das so vorstellen, dass die Denk- und Handlungsfähigkeit der Betroffenen in einem solchen Moment aussetze und sie orientierungslos nach Hilfe suchen würden, beschreibt Bronner. In dieser scheinbar ausweglosen Situation setzt das Pilotprojekt an, um die Betroffenen durch gezielte Beratung und Betreuung wieder reaktionsfähig zu machen.
Schachtschneider kann sich nicht erinnern, dass es seit Beginn des Projekts einen Tag gab, wo niemand anrief: Aktuell helfe Fanki rund 30 Familien, womit es schon jetzt auf große Resonanz stoße, freut sich Schachtschneider. "Die häufigsten Fälle sind Stoffwechselerkrankungen, neurologische Patienten und Krebspatienten", konstatiert die Geschäftsführerin des AKM.
Aktuell werden die Leistungen des Pilotprojekts ausschließlich durch Spenden finanziert. Bisher seien schon Unkosten von etwa 80 000 Euro entstanden, sagt Schachtschneider. Dankbar wären sie und Bronner über mehr Großspender. Um den Familien aber langfristig umfassend helfen zu können, sei das angestrebte Ziel eine staatliche Förderung der Fachstelle, analog der staatlich geförderten Projekte für pflegende Angehörige ab 50 Jahren, illustriert Bronner.

 

Starnberger Merkur 03.08.2016

In der Wolfgasse beginnen Bauarbeiten

Für die Anwohner des Fuchswegs und der Wolfgasse im Inninger Ortsteil Buch wird es ernst: Der Ausbau beider Straßen hat begonnen. Der Gemeinderat hatte erst vor wenigen Monaten einen neuen Straßenausbauplan beschlossen und darin diesen beiden Vorhaben Priorität eingeräumt. Die Anlieger müssen nun nicht nur mit zum Teil erheblichen Kosten rechnen, sondern auch Verkehrsbehinderungen in Kauf nehmen.
Da es sich um einen erstmaligen Ausbau handelt, müssen die Anlieger 90 Prozent der Kosten übernehmen. Wie viel die Grundstückseigentümer bezahlen müssen, kann noch niemand sagen. In die Berechnungen müssten Grunderwerbskosten eingerechnet werden, erklärte Bürgermeister Walter Bleimaier. Zum Teil handele es sich um uralte Verträge, "und bei jedem einzelnen sind die anders." Feststeht allerdings, dass im Zuge des Ausbaus auch Glasfaserkabel verlegt werden können, die den Anwohnern eine schnellere Internetverbindung ermöglichen; für diese Kosten müssen sie aber selbst aufkommen.
Die Straße wird in Abschnitten ausgebaut. So muss unter anderem der Unterbau von Fuchsweg und Wolfgasse erneuert werden, die Straßenentwässerung sichergestellt, die Beleuchtung erneuert und anschließend die Oberfläche asphaltiert werden. An noch nicht bebauten Grundstücken werden Versorgungsleitungen für Strom, Telefon und Wasser verlegt. In einem Teilstück des Fuchswegs werden zudem der Schmutzwasserkanal und die Wasserleitung verlängert. Der nördliche Bereich der Wolfgasse zwischen Fuchsweg und Schlossstraße bekommt eine neue Hauptwasserleitung.
Während der Bauarbeiten dürfen beide Straßen nur von den Anliegern befahren werden. Die Arbeiten sollen im Spätherbst abgeschlossen sein.

 

Inning und eine Umgehung: Der Kampf geht munter weiter
Verkehrszählung befeuert Meinung der Pro-Inning-Seite

Inning – Die Fronten der Gegner und Befürworter einer Umgehungsstraße für Inning bleiben auch nach dem jüngsten Bürgerentscheid contra Umgehung verhärtet. Herbert Klausnitzer von Pro Inning ist nach der Veröffentlichung des aktuellen Gemeindeblatts der Meinung, „die Gemeinde Inning outet sich mit der tatsächlichen Verkehrsbelastung“.
Primär geht es in dem aktuellen Beitrag um die Beobachtung von Schülerlotsen an der Fußgängerampel Herrschinger Straße. Die freiwilligen Helfer hatten sich die Mühe gemacht, diejenigen Autofahrer zu dokumentieren, die das Rotlicht überfahren. Hinzugezogen wurden zugleich Tempomessungen im Zeitraum vom 1. Juni bis 15. Juli. Nur acht Prozent der Messungen in der für Schulweghelfer relavanten Zeit von 7 bis 8 Uhr waren schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer. Autorin Anja Wagatha freute sich zudem, dass es nur zwei „Rotlichtverstöße“ gegeben habe. „Ich hatte gedacht, es sind deutlich mehr“, räumt sie ein.
Klausnitzer als weiterhin kämpferischer Befürworter einer Umgehung bezieht sich allein auf die zu dieser Veröffentlichung platzierten Diagramme. „Fakt ist, dass von den an der Durchgangsstraße installierten Geschwindigkeitsmessgeräten immer behauptet wurde, sie seien ungeeignet für eine Verkehrszählung, da bei zwei dicht aufeinanderfolgenden Kfz nur eins gezählt wird. Demgegenüber stehen jetzt die detaillierten Diagramme“, stellt er verwundert fest. Monika Schüßler-Kafka, die Bürgermeister Walter Bleimaier zurzeit vertritt, versteht die Aufregung nicht, „uns geht es um Transparenz“. Das Gerät mache sogar Unterschiede zwischen Lkw, Motorrädern und Autos, weiß sie. Auch der im Rathaus zuständige Sachbearbeiter sagt, die Zählung gebe „relativ gute Anhaltspunkte“. Allerdings beziehe diese Zählung den innerörtlichen Ver kehr mit ein, „also auch die Fahrt zum Bäcker“, betont Monika Schüßler-Kafka. Und auch nur in eine Fahrtrichtung. Dies müsse berücksichtigt werden. Stümpfle wartet jedoch auf die Auswertung einer Zählung auch in die andere Fahrtrichtung, die das Landratsamt durchgeführt hat. „Die Auswertung liegt mir noch nicht vor.“
Auch ohne dieses Ergebnis fühlt sich Klausnitzer in seiner Prognose bestätigt: „Mehr als 10 000 Fahrzeuge pro Tag für eine Fahrtrichtung, also über 20 000 Fahrzeuge pro Tag für beide Fahrtrichtungen sprechen eine deutliche Sprache.“
Die zweite Bürgermeisterin und Stümpfle wollen der Auswertung der zweiten Zählung nicht vorgreifen. Der innerörtliche Verkehr gehöre berücksichtigt. Ein Thema, das die zweite Bürgermeisterin als Sportlerin besonders umtreibt. „Wir müssen das Bewusstsein der Leute schärfen, das Fahrrad mehr zu nutzen.“ Diejenigen, die dies für zu gefährlich halten, verweist sie auf die laufenden Diskussionen zum Thema Verkehr. Wie berichtet, soll die Fahrbahn auf der Hauptstraße optisch verengt werden, damit sie Radler Platz bietet. Für so genannte Fahrradschutzstreifen ist die Straße nicht breit genug.
Klausnitzer lässt dennoch nicht locker: „Bei einem derartigen Verkehrsaufkommen ohne Möglichkeiten zur Lärmreduzierung wäre es für die Gemeinde angebracht, einen Antrag zu stellen, dass die Umgehungsstraße im Ausbauplan für Staatsstraßen wieder in die Dringlichkeitsstufe 1 hochgestuft wird.“ grä

Anmerkung Monka Schüsser-Kafka: ...damit sie Radler Platz bietet..
Im Artikel wurde das von Frau Gräpel nicht richtig wiedergegeben 
Ich habe ihr deutlich gesagt, dass die optische Verengung keinen Streifen für Radler darstellt 

 

Starnberger Merkur 02.08.2016

Schöner Abschluss
Von Amelie Plitt

stadtradeln-2016-siegerehrung"Das Stadtradeln des Landkreises Starnberg war, trotz des unbeständigen Wetters, ein großer Erfolg." Zu diesem Schluss kommt Herbert Schwarz, Stadtradel-Koordinator und Umweltberater des Landratsamtes Starnberg, der die Preisverleihung des Stadtradelns im Gautinger Rathaus moderierte. Viele der diesjährigen Teilnehmer, die meisten widererwarten mit dem Fahrrad gekommen, feierten an diesem Abend den Abschluss der diesjährigen Aktion.
Unter dem Motto "Freizeit ab dem ersten Meter" ging es heuer ums Alltagsradeln. 4279 Fahrrad-Fans traten in den drei Aktionswochen vom 19. Juni bis 9 Juli kräftig in die Pedale und erfuhren insgesamt fast 604 000 Kilometer, womit sie etwas weniger aktiv waren als im Jahr zuvor (703 739 Kilometer). Das vom Landkreis ausgelobte Preisgeld von 2000 Euro für die Gemeinde mit dem radaktivsten Kommunalparlament gewann die Gemeinde Inning. Dort konnten alle 17 Parlamentarier motiviert werden, bei der Aktion mitzumachen. Die Zweite Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka, treibende Kraft in Inning, nahm die Urkunde und den Scheck entgegen. Sie konstatierte: "Ich freue mich sehr, dass der ganze Gemeinderat mitgeradelt ist, von dem Geld möchten wir eine E-Bike-Ladestation errichten."
Im regionalen Vergleich mit den zeitgleich angetretenen Nachbarlandkreisen liegt der Landkreis Starnberg vorne, auch im bundesweiten Ranking befindet er sich aktuell auf einem guten fünften Platz. Den Sieg für die fahrradaktivste Gemeinde mit den meisten Rad-Kilometern gesamt konnte Starnberg mit knapp 130 000 Kilometern für sich verbuchen, gefolgt von Gauting (110 507 Kilometer) und Weßling (69 243 Kilometer). Bezogen auf die Rad-Kilometer pro Einwohner lag Weßling, wie im vergangenen Jahr, an der Spitze (13,0 Kilometer). Die Kommune konnte durch das Preisgeld aus dem Jahr 2015 vor kurzem die erste Fahrrad-Reparaturstation des Landkreises am Weßlinger Bahnhof in Betrieb nehmen.
Bei der Ehrung der engagiertesten Teams ging die Auszeichnung für das radaktivste Ortsteilteam an D'Neuhauser aus Herrsching. In der Kategorie "Schulen" radelte sich das Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting an die Spitze. Bei den Kindergärten holte das Kindertreff aus Herrsching Gold. Das Unternehmen, das die meisten Fahrradkilometer zurücklegte, ist TQ-Systems aus Seefeld. In der Wertung "Vereine" erzielte das Seniorentreff Starnberg den ersten Platz, in der Gruppe der radaktivsten Ämter und Verwaltungen die Mannschaft des Landratsamtes. Das ambitionierteste Team mit den meisten Radl-Kilometern je Teammitglied war das Forum Eine Welt in Gauting mit knapp 1500 Kilometern pro Teilnehmer.
Die Aktion soll zum Klimaschutz und zum Ausbau der Radler-Infrastruktur des Landkreises beitragen. Nächstes Jahr geht's dann, bei hoffentlich sonnigerem Wetter, in die nächste Radl-Runde.

 

Starnberger Merkur 29.07.2016

Breitband, Wind und Schifffahrt

Inning – Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Inninger Gemeinderat abzuarbeiten. Einstimmig beschlossen die Bürgervertreter, den Ausbau des Breitbandkabelnetzes fortzusetzen. Christian Hochhuber von der ausführenden Firma IK-T empfahl einen weiteren Durchlauf durch das Breitband-Förderprogramm des Freistaats, um die Lücken in der Versorgung baldmöglichst zu schließen. Im Fuchsweg und der Wolfgasse sollen im Zuge des Ausbaus gleich die Leerrohre für die Glasfaseranbindung verlegt werden.
Dass der Landungssteg 2 in Stegen wegen des neuen Schiffes schmaler und kürzer werden soll, nahmen die Räte mit einem Schulterzucken hin. Doch dass das neue Schiff wieder „Utting“ heißen soll und nicht „Inning“ oder „Stegen“, erzürnte die Gemeindevertreter dann doch. Das sei allerdings die Entscheidung der Seenschifffahrt, da könne man wohl nichts machen, meine Bürgermeister Walter Bleimaier.
Von der Windkraft wollen die Inninger derzeit noch die Finger lassen. Dennoch hat der Gemeinderat beschlossen, die Sicherungsentgelte für die auf dem Gemeindegebiet liegenden möglichen Grundstücke weiter zu bezahlen. Walter Bleimaier: „So sichern wir uns die Grundstücke, falls die Gemeinde sich doch irgendwann für den Bau eines Windrades entscheidet, und wir verhindern, dass ein privater Investor eines baut“. Andreas Diethelm (CSU) und sein Fraktionskollege Thomas Bauer hielten das Geld, immerhin rund 3000 Euro, für rausgeschmissen. Man könne es besser in den Kindergarten investieren. Barbara Wanzke (Grüne) sah die Gefahr der privaten Investoren darin, dass die Gemeinde dann weder Einfluss noch Nutzen davon hätte. Die Entscheidung fiel mit 8:7 knapp für die Sicherung der Grundstücke aus.  nus

 

Pension würde geduldet
gottschalk-villa

Inning – Was aus der Gottschalk-Villa am Stegener Berg werden soll, darüber wurde im Rahmen des Bebauungsplanes „Westlich der Landsberger Straße“ diskutiert. Zum Hintergrund: Die Familie Gottschalk hatte sich 2012 mit der Frage an die Gemeinde gewandt, ob auf dem Grundstück auch eine anderweitige Bebauung möglich sei. Die Villa, inzwischen rund 80 Jahre alt, sei inzwischen marode, feucht und nicht mehr gut zu bewohnen. Nun sei im Gespräch, vier exklusive Häuser auf dem Areal zu errichten, nach außen nicht sichtbar, da der Grüngürtel um das Grundstück auf jeden Fall erhalten bleiben soll.
Die eingegangenen Einwendungen von Behörden und Bürgern waren schnell abgehandelt. „Nur redaktionelle Anpassungsarbeiten“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Andreas Sauer. Die Behörden haben dem Bebauungsplan zugestimmt. Der Flächennutzungsplan wird aktuell angepasst. Was die Gemeinderäte in diesem Zusammenhang ausgeschlossen haben: „Wir wollen auf diesem Grund keinen Hotelbetrieb.“ Mit einem kleineren Beherbergungsbetrieb, etwa einer Pension, seien sie hingegen einverstanden.  nus

 

Starnberger Merkur 28.07.2016

Zu groß und darum abgelehnt

Bedarf an Wohnraum versus Verdichtung – auch in Inning wird dieses Thema heiß diskutiert. So hatte der Gemeinderat über einen Bauantrag für vier Doppelhaushälften mit Tiefgarage in Bachern zu entscheiden. „Wie eng soll es denn noch werden? Jeder legt noch eine Schippe drauf“, beschwerte sich Thomas Bauer (CSU). Johann Ritzer (FBB) hingegen meinte, es gäbe deutlichen Bedarf an Wohnraum in Inning, und dem müsse man auch begegnen. Die Nachverdichtung in diesem Fall sei schon enorm, bestätigte Bauamtsmitarbeiter Konrad Meichelböck. Der Antragsteller hat, um der gemeindlichen Stellplatzverordnung Genüge zu leisten, eine Tiefgarage geplant. „Gegen diese massive Verdichtung und die Tiefgarage haben sich natürlich die Nachbarn gewehrt“, so Meichelböck, „dabei sieht man die eigentlich nach Fertigstellung überhaupt nicht mehr.“ Ein strittiger Fall, zeigte auch die Diskussion unter den Räten. Bürgermeister Walter Bleimaier schlug vor, den Antrag abzulehnen: „Das Bauvorhaben ist einfach zu groß.“ Somit liegt der Antrag nun beim Kreisbauamt und wird dort geprüft. Konrad Meichelböck: „Es ist möglich, dass dort der Antrag befürwortet wird, dann haben wir ihn nach der Sommerpause wieder auf dem Tisch.“  nus

 

Starnberger Merkur 26.07.2016

Freie Fahrt für das „Westbündel“

Der Kreistag hat gestern Vormittag den Weg frei gemacht für eine Neuordnung des Busverkehrs im westlichen Landkreis, das „Westbündel“. Im Dezember 2017 gehen die Linien in Betrieb. - ÖPNV - Von Sebastian Tauchnitz

Landkreis – Damit verbunden sind neben einer spürbaren Verbesserung der Verbindungen auf Mehrkosten von gut 1,4 Millionen Euro pro Jahr. Auch deswegen wurde allerdings die Einrichtung der neuen Expressbuslinie von Weßling über Gauting nach Großhadern auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Diese allein hätte einen zusätzlichen Zuschussbedarf von rund 475 000 Euro pro Jahr produziert.
Vorangegangen war dem eine umfangreiche Debatte im Kreistag. Diese entzündete sich vor allem daran, ob die neuen Linien auch am Wochenende verkehren sollen oder nicht. Der Bürgermeister der Gemeinde Berg, Rupert Monn (CSU), wollte Kosten sparen: „Wir müssen uns fragen, was uns die ganze Sache wert ist.“ Denn: „Da sind wir ganz schnell bei ein oder zwei Prozent mehr Kreisumlage.“ Die Einrichtung der Expressbuslinie X910, die für zahlreiche Pendler aus dem Münchener Süden eine immense Erleichterung bedeuten würde, lehnte er rundweg ab.
Das sah auch Andreas Lechermann (CSU) so, aber aus anderen Gründen. Denn wenn in den kommenden Jahren auf der A 96 gebaut werde, stehe auch der Expressbus im Stau: „Das lohnt sich erst, wenn Gilching die Begleitstraße gebaut hat.“ Ansonsten dürften aber keine Abstriche bei der Versorgung gemacht werden – auch am Wochenende. Denn „wir haben in den anderen Bereichen des Landkreises das Angebot spürbar erweitert. Und es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz.
Dr. Oswald Gasser (FDP) zweifelte auch an, ob die Linien am Wochenende wirklich betrieben werden muss. „Bisher gibt es dort auch kaum Busse am Wochenende. Und wir würden 130 000 Euro pro Jahr sparen“ meinte er. Das wiederum brachte Barbara Wanzke (Grüne) auf die Palme: „Sie wohnen direkt an der S-Bahn, Herr Gasser. Für uns Inninger wäre es indes ein historischer Tag, wenn wir ordentlich an den ÖPNV angeschlossen werden.“
Sie wies darauf hin, dass eine funktionierende Linie am Wochenende auch helfen würde, die Autolawine zu reduzieren, die bei schönem Wetter nach Inning rollt: „Das wäre ein Badebus für die Münchener.“
Margarete Blunck (ödp) wies darauf hin, dass alle Schüler ab sofort MVV-Tickets besitzen. „Die schauen jetzt, welche Ziele sie erreichen können.“ Ähnlich argumentierte auch Bernhard Sontheim (FW) aus Feldafing: „Wir reden hier nur über die Zuschüsse, aber nicht darüber, dass diese sinken, wenn die Linien gut angenommen werden. Also machen wir es doch gleich gescheit.“
Das zeigt offenbar Wirkung: Einstimmig beschloss der Kreistag das „Westbündel“ mit dem Komplettservice am Wochenende. Ende 2017 geht es los.

 

Süddeutsche Zeitung 26.07.2016

Zweite Expressbuslinie verschoben
Von Wolfgang Prochaska

Trotz der in den kommenden Jahren wachsenden Schulden wollen die Kreisräte das Busnetz weiter ausbauen und damit Geld ausgeben. In der Sommersitzung des Kreistages am Montag genehmigten sie zusätzliche Buslinien für den westlichen Landkreis. Vor allem die Gemeinde Inning wird von Dezember 2017 an besser erreichbar sein. Ein stündlicher Busverkehr zwischen der Ammerseegemeinde und Weßling beziehungsweise Seefeld ist vorgesehen. Damit können die Inninger per Bus auch die S-Bahn erreichen. Die Inninger Kreisrätin Barbara Wanzke sprach von "einem historischen Schritt".
Beim geplanten Expressbus zwischen Weßling und der U-Bahnstation Großhadern stiegen die Kreisräte aber auf die Kostenbremse. Landrat Karl Roth (CSU) hatte schon gleich am Anfang angedeutet, dass ihm das jährliche Defizit von 500 000 Euro "zu viel" sei. Die Linie mache erst Sinn, wenn es eine Verbindungsstraße zwischen dem Sonderflughafen und dem Gewerbegebiet Gilching Süd gäbe. Den Bus in diesem Bereich über die Autobahn fahren zu lassen, bringe nichts. Der gleichen Meinung waren auch Andreas Lechermann und Rupert Monn (beide CSU). Während Monn an die steigenden Schulden des Landkreises erinnerte ("Wir können uns den Bus nicht leisten"), schlug Lechermann vor, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und erst wieder zu diskutieren, wenn Gilching die Verbindungsstraße gebaut hat. Das allerdings kann Jahre dauern. Die Grünen wie auch die SPD und Teile der CSU plädierten trotz des Defizits für die Einführung der Expresslinie. Anton Maier (Grüne) und Tim Weidner (SPD) brachten die Expresslinie zwischen Starnberg und Fürstenfeldbruck ins Spiel, die ein "Erfolgsmodell" sei. "Der neue Expressbus wird genauso erfolgreich sein und damit das Defizit senken", prophezeite Maier und erhielt großen Applaus von CSU-Kreisrat Max Stürzer. Auch Weidner glaubte an den Erfolg der neuen Linie. Das Thema schuf ungewöhnliche Koalitionen. Dennoch sprach sich eine Mehrheit dafür aus, das Thema auf Eis zu legen. "Wir müssen zeigen, dass wir mit Haushaltsmitteln sparsam umgehen", kommentierte FDP-Fraktionschef Oswald Gasser seine Ablehnung.
Bei den Buslinien für den westlichen Landkreis hatte es Susanne Münster, die Verkehrsmanagerin des Landkreises, leichter. Hier forderte nur die FDP eine Reduzierung der Ausgaben, zum Beispiel durch die Streichung der Busfahrten am Wochenende oder, als Kompromiss, am Sonntag. Münster hatte ausgerechnet, dass damit das jährliche Defizit von 1,47 Millionen Euro um etwa 130 000 Euro sinken würde. Würde man die Wochenendfahrten ganz streichen, lägen die Ausgaben des Landkreises bei 1,22 Millionen Euro. Münster hielt davon nicht viel. "Das sind Buslinien, die auch für Touristen interessant sind." Ihr fehle die Fantasie, sie am Wochenende zu streichen. Die Verkehrsmanagerin konnte am Ende aufatmen: Der Kreistag beschloss dann doch einstimmig das Buspaket für den westlichen Landkreis mit allen Fahrten.
Für ihr Engagement hatte Münster zuvor viel Lob und Komplimente erhalten. Peter Unger (Grüne) schlug sie als Verkehrsministerin vor, sollten die Grünen in Bayern einmal die Regierung bilden.

 

Starnberger Merkur 25.07.2016

Mit „Lebenslust“ Amokläufer Stirn geboten
historisches stegen - Buntes Treiben am Ufer des Ammersees mit Frühschoppen, Sautrogrennen, Torwand, Sackhüpfen und vielem mehr - von Michèle Kirner

Stegen – Zum dritten Mal feierte die Gemeinde Inning heuer ihr „Historisches Stegen“. Dabei hätten zwei Krisensitzungen das Ende der „Stegener Lebenslust“ am Samstag auf der Badewiese des kleinen Ortsteils am See bedeuten können. Die erste beriefen die Organisatoren Jutta Göbber vom Verein Heimatgeschichte Inning und Gemeinderat Jürgen Hatz am Donnerstag aufgrund der vorhergesagten Unwetter ein. Die zweite führten die Beteiligten und Bürgermeister Walter Bleimaier um 7 Uhr morgens nach dem Münchner Amoklauf durch. Im Raum stand, ob man unter dem Motto „Lebenslust“ so kurz nach der schrecklichen Bluttat noch guten Gewissens feiern konnte. „Wir haben es uns mit der Entscheidung nicht leicht gemacht“, bekannten die Organisatoren. Eine Gratwanderung zwischen Mitgefühl für die Betroffenen und der Frage, „lässt man sich unter Druck setzen und ändert den Lebensstil komplett“.
Die Entscheidung fiel pro Fest. Und so ließ die Wasserwacht Buch punkt 9 Uhr zwei Schlauchboote mit je zehn Insassen zu Wasser. Es waren die ersten von insgesamt sieben Booten, die die Amper abpaddelten. Und als eine Stunde später der Frühschoppen unter musikalischer Begleitung der Ramseer Musikanten startete, saßen die ersten Gäste schon an den Bierbänken. Unterdessen bauten die Inninger Vereine die Olympiade auf. Die Fahrt im Sautrog richtete der Bauernverband aus. Ein älterer Herr setzte sich optimistisch in voller Montur in das Gefährt – und ging gnadenlos unter. Die nächsten Mutigen stellten sich der spaßreichen Wackelpartie vorsichtshalber in Badehose und Bikini.
Der Sportverein Inning forderte die Kandidaten beim Kicken auf eine Torwand heraus und ließ sie über ein Trampolin springend auf einer Matte Purzelbäume schlagen. Mit Anlauf drehte sich dabei vorwiegend der Nachwuchs in allen Variationen. Unter Anleitung der Freiwilligen Feuerwehr löschten wenige Meter weiter die Anwärter auf einen der 21 Preise der Olympiade mit Eimern durch ein Fenster Feuer. Ein rein Fiktives, versteht sich. Auf dem Ammersee traten die Aspiranten in die Pedale des Tretboots der Wasserwacht um die Wette, konnten beim vom Kinderhaus Buch organisierten Sackhüpfen ihre Geschicklichkeit beweisen oder auf der Slackline der Montessori-Schule balancieren. Die Gruppe „Maverik Akrobatik“ der Privatschule trat unter Leitung von Lehrerin Heidi Kluthe mit dem „Zirkus der verlorenen Träume“ auf. Die 12- bis 16-Jährigen zeigten in dem selbst erfundenen und tiefgründigen Stück beeindruckende Gesangsstärke und zirkusreife Akrobatikeinlagen. Abgerundet wurde das Event mit einer Beachparty, auf der die Gruppe Flörbs und DJ Thomas Engelmann für Stimmung sorgten, die ELS-Systems technisch betreute – übrigens alles Landkreisbürger.
Der nächste Veranstaltungstermin im Rahmen „Historisches Stegen“ heißt „Kunterbunte Zeitreise“, 21. bis 23. Oktober.

 

Süddeutsche Zeitung 25.07.2016

Lebenslust statt Wetterfrust
Von Astrid Becker

Sie haben eineinhalb Jahre geplant und organisiert, die Inninger Vereine - und doch wäre einer der Höhepunkte ihres Festjahres "Historisches Stegen 2016" buchstäblich fast ins Wasser gefallen. Denn die Wetterprognosen für den Ammersee waren ebenso wenig rosig wie für den Rest Südbayerns und so wurde auch noch am Freitagnachmittag, weit vor dem Amoklauf in München, bereits heftig darüber diskutiert, ob das Fest denn überhaupt stattfinden könne. Tatsächlich war es der schlechten Witterung geschuldet, dass die "Stegener Lebenslust", wie die Veranstaltung auf der Badewiese überschrieben war, nicht immer ganz plangemäß ablaufen konnte.
Bereits am Vorabend fegte ein heftiger Sturm über den Ammersee, was den Ablauf des nächsten Tages etwas durcheinanderwirbelte. Denn ursprünglich sollte bereits am Freitag die neun auf sechs Meter große Trailerbühne aufgebaut werden. Das Unwetter jedoch machte dies unmöglich, und so musste dieses Vorhaben auf Samstagvormittag vertagt werden - auf eine Zeit also, in der die ersten Besucher bereits in die Schlauchboote gestiegen waren, um mit diesen die Amper zu erkunden. Andere, die sich nicht von diesen Fahrten begeistern ließen, hatten sich zum Frühschoppen eingefunden, der von den Ramseer Musikanten stimmungsvoll untermalt wurde. Wer sich hier eingefunden hatte, konnte schnell eines feststellen: Großen Wert wurde hier auf Regionalität gelegt, besser gesagt sogar auf "Lokalität". Denn nahezu alles, was hier feilgeboten wurde und alle Menschen, die im Hintergrund zum Gelingen des Festes beitrugen, stammten aus der Gemeinde oder der näheren Umgebung. Da wären beispielsweise Gastronomen und Geschäftsleute zu nennen, die die Gutscheine stifteten, die bei der nachmittäglichen Olympiade zu gewinnen waren. An sechs verschiedenen Disziplinen musste man sich dafür messen - wie im Sautrogrennen, bei dem so mancher baden ging, im Dosenwerfen, im Sackhüpfen oder im Löscheimerfüllen.
Da war dann aber auch noch die Akrobatikgruppe Maverik der Montessori-Schule Inning, die einen eindrucksvollen Auftritt ablieferte. Alles hatten sich die Kinder und Jugendlichen dafür selbst ausgedacht, angefangen von der Choreografie bis hin zur Musik, die unter anderem die 15-jährige Dora Infante mit ihrer eindrucksvollen Stimme begleitete. Die Gruppe hätte eigentlich zwei Auftritte an diesem Tag absolvieren sollen, doch es blieb bei dem einen: Der Ablaufplan wäre sonst völlig durcheinandergeraten. Denn auch die Band "Flörbs", die am Abend mit ihren Cover-Nummern im Wechsel mit DJ Thomas die Beachparty bestritt, musste noch ihre Instrumente aufbauen und den Soundcheck absolvieren.
Dieser begleitete dann ein wenig das Picknick in Weiß, von dem sich die weiß und teilweise sogar historisch anmutend gekleideten Inninger auch von ersten Regentropfen nicht abhalten ließen. "Ganz getreu der Geschichte", wie Organisatorin Jutta Göbber anmerkte. Die Münchner hätten anno 1873 für so ein Picknick am See schließlich eine fünfstündige Fahrt auf sich genommen und sich dann auch nicht vom Wetter stoppen lassen. Eine kleine Pause, so gegen halb zehn, forderte der heftige Niederschlag dann doch - aber nur kurz. So von 22 Uhr an füllte sich die Badewiese wieder - gefeiert wurde schließlich bis um zwei Uhr nachts.

 

Starnberger Merkur 21.07.2016

Ein Tag voller Lebenslust
historisches stegen

Stegen – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Historisches Stegen 2016“ ist für kommenden Samstag, 23. Juli, von 9 Uhr bis 2 Uhr in der Nacht ein weiterer Höhepunkt geplant: Die Stegener Lebenslust, ein Tag für Jung und Alt. Eine ganze Liste an Aktivitäten soll einen Tag lang die Generationen ins schöne Stegen am Ammersee locken.
Los geht’s um 9 Uhr mit Amperfahrten (auch um 12 und 15 Uhr), um 10 Uhr beginnt ein Frühschoppen mit den Ramseer Musikanten, und um 14 Uhr startet eine Olympiade, bei der von Sautrogrennen über Torwandeschießen und Trampolinspringen alles geboten ist. Ab 17 Uhr schließlich wird es ein bisschen feiner: „Picknick in Weiß“ steht auf dem Programm, in Erinnerung an die beliebte Freizeitgestaltung um 1900. Bei leichter Unterhaltung traf man sich dazu gern in Weiß, was Kleidung,. Tischdecken und Geschirr betraf. Plastikgefäße sind hierbei nur zum Transport erlaubt, Plastik ist ansonsten verboten. Essen und Getränke können mitgebracht werden.
Um 19 Uhr schließlich beginnt eine Beachparty mit den Flörbs (ab 21 Uhr) und DJ Thomas Engelmann. Ein Shuttlebus zwischen Inning und Stegen macht das eigene Auto überflüssig, Haltestellen sind in Bachern (Mutz), Schlagenhofen, Buch (Rathaus), Inning (Obermühle, Marktplatz) und beim Badegelände in Stegen. Gegen schlechtes Wetter schützen mehrere Zelte eine Verschiebung des Termins ist bisher nicht vorgesehen.  hvp

 

Süddeutsche Zeitung 15.07.2016

Bis zum letzten Kilometer

Noch bis zum Samstag können Landkreisbürger die Radkilometer eintragen, die sie vom 19. Juni bis 9. Juli gefahren sind und so ihre Gemeinde in der Rangliste nach vorne bringen. Derzeit streiten Starnberg und Gauting um den ersten Platz. Unter den Kommunalpolitikern scheint Inning das Rennen zu machen: Alle 17 Gemeinderäte haben an der Aktion teilgenommen und erstaunliche 130 Kilometer zurückgelegt. Auf Platz zwei rangiert momentan Herrsching, auch dort haben sich 17 von 25 Gemeinderäten auf ihre Sattel geschwungen, um ein gutes Beispiel zu geben. Landrat Karl Roth hat einen Preis in Höhe von 2000 Euro ausgelobt für den Gewinner. In der Bundeswertung steht der Landkreis momentan auf Platz fünf, in Bayern auf Platz eins.

 

Starnberger Merkur 08.07.2016

Vorkaufsrecht gesichert
sieben-brückerl-weg

Inning – Wortwörtlich über sieben Brücken spaziert der Wanderer, wenn er zwischen Stegen und Buch die kürzeste Verbindung nimmt: den Sieben-Brückerl-Weg. Eine Idylle, die unter alten Bäumen und erhaben am Hangrücken am östlichen Ammerseeufer entlangführt – und in den aktuellen Plänen sozusagen in erster Seelage unten direkt am Ufer eingetragen ist. So wie in den Plänen eingezeichnet, hat die Gemeinde Inning Vorkaufsrecht. Auf die „zweite Seelage“ weiter oben nicht.
„Der Weg ist ab der Trockenschlucht nicht amtlich vermessen und verläuft überwiegend auf der Gemarkung Buch“, spezifizieren die Unterlagen, die den Räten in der jüngsten Sitzung vorlagen. Das soll sich jetzt ändern. Jüngst legte das Vermessungsingenieurbüro Tabellion die Grenzzeichen frei. In einem zweiten Schritt setzte das Landschaftsarchitekturbüro Treiber den Maßstab an und berichtigte die Wegführung in der Planzeichnung. Das Ergebnis fließt in die „vereinfachten Teiländerung“ des Bebauungsplans Schorn ein. Weil: „Wenn der Sieben-Brückerl-Weg im Bebauungsplan drin ist, haben wir eher die Möglichkeit auf ein Vorkaufsrecht“, begründete Geschäftsleiter Günter Gebauer den Vorgang auf Rückfrage. Und das Gremium war einstimmig dafür.  mk

 

Starnberger Merkur 07.07.2016

Nur neuer Belag statt komplett neuer Gehsteige
Reihenstrasse inning

Inning – Ein Anwohner hat am Dienstag in der Inninger Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt, die Gehwege in der Herrschinger Straße nicht zu erneuern. Aus Kostengründen: Gemäß der Erschließungsbeitragssatzung müssen nämlich die Anlieger 80 Prozent der Kosten schultern. In Anbetracht der Lärmsituation, der die Bewohner der Staatsstraße ausgesetzt sind, sah der Inninger das nicht ein.
Dem Antrag konnte freilich in dieser Form nicht stattgegeben werden – aber dieses Thema führte zu anhaltenden Diskussionen unter den Räten: Sollte eine Bürgerbeteiligung die Entscheidung bringen, ob der Gehweg in der Reihenstraße oberflächlich für wenig oder ausführlich und verbreitert für viel Geld saniert werden? Letzteres käme auf geschätzte 119 000 Euro – und dabei würden die Anwohner kräftig zur Kasse gebeten.
Angelika Wenisch (SPD) hatte den Zustand des ein Meter breiten Fußweges mit ihren Tageskindern getestet. Dabei nahm der Kinderwagen die gesamte Breite ein. Die anderen Kinder mussten entweder vorne oder hinten gehen. „Und die auf dem Gehsteig vor der Garage parkenden Autos mussten wir auf der Straße umgehen.“ Was macht da ein Rollstuhl- oder Rollatorfahrer?, wollte sie wissen. Ihre Idee, den Gehsteig auf gleiche Ebene der Fahrbahn zu setzen und farblich zu markieren griff Vizebürgermeisterin Monika Schüssler-Kafka (FWG) auf und sprach sich für einen verkehrsberuhigten Bereich aus, in dem alle Straßennutzer gleichberechtigt sind.
Parteifreundin Katrin Nicolodi (BIZ) schlug die so genannte „Weilheimer-Kante“ vor, also einen abgeschrägten Bordstein. „Dann müsste der Gehweg Autos und Lkw tragen“, ermahnte Bürgermeister Walter Bleimaier. „Eine teure Geschichte.“ Und wenn diese Variante dann ebenfalls den Bürgern vorgelegt werden müsste, dann „haben wir mehr Planungskosten als der Ausbau kostet“.
Von einer Bürgerbeteiligung hielt Thomas Bauer gar nichts. „Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht, der wir nachkommen müssen“, betonte der CSU-Mann und plädierte für eine Bestandssanierung. Dabei erhielt er Schützenhilfe von Johann Ritzer (FBB). „Das ist ein Sonderfall, denn die Fahrbahn ist in Top-Zustand. Ich bin dafür, dass erst, wenn zum Beispiel in 15 Jahren die Straße fällig ist, der Gehweg komplett mitgemacht wird.“
Am Ende entschied das Gremium mit 16:7 Stimmen, vorerst lediglich den Gehbahnbelag für rund 11 503 Euro zu erneuern. Die Kosten trägt zu 100 Prozent die Gemeinde.  mk

 

Süddeutsche Zeitung 15.06.2016

Stechmücken im Fünfseenland  - Hohe Zeit der Plagegeister
Von Wolfgang Prochaska

Sie lieben den Sommer, aber einen warmen, verregneten Sommer. Das unterscheidet sie deutlich von den Menschen. Deshalb erleben sie gerade ihre besten Tage, sozusagen ihre Hoch-Zeit. Gemeint ist die Stechmücke. Jeder neue Regenguss, jeder kurze Sonnenstrahl lässt sie noch schneller schlüpfen und noch weiter fliegen. Und weil es heuer viele Pfützen gibt, ist ihr Revier gewachsen. "Seit acht Tagen steigt die Nachfrage nach Mückenschutzmitteln stark", heißt es in der Olympia-Apotheke in Starnberg. Als relativ wirksamen Schutz empfiehlt die Apothekerin "Anti-Brumm", den Klassiker.
Die Mücken-Krisengebiete sind unterschiedlich im Fünfseenland verteilt. Betroffen sind sowohl das Ostufer des Starnberger Sees als auch der westliche Landkreis zwischen Herrsching, Inning und Weßling. Dort ist das große Stechen und Summen besonders ausgeprägt. Die Mückenplage hat wieder den Ruf nach der chemischen Keule, sprich einer Spritzaktion wie am Chiemsee, laut werden lassen. Der Inninger Bürgermeister Walter Bleimaier ist kein Freund solcher Aktionen. "Wir haben viele, wirklich unheimlich viele Mücken heuer, aber wir werden keinen Antrag bei der Regierung von Oberbayern stellen", sagt er.
Der Grund ist einfach: Die Bezirksregierung wird ihn ablehnen. Davor auch schon das Landratsamt Starnberg, wie Amtssprecher Stefan Diebl bestätigt. "Eine solche Aktion braucht eine lange Vorlaufzeit und als Grundlage ein wissenschaftliches Gutachten." Und dann wäre noch das Problem zu klären mit den Privatgrundstücken. "Man kann da nicht einfach mit den Hubschrauber drüber fliegen und Spritzmittel verteilen." Zum Einsatz käme der Wirkstoff BTI, der aus dem Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen wird. Das Mückenbekämpfungsmittel wird aus Hubschraubern in besonders betroffenen Gebieten versprüht. Es begrenzt einzusetzen, hätte also keinen Sinn, die Plagegeister haben einen Flugradius von gut 20 Kilometern. Bleimaier hält das Problem sowieso für zeitlich begrenzt. "Wenn es trockener wird, ist die Mückenplage schlagartig vorbei. So war es immer."
Der Inninger Gemeindechef weiß, wovon er redet: Er gehört zu den Geplagten. Aber er weiß sich zu helfen: Täglich beobachtet er seine volle Regentonne. Ein ideales Revier für die Stecher. Dort legen die Mücken gerne ihre Eier ab. Die Larven schöpft Bleimaier aber ab und verfüttert sie an seine Fische im Aquarium als Lebendfutter. Sein Kollege aus Weßling, Michael Muther, ist da noch pragmatischer. "Das ist Natur, da braucht man nichts spritzen", so Muther. Er wohnt in der Nähe des Weßlinger Sees und bemerkt sofort, wenn es los geht. "Es ist aber nicht der See, es sind die kleinen Weiher, die Tümpel und die stehenden Gewässer in den Mooren bei uns." Manchmal kann es aber auch ihn nerven. Beim Festgottesdienst im Rahmen des Grünsinker Festes im August war es besonders hart. "Die Biester waren so aggressiv und haben dich auch durch die Strümpfe gestochen." Seine Empfehlung: Langärmelig anziehen und alle Flüssigkeiten in Untersetzern im Garten immer ausleeren. "Wir Bürgermeister im Landkreis sind auf unserer jüngsten Dienstbesprechung einig gewesen, dass wir grundsätzlich gegen den Einsatz von Spritzmittel sind ", betont Muther.
So sieht es auch der Bund Naturschutz (BN). BN-Geschäftsführerin Helene Falk in Wartaweil am Ammersee hält eine Spritzaktion für absurd. "Das ist doch viel zu mühsam, abgesehen von den negativen Folgen für Flora und Fauna." Man müsse bei den Larven den richtigen Zeitpunkt erwischen, damit überhaupt eine Wirkung erzielt werden kann. Und dann sei es fraglich, ob es diese überhaupt gebe. Hilfreich seien auf jeden Fall Fliegengitter. Die gebe es, so Falk, sogar günstig beim Discounter.

 

Starnberger Merkur 24.06.2016

Ohne Paten läuft gar nichts
Asyl - Neue Formate: Inninger Helferkreis legt immer mehr Wert auf persönliche Betreuer und deren Treffen
 VON ANDREA GRÄPEL

Inning – Von rund 50 Paten sind eigentlich immer 20 da, auch am vergangenen Mittwoch, beim jüngsten Paten-treffen im Inninger Containerdorf für Asylbewerber. Ralf Weißhaar leitet den rührigen Helferkreis im Ammerseedorf. Er macht dies begeistert und auf eine Weise, wie er es aus seinem Berufsleben als ehemaliger BMW-Manager kennt. Er spricht von Formaten, wenn er erzählt von den vielen Fachbereichen und Angeboten, die der Inninger Helferkreis bietet. Auch vom Patentreff schwärmt er, „ein Format, das enorm zum Zusammenhalt beiträgt“.
Die Paten sind die direkten Helfer für die zurzeit 109 Asylbewerber, die Inning beherbergt. 82 leben in dem Containerdorf, 27 sind extern in den Ortsteilen untergebracht. Jeder hat einen Paten, darauf ist Weißhaar sehr stolz. „Die fangen viel ab, ebenso die Sprachlehrer“, weiß er. Von denen gibt es rund 25. Paten, so Weißhaar, „decken das ganze Spektrum ab“, dort könne man stöhnen, da könne man lachen. „Die sind eigentlich ständig im Einsatz.“
Der Zusammenhalt, das Koordinationsteam, die Patenrunde, das habe sich innerhalb des vergangenen Jahres wunderbar entwickelt. Der Ort scheint zusammengewachsen, Streit über Umgehungsstraßen hin oder her – mit dem Koordinationsteam, dem Gabriele Kaller ebenso angehört wie Sabina Eisenmann (beide Nachbarschaftshilfe) oder die ehemalige, langjährige Gemeinderätin Jutta Göbber. „Hier wurde alles ins Leben gerufen“, erzählt Weißhaar, der selbst erst im November dazustieß und damals nicht wusste, was genau ihn nun erwarte und seinen Worten nach positiv überrascht wurde.
Bei Patentreffen läuft alles zusammen. Es dient dem Erfahrungsaustausch, der Hilfestellung, hier ist Platz für Sorgen und erfreuliche Nachrichten – es bleibt alles vertraulich, was vertraulich bleiben muss. Dazu zählt gewiss nicht ein ganz neues „Format“, von dem Weißhaar den Paten vorschwärmt. Ein Integrations-Workshop, „nicht für Helfer, sondern für Asylbewerber“, betont er ein ums andere Mal. Die Inninger luden dazu erstmals am Wochenende ein, dreisprachig moderiert – wenn die anwesenden Paten richtig gezählt haben, waren 80 Teilnehmer da. „Ein tolles Erlebnis“, sagt Weißhaar, der sich besonders darüber freute, dass ausgerechnet arabische Frauen, den Anfang im abschließenden Vortrag machten. „Die Reaktion der Männer fand ich sehr spannend“, erzählte er. Die Frauen hätten sich etwas getraut, das alle Verantwortlichen stolz machte. „Ein Format“, für das sich auch das Landratsamt interessiert, weiß er.
Und noch eine erfreuliche Nachricht hatte er zu verkünden. Der Helferkreis hat zu seiner Unterstützung ab 10. Juli, „gleich nach ihrer Abi-Feier“, Agnes Kafka an seiner Seite, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr ableistet. Sie werde je nach Bedarf beauftragt und bezahlt aus dem Topf, den die Gemeinde für eine 450-Euro-Stelle zur Verfügung stellte.

 

Starnberger Merkur 23.06.2016

Arbeiterfest und Sonnenschein

Großes Aufhebens wurde gestern nicht gemacht, „es ist ein Arbeiterfest“, erklärte Innings Bürgermeiser Walter Bleimaier. Darum werden offizielle Gäste erst zur Einweihung des neuen Rathausanbaus geladen. Mit dem Richtfest gestern wurden die Arbeiter gewürdigt und ihre Leistung. Seit März bauen sie den lang ersehnten Anbau fürs Inninger Rathaus. Er soll ab November Platz für sieben Arbeitsplätze und einen Besprechungsraum bieten. Barrierefrei wird das Gebäude durch einen Plattformlift. Insgesamt investiert die Gemeinde in den Anbau 1,6 Millionen Euro.Foto: A. Jaksch

 

Starnberger Merkur 16.06.2016

Briefe an die Redaktion

„Nichts geht mehr“
Zum Leserbrief „Keine Lösung für die Hauptstraße“ vom 15. Juni

Jeder, der teilgenommen hat, wusste relativ schnell, dass ohne eine Umgehungsstraße das Problem nicht zu lösen ist. Die Einen haben dies mit Frust zur Kenntnis genommen. Die Anderen versuchen mit Realitätsverlust etwas zu erreichen, was definitiv nicht machbar ist. Und die Gegner der Umgehungsstraße nehmen es mit sichtlicher Schadenfreude auf, bzw. möchten noch da, wo sie wohnen, am liebsten den Restverkehr auch noch auf die Hauptstraße umleiten. Die Landsberger Straße soll zur Fahrradstraße werden. Wer aus Richtung Herrsching kommt und nach Stegen möchte, der kann doch bei den eh schon geplagten Anwohnern an der Brucker Straße vorbeifahren. Da ist zwar ein Unfallschwerpunkt, aber bitte nicht bei uns durch die Landsberger Straße, wo die Autofahrer ja – O-Ton einer Anwohnerin – teilweise mit 80 km/h durchbrettern. Jeder, der die Landsberger Straße kennt, weiß, dass dies schon wegen der parkenden Autos nicht möglich ist. Dann sollten noch Sportler und Besucher des Asylantenheims auf dem Parkplatz und nicht störend auf der Schornstraße parken, damit man die Schornstraße zügig durchfahren kann. Auf den Hinweis, hier ist eine 30-er Zone, kam die Antwort: „40 und mehr geht da auch.“ Soviel zum Miteinander und sinnvollen Vorschlägen einiger Initiativen.
Leider werden in der jetzigen Zeit Entscheidungen durch die Bürgerentscheide von Minderheiten gefällt. Aber daran ist jeder Bürger Schuld, der sich, wenn er aufgefordert wird, nicht äußert, nicht zur Wahl geht. Jetzt ist das Ergebnis der Enthaltung oder Gleichgültigkeit: Nichts geht mehr in der Hauptstraße.

Peter Müller - Inning

 

Starnberger Merkur 15.06.2016

Meinungen in Kürze

Keine Lösung für die Hauptstraße
„Verkehrsplanung: Gemeinderat geht ins Kloster“ vom 14. Juni

Die Bilanz für das Inninger Verkehrsproblem ist ernüchternd. Nach dem Behördentermin konnte Bürgermeister Bleimaier nur vermelden, dass Tempo 30 weder für die gesamte Ortsdurchfahrt noch für einen örtlich begrenzten Bereich genehmigt werden kann. Für die 2. Bürgerwerkstatt war angekündigt, dass nur Maßnahmen aufgeführt werden, die auch tatsächlich durchführbar sind. Verkehrsplaner Bickelbacher brachte stattdessen Vorschläge, die durchgehend Ausnahmegenehmigungen voraussetzen würden. Wenn straßenbauliche Vorschriften besagen, dass eine Mittelinsel zwei Meter breit zu sein hat und die Fahrbahnen links und rechts 3,75 Meter wegen des Schneepflugs, dann sind das 9,50 Meter, die es in der gesamten Ortsdurchfahrt nicht gibt. Eine Reduzierung der Straßenbreite bei der Sanierung der Staatsstraße auf unter 6,5 Meter zur Verbreiterung der Bürgersteige setzt ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung voraus. Bürgersteige verändern fällt außerdem unter die Straßenausbaubeitragssatzung. Hier wären wieder die Anwohner betroffen: keine Umgehung, noch mehr Verkehr und dann auch noch anteilig für die Sanierung bezahlen. Einem weißen Streifen gegenüber am Fahrbahnrand zur optischen Verschmälerung der Fahrbahn als Pilotprojekt wären die Behörden nicht abgeneigt, allerdings ist das kein Schutzstreifen. Richtige geforderte abschnittsweise Schutzstreifen für Radfahrer wurden aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Was bleibt? Abseits der Hauptstraße gibt es viele Möglichkeiten, Wünsche umzusetzen, falls die Finanzierung gesichert ist. Für das zentrale Problem – die Sicherheit der Bürger, Lärm und Dreck entlang der Durchgangsstraße – gibt es keine Lösung.

Herbert Klausnitzer - Pro Inning

 

Süddeutsche Zeitung 15.06.2016

Wasser wie vor 50 Jahren
Von Astrid Becker

Es ist noch nicht so lange her, dass die Wasser- und Abwasserbetriebe Ammersee (AWA) den Bauern in diesem Teil des Landkreises ein großes Kompliment gemacht haben. Beispielhaft, so hieß es damals in einer Gemeinderatssitzung, in der es um den Neubau des Brunnens II in Schlagenhofen ging, hätten die Landwirte auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichtet und so einen großen Beitrag zum Thema Wasserschutz geleistet. Diese Leistung ist am Dienstagnachmittag sogar einer Delegation der französischen Wasserwirtschaftsbehörde (Agence de L'Eau Seine-Normandie) in Inning vorgestellt worden.
Die französischen Wasserwirtschaftler waren einer Einladung des bayerischen Umweltministeriums gefolgt, das ihnen von 13. bis 15. Juni verschiedene Einrichtungen und Projekte der Landwirtschaft und der Regenwasserbewirtschaftung in München und Umgebung vorstellen wollte. Im Rahmen dieser Exkursion ging es um Trinkwasserschutz und freiwillige Bewirtschaftungsvereinbarungen, wie sie auch in Inning mit den Bauern geschlossen worden waren.
In den vergangenen 21 Jahren war das dortige Wasserschutzgebiet vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim (AELF), von der Gemeinde Inning und seit 2009 auch von der AWA Ammersee erfolgreich saniert worden - wie die Nitratwerte zeigen. Mit einem Rückgang dieser Werte um 60 Prozent (von 46,5 Milligramm pro Liter auf nur mehr 18,8 Milligramm pro Liter) dürfte dieses Wasserschutzprojekt wohl eines der besten in ganz Bayern sein. Denn damit liegen die Werte nur mehr drei Milligramm pro Liter von den erstmals gemessenen Nitratpegeln vor 50 Jahren entfernt. Auch in Sachen Pflanzenschutz haben sich die Landwirte, wie ja bereits von der AWA festgestellt, mächtig zurückgehalten. Nach Mitteilung des Amts für Landwirtschaft sind keine weiteren Einträge nachzuweisen. Ein Erfolg, der auch die französische Delegation bei ihrem Besuch im Wasserschutzgebiet Inning beeindruckte. Wie berichtet, soll hier auch ein neuer Ersatzbrunnen für Brunnen II gebaut werden, der aufgrund seines maroden Zustands erneuert werden soll. Darauf hatte man sich in der angesprochenen Sitzung des Gemeinderats verständigt, bei der die AWA die Pläne dafür vorgestellt hatte. Mit Versuchsbohrungen, die dieses Vorhaben sicherstellen sollen, wird noch heuer begonnen.

 

Starnberger Merkur 14.06.2016

Verkehrsplanung: Gemeinderat geht ins Kloster

Inning – In kleinen Schritten versucht die Gemeinde Inning, das Thema Verkehr endlich anzupacken. Im Juli vor einem Jahr hatte die erste Bürgerwerkstatt dazu stattgefunden, auf deren Basis ein Gutachten erstellt wurde. Das Ergebnis ließ länger als erwartet auf sich warten, auch weil im Januar erneut über eine Umgehungstraße abgestimmt wurde. Die Vorstellung in der Verkehrsausschuss-Sitzung im April stieß auf geteilte Resonanz. Und das Behördengespräch Ende Mai schließt einige der Vorschläge, die Verkehrsplaner Paul Bickelbacher gemacht hat, aus, bedauerte Bleimaier in der zweiten Bürgerwerkstatt. Allerdings soll es an der Herrschinger Straße ein Pilotprojekt geben, das von den Behörden aufmerksam begleitet wird. Unter anderem dieses ist in der jüngsten Bürgerwerkstatt vorgestellt worden: Es geht um eine optische Straßenverengung, die den Rasern die Lust am Rasen nehmen soll. In der Regel erfolgt die Verengung durch Einpflasterungen am Straßenrand. Aber Pflaster an der auch von Lkw viel befahrenen Inninger Durchfahrtsstraße hätte fatale Folgen, nämlich noch mehr Lärm. „Das wollen wir natürlich nicht“, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier. Deshalb soll in Inning eine Versuchsphase mit einem farbigen oder weißen Randabschluss starten.
Die ersten Maßnahmen sollen schon im Herbst umgesetzt werden, „weniger kostenintensive Maßnahmen wie Markierungen“, so Bleimaier. Eine Ampelverlegung sei aufwändiger und teuer, „das geht natürlich nicht so schnell“. Eine Prioritätenliste will der Inninger Gemeinderat fast ein Jahr nach der ersten Bürgerwerkstatt Ende Juli bei einem Klausuraufenthalt ausschließlich zum Thema Verkehr im Kloster Holzen erarbeiten. „Es geht dort auch darum, wie viel Geld geben wir wann aus“, erklärt Bleimaier. Das jedenfalls sei das Ziel. grä

Gutachten: Das Verkehrskonzept von Paul Bickelbacher ist auf der Gemeindehomepage www.inning.de einzusehen.

 

Starnberger Merkur 11.06.2016

Buchs topografische Finessen - Ammerseestrasse

Buch – Garagen an der Ammerseestraße in Buch – das war früher ein Ding der Unmöglichkeit. „Seit 50 Jahren ist das Problem bekannt“, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier, der selbst in dem Ortsteil wohnt. Es wurde gebaut, aber ohne Garage, die bei ordentlicher Nutzung an dem abfallenden Gelände Wandhöhen bis zu sieben Meter gehabt hätten. Was heute technisch aber umsetzbar wäre, stößt dafür nun an rechtliche Grenzen. „Wegen der Abstandsflächen“, erklärt Bleimaier.
Um eine möglichst gerechte Lösung herbeizuführen, hatte die Gemeinde eine Planerin damit beauftragt, jedes einzelne Hanggrundstück zu untersuchen. Das Ergebnis wurde in der jüngsten Ratssitzung präsentiert. Es weist für jedes Grundstück eine maximale Wandhöhe für Garagen auf. Eine komplizierte Festsetzung. In der Diskussion darüber drehten sich die Gemeinderäte für kurze Zeit im Kreise, stimmten am Ende aber den Vorschlägen mehrheitlich zu, die im Bebauungsplan 10 „Südlicher Teil der Ammerseestraße“ festgesetzt werden. Planreife besteht jedoch noch nicht, darum wurde ein Bauantrag in diesem Bereich in derselben Sitzung am Dienstag nach der Umgebungsbebauung beurteilt und so zugelassen. Das Einfamilienhaus mit der direkt angrenzenden Garage wäre nach dem neuen Bebauungsplan nicht erlaubt. Die Garage hätte zum Haus einen Abstand haben müssen. Grund genug für einige Gemeinderäte, diesem Vorhaben nicht zuzustimmen. Aber da bei der Aufstellung des Bebauungsplanes seinerzeit keine Veränderungssperre verhängt worden war, gab es keine Handhabe. Der Zustimmungsbeschluss war am Ende deshalb einstimmig.  grä

 

Schock über Preis für Bach-Gutachten

Inning – Von jüngsten Hochwasserereignissen blieb Inning verschont, dennoch würde Grünen-Gemeinderätin Barbara Wanzke gerne wissen, wie viel Wasser der Inninger Bach noch aufnehmen kann, nachdem viel von der früher vorhandenen Überflutungsfläche mittlerweile versiegelt worden ist. Bürgermeister Walter Bleimaier hatte offenbar denselben Gedanken, denn er habe sich bereits um ein Gutachten bemüht, sagte er in der jüngsten Ratssitzung. Erschrocken waren er und die Verwaltung dann aber über den Preis, den dieses Gutachten kosten würde: 24 000 Euro. „Das erscheint uns hoch, die haben da alles reingepackt, was man untersuchen kann“, sagte er. Ob dies nötig ist, sollte das Wasserwirtschaftsamt beurteilen, bevor die Untersuchung in Auftrag gegeben wird.  grä

 

A 96: Neue Baustelle
Vorbereitungen für sechsstreifigen Ausbau

Gilching – Die Stau geplagten Pendler auf der A 96 brauchen von kommender Woche an noch mehr Nerven als ohnehin. Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus haben nämlich die vorbereitenden Arbeiten begonnen. Seit dieser Woche sind zwischen den Ausfahrten Oberpfaffenhofen und Gilching bereits die Überholspuren gesperrt. Dort werden drei Mittelstreifenüberfahrten hergestellt, über die in den nächsten Jahren der Verkehr laufen soll. Von Montag an wird zwischen Parkplatz Kreuzlinger Forst und Germering-Süd (Richtung München) zusätzlich der Standstreifen gesperrt. Dort wird auf rund zwei Kilometern Länge die Fahrbahn verbreitert, damit genügend Platz zur Verfügung steht, wenn im Frühjahr 2017 die Ausbau-Arbeiten beginnen.

 

Süddeutsche Zeitung 09.06.2016

Archäologische Funde aus der La-Téné-Zeit

Östlich der Bundesstraße 471 haben Archäologen erneut einen bedeutenden Fund gemacht: Sie entdeckten vier Gräber mit wertvollen Grabbeigaben wie einem gefalteten Schwert und Gewandspangen aus der La-Téné-Zeit. Stefan Mühlemeier, der mit seiner Grabungsfirma Phoinix von der Gemeinde beauftragt worden war, sieht die jetzigen Funde in engem Zusammenhang mit der keltischen Siedlung, die vor vier Jahren in der Nähe ausgegraben worden war: "Beides zusammen ist äußerst selten zu entdecken", sagte er auf Anfrage der SZ. Doch genau in dieser Verbindung könne die Wissenschaft wichtige Rückschlüsse auf das Alltagsleben der Menschen zu dieser Zeit ziehen. Die Siedlung war 2012 im Zuge des Bauleitverfahrens für den interkommunalen Gewerbepark gefunden worden.

 

Süddeutsche Zeitung 01.06.2016

Bürgerwerkstatt zum Verkehr

Sie hätte eigentlich schon längst stattfinden sollen, die zweite Bürgerwerkstatt zum Thema Verkehr in Inning. Doch sie wurde immer wieder verschoben: unter anderem wegen des neuerlichen Bürgerentscheids zur Verlegung der Staatsstraße Ende Januar, den die Initiative Pro Inning angeregt hatte und weil später, nachdem die Umgehung abgelehnt worden war, das Gutachten des beauftragten Verkehrsplaners Paul Bickelbacher, noch nicht vorlag. In dieses sollten auch die Ergebnisse einer ersten Bürgerwerkstatt, die am 4. Juli des vergangenen Jahres abgehalten worden ist, einfließen. Mittlerweile liegt das Verkehrskonzept vor und wurde auch bereits im Verkehrsausschuss präsentiert. Am kommenden Samstag, 4. Juni, werden sich die Bürger in einer zweiten Werkstatt Gedanken darüber machen, wie sich die Verkehrssituation in ihrer Gemeinde verbessern könnte. Im Fokus steht diesmal die Frage nach Prioritäten und wie diese umgesetzt werden sollen. Eines steht dabei fest: Besondere Aufmerksamkeit wird sicherlich der stark befahrenen Ortsdurchfahrt, einer Staatsstraße, geschenkt werden. Die Bürgerwerkstatt wird von 10 bis 14 Uhr in der Grundschule stattfinden. Die Inninger mussten sich dafür aus organisatorischen Gründen bis 25. Mai anmelden.

 

Starnberger Merkur 24.05.2016

Faustregel kann nicht greifen

Inning – Die topografischen Verhältnisse im Inninger Ortsteil Buch – idyllisch am Ammerseeufer gelegen – erschweren ein aktuelles Bauleitplanverfahren: Für Grundstücke in Hanglage soll es einerseits Festsetzungen hinsichtlich der maximalen Abgrabungen und Aufschüttungen geben (der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung jeweils 0,3 Meter bei einem Gesamtmaximum von 0,5 Meter für beides), zum anderen lassen sich die vorgeschriebenen Abstandsflächen für Gebäude nur schwer einhalten, orientieren diese sich doch nach der groben Faustformel „halbe Wandhöhe, mindestens aber drei Meter von der Grundstücksgrenze“.
Guter Rat ist teuer: Da Grenzbebauungen – im konkreten Fall durch Garagen – auch in Inning allgemein nicht erwünscht sind, soll die planbeauftragte Architektin nun pragmatische Vorschläge erarbeiten, wie man die „Quadratur des Kreises“ doch noch hinbekommt.

Thomas Bauer (CSU) regte in der Sitzung schon mal an, wenigstens die Garagen ins jeweilige Baufenster zu integrieren, damit sie sich nicht auf die Abstandsflächen-Festsetzung beziehen müssen. Der Bucher Bebauungsplan geht schließlich mit 17:0-Stimmen in die nochmalige, auf zwei Wochen verkürzte Auslegung – nur hinsichtlich des Einzelbeschlusses „Abgrabungen/Aufschüttungen“ sprach sich Johann Ritzer (FBB) gegen ein-schränkende Festsetzungen aus.  ty

 

Süddeutsche Zeitung 17.05.2016

Die ersten Anlieger müssen zahlen

Die Gemeinde will noch in diesem Sommer mit dem Straßenausbau in Inning beginnen. Wie Anfang des Jahres beschlossen worden ist, wird mit den dringlichsten Projekten begonnen: mit dem Ausbau des Fuchsweges und der Wolfgasse. Nachdem der Bayerische Landtag keine Änderung des kommunalen Abgabegesetzes in diesem Punkt beschlossen hatte, werden die betroffenen Anlieger für diese Vorhaben tief in ihre Geldbeutel greifen müssen. Betroffen sind dem Vernehmen nach allein bei diesem Bauabschnitt etwa 30 Anliegerfamilien, die bis zu 90 Prozent der Kosten aufbringen müssen.
Am 18. April wurden sie bereits in einer Anliegerversammlung über die beiden Vorhaben informiert. Große Proteste gegen die Pläne hat es dort laut Bürgermeister Walter Bleimaier allerdings nicht gegeben. Vielmehr seien es Detailfragen gewesen, die die Bürger beschäftigten, sagte er, zum Beispiel die Zahl der Straßenlaternen, die dort aufgestellt werden sollen oder ob ein alter Nussbaum einem neuen Bürgersteig weichen müsse. In diesen Punkten konnte Bleimaier die Bürger beruhigen. Wie viel sie jedoch wirklich bezahlen müssen, kann er bis jetzt nicht sagen. "Wir werden dafür ein Gutachten erstellen", sagte er der SZ. Denn für den Ausbau muss noch Grund erworben werden - nach dem jetzt geltenden Wert des Grundes. Einige Anlieger hatten zudem bereits vor vielen Jahren Grund kostenlos an die Gemeinde abgetreten. Allein diese beiden Faktoren müssten neben den realen Baukosten in die gesamte Kostenberechnung einbezogen werden, so Bleimaier. Dies könne aber noch ein wenig dauern.

 

Sicherheitsleute am Strand
Von Astrid Becker

Nach Herrsching und Utting will nun auch die Gemeinde Inning uniformierte Sicherheitskräfte für die Bewachung des Badegeländes im Ortsteil Stegen einsetzen. Wie in den anderen beiden Gemeinden auch, waren im Inninger Rathaus immer wieder Beschwerden über nachts am Lagerfeuer laut feiernde Jugendliche und über wildes Camping am See eingegangen. In seiner jüngsten Sitzung entschied sich das Ratsgremium daher dafür, den Auftrag für die Bewachung der "Internationalen Sicherheitsgruppe Unger" aus Landsberg zu erteilen.
Diese Firma ist auch in Utting für Ordnung am Seeufer zuständig. Darüber hatte der dortige Gemeinderat vor kurzem befunden. Als die Inninger Rathausverwaltung davon erfuhr, nahm sie sofort Kontakt mit der Gemeinde am Ammersee-Westufer auf. "Weil wir gern mit Utting in dieser Sache kooperieren würden", sagte Bürgermeister Walter Bleimaier im Gespräch mit der SZ. Hinter dieser Aussage verbirgt sich ein pragmatischer Grund: Es geht schlichtweg darum, sich die Kosten für die Überwachung der Erholungsgebiete zu teilen. Der Stundensatz, den Sicherheitsfirmen für derlei Dienste verlangen, liegt zwischen 20 und 22 Euro. Manche Anbieter fordern darüber hinaus noch eine Erstattung der Fahrtkosten beziehungsweise satteln eine Pauschale dafür obendrauf. Die Firma, für die sich Inning nun entschieden hat, hatte mitgeteilt, für die einzelnen Streifen jeweils zwei Kräfte gleichzeitig einzusetzen, deren Arbeitszeiten möglichst acht Stunden am Stück betragen sollten, da es sich um Vollzeitkräfte handele.
Für Inning ist dies Bleimaier zufolge offenbar zu viel des Guten. Zum Einen sollen die Kosten für die Sicherheit in diesem Jahr 8000 Euro nicht übersteigen, zum anderen erscheint der Gemeinde eine durchgängige Überwachung von acht Stunden als nicht notwendig: "Wir wollen erst einmal in dieser Saison testen, in welchem Maß der Einsatz von Sicherheitskräften nötig ist", sagt Bleimaier. Die Idee ist nun, sich mit Utting nicht nur die Kosten, sondern auch die Stundenzahl zu teilen. Dem Vernehmen nach hat die Gemeinde Utting bereits großes Interesse an dem Inninger Vorschlag gezeigt. Allerdings ist das Prozedere dort etwas anders. Utting hat sich in Sachen Sicherheitskontrollen am Strand zwischen Mai und September auf einen Zeitraum von drei Jahren festgelegt. Jeweils 10 000 Euro will die Gemeinde pro Jahr dafür ausgeben. Die Überwachungsfirma soll dort vor allem am Wochenende zwischen 20 und 4 Uhr morgens patrouillieren. So zumindest hatte es der Uttinger Gemeinderat beschlossen. In Inning hingegen herrscht die Auffassung, dass die Sicherheitsleute auch mal tagsüber durch das Erholungsgelände streifen sollen: "Ich denke, dass allein die Präsenz ausreichen wird", so Bleimaier.
Eine Kooperation zwischen Inning und Utting kann sich wohl auch die Sicherheitsfirma vorstellen. Ein entsprechender Vertrag zwischen allen Beteiligten ist aber noch nicht unterzeichnet. Fest steht bereits, welche Aufgaben die Sicherheitsfirma übernehmen soll: Sie soll aufpassen, dass im Erholungsgelände nicht in unerlaubter Weise Müll entsorgt wird, keine Lagerfeuer angezündet werden, Vandalismus vermieden wird und Hunde nicht frei herumlaufen, was von 15. Mai an verboten ist. Um dies durchzusetzen, wird das Personal mit verschiedenen Rechten ausgestattet, zum Beispiel Personalien festzustellen oder auch Platzverweise auszusprechen. Das gilt auch für Herrsching. Dort allerdings hat eine andere Firma den Zuschlag erhalten.

 

Kommentar - Kontrolle als letztes Mittel
Von Astrid Becker

Früher war bestimmt nicht alles besser. Aber anders. Vor 20, 30 Jahren beispielsweise wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, viel Geld für schwarze Sheriffs auszugeben, damit diese das Seeufer bewachen. Weniger am Strand gefeiert wurde damals aber sicher nicht. Nachvollziehbar: Was kann es auch Schöneres geben, als eine laue Sommernacht am Lagerfeuer zu verbringen, mit Freunden, einem oder mehreren Kästen Bier oder ein paar Flaschen Wein - und einem erfrischenden Bad im See, und zwar möglichst nackt, weil einen anders als tagsüber niemand sonst sieht. Ganz ehrlich: Das war pure Lebenslust, an die man sich auch noch viele Jahre später gern erinnert.
Wurde es irgendwann doch zu laut oder fühlte sich ein Anlieger gestört, meist einer, der gefühlte fünf Kilometer weg vom Seeufer wohnte, kam die Polizei. Die hielt dann eine mehr oder weniger große Standpauke, man gelobte brav Besserung, und das war's dann auch.
Heutzutage würden sich die Beamten vermutlich freuen, wenn sie derlei Aufgabe noch übernehmen könnten. Meist fehlt es dafür in den einzelnen Inspektionen an Personal. Denn so attraktiv das Fünfseenland auch erscheinen mag: Es ist zu teuer, vor allem für junge Polizisten. Viele geben daher bereits bei Dienstantritt erst einmal ein Versetzungsgesuch ab. Diese Situation bleibt nicht ohne finanzielle Folgen für die Gemeinden: Sie müssen beispielsweise selbst für die kommunale Verkehrsüberwachung aufkommen - oder Sicherheitsfirmen für ihre Erholungsgelände engagieren. Damit tragen sie dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis von Einheimischen wie Badegästen Rechnung, die bereits in einem freilaufenden Dackel ebenso eine Gefahr sehen wie in Jugendlichen, die einfach nur Spaß haben wollen. Natürlich gibt es auch immer wieder Vandalen und Randalierer, wie das Beispiel Herrsching zeigt. Das Gros der Jugendlichen ist aber ebenso harmlos wie es die meisten Hunde sind. In Inning hat man das verstanden. Dort will man erst einmal sehen, ob eine dauerhafte Überwachung wirklich notwendig ist. Denn eines ist sicher: Zu viele Kontrollen und zu viel Überwachung führen nicht unbedingt zum erwünschten Erfolg. Wichtiger wäre es vielmehr, bereits im Elternhaus bestimmte Regeln aufzustellen. Zum Beispiel: "Wenn Du draußen feierst, dann nimm' bitte Deinen Müll wieder mit nach Hause." So war das früher. Und das hat meist bestens funktioniert.

 

Starnberger Merkur 13.05.2016

Energiewende - Inning sagt ja zum Klimapakt

Inning – Die Gemeinde Inning tritt dem am 18. Mai 2015 vom Kreistag initiierten und am 13. November beschlossenen Klimapakt bei. Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Verbänden, Kirchen und Unternehmen hatten sich zu diesem Bündnis zusammengefunden, „um der Energiewende und dem Klimaschutz mehr Dynamik in der Umsetzung zu verleihen“, schreibt die Rathausverwaltung dazu. Wie mehrfach berichtet, hapert es mit der konkreten Umsetzung der vom Landkreis in selbstverpflich-tender Weise beschlossenen Energiewende 2035 erheblich. Mit dem Klimapakt soll sich das bessern: Durch konkrete Maßnahmen und den Ausbau der erneuerbaren Energien will die Politik aktiv zum Klimaschutz beitragen. Auch für Inning bedeutet der Beitritt zum Klimapakt die Verpflichtung, mindestens drei Aktivitäten jährlich nachzuweisen – welche das bis 2018 sein sollen, wurde beim einstimmigen Ratsbeschluss noch nicht festgelegt. Der im Januar vom Kreistag beschlossene Maßnahmenkatalog soll als Orientierungshilfe dienen.  ty

 

Starnberger Merkur 12.05.2016

MM-160512

Starnberger Merkur 06.05.2016

„Gisela“ zum Anfassen
heimatgeschichte inning - Ausstellung und 100-Seiten-Heft über Geschichte von Stegen

Inning – Vor 10 000 Jahren zog sich der Isar-Loisach-Gletscher zurück und hinterließ eine Mischung aus Stein und Schlamm. Diese bildeten eine Art Steg und schenkten Innings Ortsteil seinen Namen: Stegen. Das und mehr fasste der Verein „Heimatgeschichte Inning“ nach umfangreicher Recherche unter dem Titel „Historisches Stegen 2016“ zusammen, ordnete Texte, alte Schriften sowie Fotografien auf 23 Platten an und platzierte sie in Innings Haus der Vereine.
Die Ausstellung wurde am Mittwoch eröffnet und bietet Einblicke in die Anfänge: Der Mensch siedelte sich in Stegen an und zimmerte eine Brücke über die Amper, befuhr mit Fischkuttern den Ammersee, stieß im Gasthof mit Stegener Bier an, in dem sich angeblich sogar die Wittelsbacher bewirten ließen. Ab 1877 nahm die Schifffahrt auf dem See regelrecht Fahrt auf, bauten fleißige Hände die Werft und Flößer schipperten auf zusammengebundenen Baumstämmen über die Amper.
Die Ehrenamtlichen stellen Geschichte zum Anfassen auf die Beine. Die im Maßstab 1:25 gefertigten, über 100 Jahre alten Ammersee- und Amperschiffe zum Beispiel, die der Herrschinger Peter Stumbaum dem Verein für die Ausstellung auslieh. Darunter auch der stattliche Raddampfer „Gisela“, der ab 1893 knapp 70 Jahre lang fuhr und mit 600 Plätzen bis heute den Rekord hält. Damals trugen Dampfboote die Besucher noch von der Bahnstation in Grafrath über die Amper bis zum Ausflugsort Stegen. Ursprünglich hatte Hugo von Maffei, sozusagen der Vater der Schifffahrt auf dem Ammersee, eine Bahnlinie zwischen Stegen und München im Sinn. Zu seinem Ärger schnappte ihm Herrsching diese vor der Nase weg. Dafür hatte die damals konkurrierende Gemeinde keinen Erfolg damit, sich auch die Werft unter den Nagel zu reißen. Aufwarten kann der kleinste Ortsteil Innings gemäß Ortshistorikerin Jutta Göbber noch mit dem „vermutlich ältesten Wirtshaus im Landkreis“, dem Gasthof Schreyegg. Hierher kamen nicht nur die Ausflügler, sondern ebenso Einheimische, die für ein oder zwei Bier den Weg über den Berg in Kauf nahmen.
Warum die Strapazen? Ganz einfach: Weil sie dort unbeobachtet vom wachsamen Auge des Inninger Pfarrers einen heben konnten, wusste Jutta Göbber bei der Ausstellungseröffnung zu berichten. Fotos und Texte sind im 100 Seiten starken Heft „Inninger Geschichtsblätter“ verewigt. Zu sehen ist die Ausstellung bis Sonntag im Haus der Vereine – geöffnet heute und morgen von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Die „10. Inninger Geschichtsblätter“ können für 10 Euro bei der Ausstellung, im Cafe Huttner, Optik Wittenberger oder bei Schreibwaren Schroeren erworben werden

 

Süddeutsche Zeitung 06.05.2016

Weit weg vom strengen Dorfpfarrer
Von Astrid Becker

Unumstritten ist die Existenz einer Brücke über die Amper vor nahezu 2000 Jahren. Doch wie alt Stegen wirklich ist, das heute zu Inning gehört, ist noch nicht eindeutig geklärt. Ursprünglich war man in der Gemeinde von einer ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsteils vor genau 750 Jahren ausgegangen und wollte dem mit einem Festakt Rechnung tragen. Doch dann stellte sich heraus, dass Stegen vermutlich noch viel älter ist, nur wie alt genau, das weiß niemand. Daher wurde das Motto des Festes geändert. Es heißt nun "Historisches Stegen - ein markanter Ort mit Geschichte(n)". Darüber erzählt auch eine Ausstellung im Haus der Vereine, die am Mittwochabend eröffnet wurde.
Es ist die zehnte Ausstellung, die der Verein Heimatgeschichte zusammengetragen hat - und es sind die 20. Geschichtsblätter, die er auflegt. Sie liefern quasi vertiefende Details, die über die Ausstellungsinhalte hinausgehen. Etwa zwei Jahre lang hat der Verein recherchiert, um ein möglichst vollständiges Bild des Ortsteils und seiner Bewohner quer durch die Jahrhunderte abzulichten - und zwar in mehreren Themenbereichen und auf unterschiedliche Weise, weil, wie die Ortshistorikerin Jutta Göbber bei der Ausstellungseröffnung sagte, es "unser Anliegen ist, die für viele oft trockene Geschichte möglichst mit allen Sinnen zu vermitteln".
So geht es beispielsweise um ein Ereignis, das dem kleinen Ortsteil vielleicht am Ende sogar seinen Namen gab: Um das Abschmelzen des Loisachgletschers vor 10 000 Jahren. Damals hatten sich dort Geröll und Geschiebe aus der Windach abgelagert und einen recht festen Untergrund gebildet, eben einen "Steg". Viele Funde rund um den Ammersee zeugen von Siedlungen aus Bronze- und Hallstattzeit, auch in Stegen wurden archäologische Funde entdeckt. Mit ziemlich kleinen Einbäumen haben sich die Menschen früher auf dem See fortbewegt, ein vor allem bei ungünstigen Wetterverhältnisse recht gefährliches Unterfangen. Kein Wunder also, dass das Thema Brücken in der Ausstellung nicht fehlen darf. Bereits die Römer sollen dort eine Holzbrücke gebaut haben. Doch auch auf die Herren über Stegen wird eingegangen, auf die Andechs-Meranier, die Greifenberger, die Münchner Patrizierfamilie Pütrich, die Wittelsbacher und auch Kloster Andechs. Es geht um die Geschichte der Fischer in Stegen, aber auch um die Gastronomie. Bereits 1354 wird ein Konrad als Wirt von Stegen erwähnt, was als Hinweis gewertet werden kann, dass die älteste Wirtschaft im Landkreis wohl in Stegen bestanden haben muss - weit weg von der Strenge der Dorfgeistlichen der umliegenden Siedlungen, die über Sitte und Moral zu wachen hatten. Stegen scheint also schon seit vielen Jahrhunderten ein beliebtes Ausflugsziel zu sein, wegen seiner Lage und später sicher auch der Schifffahrt wegen, die ebenfalls entsprechend gewürdigt wird.

Die Ausstellung im Haus der Vereine ist am Freitag, 6. Mai, und Samstag, 7. Mai, von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 8. Mai, von 10 bis 18 Uhr, zu sehen.

 

Starnberger Merkur 30.04.2016

Ein Mittelständler, der ständig wächst
nachbarschaftshilfe

Inning – Ohne die Frauenpower des achtköpfigen Vorstandsteams wäre das Haus der Nachbarschaftshilfe Inning (NBH) nicht das, was es ist: ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und eine zuverlässige Anlaufstelle, wenn Rat und aktive Hilfe oft auch kurzfristig gebraucht werden. „Wir sind ein mittelständischer Arbeitgeber, der stetig wächst“, stellte Gabriele Kaller auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des 554 Mitglieder zählenden Vereins fest.
Bestätigt wurde die Aussage durch den umfangreichen Bericht der Vereinsvorsitzenden für das Jahr 2015. Gabriele Kallers Resümee: „Es war ein sehr, sehr arbeitsreiches Jahr.“ Anteil daran hätten auch die vielen Neuerungen, vor allem in der ambulanten Pflege. 52 Inninger Bürger nehmen sie mehrmals täglich und auch am Wochenende in Anspruch.
Besonders gefragt ist die Tagespflege für ältere Menschen, die auf pflegerische Hilfe und Betreuung angewiesen sind. Weil das Angebot das längere Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglicht und Angehörige entlastet, sind die zehn Plätze stets belegt. Täglich werden die Tagesgäste vom NBH-Begleitdienst abgeholt und wieder heim gebracht.
Für eine familiäre Atmosphäre sorgen vier Pflegefachdienstkräfte und sieben Pflegehilfskräfte; fünf ehrenamtliche Demenzhelfer bieten eine zuverlässige Begleitung bei der täglichen kleinen oder großen Runde an. Auch die frisch zubereiteten Gerichte des Küchenteams erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Rund 42 100 Essen wurden vergangenes Jahr in der NBH-Küche zubereitet – 4466 mit Essen auf Rädern nach Hause geliefert, 3000 Essen um 12 Uhr im Haus serviert und 34 625 Essen für die Kinder der Mittagsbetreuung, für Kindergarten- und Hortkinder gekocht. Insgesamt 44 000 bezahlte Stunden, 3000 mehr als im Jahr 2014, füllten das Arbeitszeitkonto der 125 bezahlten Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer. Mehr als 7000 Stunden wurden ehrenamtlich geleistet.
Neu im Angebot ist das Café der Inklusion. Seine Besucher erarbeiten alle zwei Monate konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Handicap und Familien mit Kindern. Neu wird auch das heuer ersetzte vierte Fahrzeug im NBH-Fuhrpark sein. Ein Teil des Jahresgewinns ist jedenfalls schon mal für den Kauf reserviert.  si

 

Süddeutsche Zeitung 30.04.2016

Ein neuer Chefarzt für Seefeld
Von Christine Setzwein

Wer je die Befürchtung hatte, die Chirurgische Klinik Seefeld würde nach dem finanziellen Desaster geschlossen werden, dürfte beruhigt sein. Wer ein Haus abwickeln will, stellt keinen neuen Chefarzt ein. Das aber ist der Fall, wie Thomas Weiler, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Starnberg GmbH, am Donnerstag bei einer FDP-Veranstaltung in Seefeld bekannt gab. Am Mittwoch habe der Nachfolger von Regine Hahn, die aus Enttäuschung über die Übernahme von Seefeld durch Starnberg gekündigt hatte, den Vertrag unterschrieben. Einen Namen wollte Weiler noch nicht nennen, weil der neue Chefarzt, Bauchchirurg "einer großen chirurgischen Klinik", erst dem Personal in Seefeld vorgestellt werden soll.
"Seefeld ist auf jeden Fall erhaltenswert", sagte Weiler. Denn wo sollten die 3000 Patienten, die jährlich in Seefeld behandelt werden, hin? Die Kreisklinik hat ihre Aufnahmekapazität erreicht, also würden diese Patienten den Landkreis Starnberg verlassen müssen. Das habe auch das Sozialministerium erkannt, das Häuser unter 100 Betten - Seefeld hat 72 - eigentlich schließen und lieber eine "Abwrackprämie" zahlen möchte. Ohne finanzielle Förderung durch das Ministerium aber sei der Erhalt der Klinik unmöglich. Und unter 100 Betten sei auch keine "Schwarze Null" zu erreichen.
Es braucht also ein Konzept. Und das hat Weiler. Er spielt sogar zwei Szenarien durch: Zum einen plant er mit einem Anbau an die Klinik, um auf die 100 Betten zu kommen. Dazu müsse das ganze Haus technisch auf einen modernen Stand gebracht werden. Die Rede ist von einer 16 Millionen-Euro-Investition. Aber ein Anbau bedeutet auch immer eine Störung des laufenden Betriebs und wäre am jetzigen Standort ohnehin nur schwierig umzusetzen. Und es müsste in Seefeld zusätzlich eine internistische Abteilung eingerichtet werden. Denn Patienten hin und her zu fahren wie bisher, "gibt keinen Sinn". Seit vielen Jahrzehnten arbeitet Seefeld erfolgreich mit der Internistischen Privatklinik Schindlbeck in Herrsching zusammen. Das zweite Szenario scheint Weiler besser zu gefallen: "dass Herrsching und Seefeld zusammen gehen". Ein Neubau mit Chirurgie, Internistischer Abteilung und Notfallversorgung könnte 120 bis 150 Betten fassen und wäre "ein sehr attraktives Angebot" für die Bürger im westlichen Landkreis. Dazu braucht es allerdings die Zustimmung des Sozialministeriums - und vor allem den neuen Eigentümer der Schindlbeck-Klinik, das amerikanische Unternehmen Myriad. Was der will, "weiß man nicht", sagt Weiler. Dass es schwierig wäre, eine kommunale und eine private Klinik zusammenzuführen, daran ließ der Geschäftsführer keinen Zweifel. "Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."
Zum Jahreswechsel ist erst einmal die Übernahme Seefelds unter das Dach der Kreiskrankenhaus Starnberg GmbH geplant. Bis dahin soll mit einem Geschäftsbesorgungsvertrag schon das operative Geschäft von Starnberg aus übernommen werden. Weiler: "Wir wollen über Kooperation und Synergieeffekte sofort beginnen, das Defizit von Seefeld abzubauen." Schließlich gehe es dabei um Steuergelder.

 

Süddeutsche Zeitung 29.04.2016

Inning - Mehr Kontrollen

Sie ärgern sich schon seit langem über die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer, die Schülerlotsen in Inning. Vor allem in der jüngeren Vergangenheit soll allein die Zahl der Rotlichtverstöße an der Leitenstraße - also auf dem Schulweg der Kinder - zugenommen haben. Beim Gemeinderat haben sie nun Gehör gefunden. Anja Wagatha (CSU), die zweite Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka (FWG) und Katrin Nicolodi (BIZ) stehen bis zu den Pfingstferien mit dem Polizisten Udo Wenisch, der auch der Ehemann der SPD-Gemeinderätin Angelika Wenisch ist, jeweils als zweite Schülerlotsen an der Ampel. Mit dieser Aktion wollen sie die Schülerlotsen dabei unterstützen, genaue Angaben über Verkehrsverstöße durch Autofahrer machen zu können. Denn bislang werden Rotlichtverstöße nur recht wenig kontrolliert, was die Schülerlotsen in Inning immer wieder beanstandet haben. Von den Behörden fühlen sie sich aber ohnehin im Stich gelassen. Bereits vor Jahren waren sie für die Anbringung von Schildern eingetreten, die auf die "Verkehrshelfer" hinweisen sollten - die Idee wurde aber wegen des geplanten Standorts in der Nähe der Ampel bislang abgelehnt. Auch der Bitte nach längeren Gelbphasen für die Ampeln wurde bisher nicht entsprochen. Dem Vernehmen nach ist die Technik veraltet, die die Schaltzeit steuert. Wie der Verein Pro Inning mitteilt, der die Schülerlotsen-Aktion bereits aktiv Anfang April unterstützt hatte, hat das Landratsamt aber bereits angeboten, bei der nächsten Ortsbegehung durch die dafür zuständigen Fachstellen nach einer anderen Lösung für die Probleme der Lotsen zu suchen.

 

Starnberger Merkur 26.04.2016

Ruhiges Parteileben, brisante Ortsthemen

CSU Inning - Walter Bleimaier lässt bei Versammlung Jahr Revue passieren und fordert Kindergarten-Neubau

Inning – Auf ein stressfreies Ortsgruppenjahr blickte jüngst die Inninger CSU zurück. „2015 war das Jahr nach den beiden Superwahljahren und wir haben es da etwas ruhiger angehen lassen“, berichtete Rathauschef und CSU-Ortsparteivorsitzender Walter Bleimaier anlässlich der Ortsgruppenversammlung im Gasthaus Silberfasan. Er nahm im Verlauf des Abends aber auch Stellung zu brisanten Gemeindethemen.
Aus den Reihen der 16 anwesenden Wahlberechtigten wurden zehn Delegierte und Ersatzdelegierte für die Kreisdelegiertenversammlung zur Bundestagswahl 2017 berufen. Fritz Billing, Walter Bleimaier, Thomas Bauer, Andreas Diethelm, Anja Wagatha und Andreas Glas sind Delegierte. Michael Samtleben, Regine Brotzki, Angelika Wittmann und Hans Doll wurden zu ihren Stellvertretern bestimmt.
Bei stabilen Parteifinanzen und aktuell 60 Parteimitgliedern liegt dem Inninger CSU-Ortsgruppenvorstand heuer insbesondere eines am Herzen: „Wir müssen uns auf die Werbung neuer Mitglieder konzentrieren. Ganz schlecht stehen wir nicht da, aber unser junger Unterbau muss wieder besser werden.“ Impressionen aus dem Kreistag gab es seitens der CSU-Kreisvorsitzenden Stefanie von Winning. Stolz über die jüngste Akkreditierung des Landkreises Starnberg zur Bildungsregion lenkte von Winning den Blick am Mittwoch auf die anstehenden Bauten eines Gymnasiums für Herrsching sowie der Starnberger FOS: „Das sind zwei Schulneubauten, die für den Landkreis finanziell zu Buche schlagen werden. Aber die florierende mittelständische Wirtschaft spielt Gemeinden und dem Kreis Geld in die Tasche.“
Für den Nachwuchs investieren will auch Bleimaier. Dringend sanierungsbedürftig ist derzeit der marode Zustand des St. Johannes-Kindergartens. „Wir müssen die Kröte schlucken, dann sind wir garantiert mit rund einer Million Euro dabei – das werden wir machen müssen“, erklärte Bleimaier, der einen Abriss mit Kindergartenneubau für die langfristig probatere Alternative hält und vor seinen Parteikollegen erklärte: „Wir sind im Augenblick fast schuldenfrei. Aber die Summe der Projekte wird zu Schulden führen.“ Während auch die Inninger Straßenberuhigung sowie die Erweiterung des Sportplatzgeländes als heiße Gemeindethemen gelten, sorgen steigende Gewerbesteuereinnahmen stetig für finanziellen Aufwind. „Der Gewerbepark schlägt zu Buche“, so Bleimaier. Als gute Einnahmequelle für die Inninger Gemeindekasse gelten nicht zuletzt die vielen verwarnten Verkehrssünder. In der Seefelder Straße werden monatlich sogar ein bis zwei Führerscheine einkassiert. Wermutstropfen: Die sieben im Ort postierten Smileys zeichnen erstaunlich hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu 87 Prozent auf.  nh

 

Inninger Vereine laden zu Ausstellung in ihr Haus

Stegen – Die Inninger Vereine haben sich nach 2012 für das Jahr 2016 wieder ein gemeinsames Projekt vorgenommen, das die bunte Geschichte der Gemeinde zum Thema hat. Dieses Mal steht der Ortsteil Stegen im Mittelpunkt, der stolz darauf ist, auf beinahe 3000-jährige Siedlungsspuren aus der Bronze- und Hallstattzeit zurückzublicken: darunter unter anderem auf Reste einer 165 nach Christus datierten römischen Holzbrücke und eines der ältesten Wirtshäuser im Landkreis Starnberg (1354). Noch älter ist der Nachweis über einen Fischer von Stegen. Er wird schon 1331 erwähnt. Abgesehen davon gibt es die Dampfschifffahrt auf dem See seit 140, die Staatliche Seenschifffahrt seit 110 und die Stegener Werft seit 130 Jahren, berichten die Organisatoren der Ausstellung „Historisches Stegen 2016“.
Präsentiert werden im Haus der Vereine in Inning auch die 10. Inninger Geschichtsblätter. Und die Besucher erfahren alles über die Brücke, die Fischer, die Wirte, die Herren, die Schiffer, die Flößer sowie das Stegener Bier. Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 4. Mai, um 18 Uhr. Weitere Öffnungszeiten sind: Donnerstag, 5. Mai, 10 bis 18 Uhr, Freitag, 6. Mai, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 7. Mai, 14 bis 18 Uhr sowie Sonntag, 8. Mai, 10 bis 18 Uhr.  jvr

 

Süddeutsche Zeitung 25.04.2016

Erste Zertifikate ausgehändigt
Fachstelle für pflegende Angehörige - Demenzhelferschulung abgeschlossen

Inning – Die Fachstelle für pflegende Angehörige der Nachbarschaftshilfe Inning hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren Angehörige zu beraten, zu begleiten, zu unterstützen und zu entlasten. Im April fand in den Räumen der Nachbarschaftshilfe (NBH) Inning wiederum eine Demenzhelferschulung statt, die den zukünftigen ehrenamtlichen Helfern das Rüstzeug für die Praxis mit auf den Weg geben konnte. NBH-Geschäftsführerin Gabriele Kaller empfand es als besondere Ehre, die Zertifikate überreichen zu dürfen und dankte den „frischgebackenen“ Demenzhelfern für ihr ehrenamtliches Engagement. Mit dem Zertifikat in Händen, freuen sich diese nun auf ihren ersten Einsatz.
Dieser bedeutet, Erkrankten ein paar Stunden Zeit, Geduld und Wertschätzung zu schenken. Denn oft sind Angehörigen von der Rund-um-die-Uhr-Betreuung des erkrankten Familienmitglieds ermüdet und überfordert. Häufige Tätigkeiten sind Vorlesen, Spazierengehen, Fotoalben ansehen oder kleinere gemeinsame Ausflüge unternehmen. In der kostenlosen, qualifizierten 40-stündigen Schulung lernten die Helfer diesen Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen. Der Einsatz erfolgt dann gemeindenah in Zusammenarbeit mit den Nachbarschaftshilfen Seefeld, Wörthsee und Weßling. Dafür erhalten die Helfer eine Aufwandsentschädigung von 8 Euro die Stunde.

 

Starnberger Merkur 20.04.2016

Feintuning für Ausstellung und Lebenslust
Historisches Stegen - Inninger Arbeitskreis hat seine Arbeit so gut wie vollbracht

Inning – Den maritimen Auftakt haben die Organisatoren des Festjahres „Historisches Stegen 2016“ mit Bravour bestanden. In der jüngsten Arbeitskreissitzung stand diesmal die Feinabstimmung der großen Ausstellung zur Stegener Ortsgeschichte, die gleichzeitige Präsentation der 10. Geschichtsblätter und die Koordination der Stegener Lebenslust auf der Agenda.
Um wie auf dem Flyer zur Ausstellungseröffnung aufgezählt, „alles über die Brücke, die Fischer, die Wirte, die Herren, die Schiffe, die Flößer, die Werft und das Stegener“ erzählen zu können, wurde auf vielen Ebenen recherchiert. Zum einen haben die Ortshistoriker des Vereins Heimatgeschichte wieder einmal in zahlreichen Archiven nach historisch interessanten Dokumenten gestöbert. Vorlagen für die vom 4. bis 8. Mai 2016 im Haus der Vereine laufende Ausstellung wurden unter anderem im Archiv der Freiherrn von Perfall auf Schloss Greifenberg, im Staatsarchiv in München und im Archiv der Nachbargemeinde Grafrath gefunden. Zum anderen konnten Edeltraud und Horst Schramm auf veröffentlichte Bücher, wie Robert Volkmann sie zum Beispiel geschrieben hat, und private Familienschätze zugreifen. Jutta Göbber hat die Ausstellungs- und Geschichtsblatt-Texte geschrieben und wird die Stegener Ortsgeschichte nach ganz eigener Manier – informativ, humorvoll und spannend – den Ausstellungsbesuchern am Eröffnungstag präsentieren.
Auch die Drittklässler der Grundschule werden die vorgesehene Schulstunde im benachbarten Haus der Vereine wohl nicht so schnell vergessen. Historische Fundstücke wie beim Inninger Ortsjubiläum werden diesmal nicht zu betrachten sein. Dafür zeigen die Leihgaben von Peter Stumbaum aus Herrsching, wie die Amper- und Ammersee-Schifffahrt begonnen und sich im Wandel der Zeit fortentwickelt hat
Auch das Programmpaket der „Stegener Lebenslust“ am 23. Juli 2016 ist inzwischen festgezurrt. Vom ersten Programmpunkt, der ersten Amperfahrt um 9 Uhr, bis zum letzten, der großen Beachparty bis zwei Uhr nachts, hält der Sommertag auf der Badewiese dank 15 aktiver Ortsvereine für Jung bis Alt eine Vielzahl an Attraktionen bereit. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, denn einen Ausweichtermin gibt es nicht.  si

 

Plattformlift muss reichen
Rathauserweiterung

Inning – Der vorgesehene Plattformlift im Rathausanbau in Inning kam nicht bei allen am Planungsverfahren beteiligten Institutionen gut an. Während das Kreisbauamt in Starnberg rechtlich keine Einwände hatte, bat die Behindertenbeauftragte des Landkreises den Einbau noch einmal zu überdenken. Sie empfahl, zur barrierefreien Erschließung aller Geschosse des Rathauses einen richtigen Personenaufzug einzubauen. Barrierefreiheit sei nicht auf öffentliche Bereiche beschränkt, sondern beträfe das gesamte Gebäude mit Keller, Erd- und Obergeschoss.
Trotz dieser guten Argumentation bleibt es bei dem geplanten Plattformlift, beschloss der Gemeinderat dennoch in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium folgte mit der einstimmig gefassten Entscheidung den schwerer wiegenden Argumenten der Verwaltung. „Der Aufzug im öffentlichen Bereich führt vom Erdgeschoss in das Obergeschoss und umgekehrt, also nur über ein Geschoss“, hieß es im Sachvortrag. Das Kellergeschoss werde nur von Mitarbeitern der Verwaltung und der Wartungsfirma genutzt. Hier sei grundsätzlich auch von Mitarbeitern mit Behinderung auszugehen.
Größenmäßig ist der sehr langsam fahrende Plattformlift auch für einen Behinderten im Rollstuhl mit Betreuungsperson ausgelegt. Was in der Inninger Mehrzweckhalle ausreicht, sei auch für das Rathaus gut, wurde deshalb allgemein argumentiert.
Rund 45 000 bis 50 000 Euro an Mehrkosten hat das Architekturbüro für den Personenlift veranschlagt. Hinzu kommen Wartungsmehrkosten von rund 820 Euro pro Jahr. Das ist für Inning nicht drin.  si

 

Kreis gibt Hallen auf: Baustopp in Gauting
Asyl-Unterkünfte

Landkreis – Die Leichtbauhallen haben ausgedient, bevor die erste fertig wurde: Der Landkreis hat gestern den Bau von zwei Hallen in Gauting und Pöcking gestoppt. Hintergrund sind die weiter niedrigen Flüchtlingszahlen. Der bereits begonnene Bau in Gauting wurde sofort eingestellt – gerade noch rechtzeitig, bevor teure Arbeiten wie Fundament oder Kanal anstanden. Die bereits stehenden Teile werden wieder abgebaut. In Pöcking hatte der Bau noch nicht begonnen. Die Gautinger Halle soll nach Angaben des Landratsamtes verkauft werden, Interessenten gebe es. Im Pöckinger Fall ist der Kreis aus dem Vertrag ausgestiegen.
„Diesen Schritt halte ich für notwendig, weil die aktuelle Entwicklung nicht erwarten lässt, dass wir diese Unterkunft zur Unterbringung von Asylbewerbern noch benötigen“, erläutert Landrat Karl Roth per Pressemitteilung. Derzeit bekommt der Kreis nicht mehr 53 Asylbewerber pro Woche, sondern keinen. „Wenn wir Kapazitäten verringern, müssen wir als erstes die Provisorien im Blick haben“, erklärte der Landrat. Damit verabschiedet sich der Landkreis komplett vom Leichtbauhallen-Konzept, nachdem die Hallenzahl zunächst von vier auf zwei reduziert worden war (wir berichteten). An den Containerplanungen halte der Kreis fest.
Was aus der immer noch mängelbehafteten und nicht übernommenen Traglufthalle in Gilching wird, ist offen. Kreissprecher Stefan Diebl zufolge prüft der Kreis die Möglichkeit, aus dem Hallenprojekt auszusteigen.  ike

 

Süddeutsche Zeitung 19.04.2016

Neuralgische Punkte
Von Astrid Becker

Was lange währt, wird endlich gut - oder auch nicht: Das Verkehrsgutachten, mit dem die Gemeinde den Münchner Planer Paul Bickelbacher beauftragt hatte, wurde lange Zeit sehnsüchtig erwartet und liegt nun vor. Am Donnerstag wurde es im Verkehrsausschuss vorgestellt. Auf dieser Basis sollen nun die Inninger in einer zweiten Bürgerwerkstatt im Juni noch einmal über mögliche Verbesserungen im Hauptort und den Ortsteilen diskutieren. Auch der Gemeinderat will sich dem Vernehmen nach dazu noch einmal in Klausur begeben. Eines allerdings zeichnet sich schon jetzt ab: Der Wunsch vieler Bürger nach einer Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf der Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 wird sich wohl nicht erfüllen lassen.
So manches, was der Planer schon einmal im vergangenen Jahr nach einer ersten Bestandsaufnahme dem Gemeinderat vorstellte, findet sich nun auch im endgültigen Gutachten wieder. So zum Beispiel der Fokus, den Bickelbacher in den Mittelpunkt seiner Untersuchungen auftragsgemäß legt: auf die Verbesserungen für Fußgänger und Radler. Nicht zu kurz kommt allerdings auch das Verkehrsaufkommen, unter dem vor allem die Bewohner des Hauptortes Inning zu leiden haben. Dieser Punkt hatte in der Gemeinde in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten geführt. So hieß es vor allem seitens der Befürworter einer Entlastungsstraße, dass das Verkehrsaufkommen und Lösungen dafür in der Auftragsvergabe an Bickelbacher kaum berücksichtigt worden seien. Im Gutachten selbst hat der Planer jedoch vieles eingearbeitet, was in der Zwischenzeit geschehen ist - wie die erneut in einem Bürgerentscheid abgelehnte Umgehung oder auch die vielen neuralgischen Punkte in der Gemeinde, die sich bei einem Inklusionsspaziergang im April 2015 für Menschen mit Handicap herausgestellt hatten: beispielsweise nicht zugängliche Gehsteige und Läden an der Mühlstraße oder unebene und zu schmale Bürgersteige. Eingang fand aber auch ein bereits vor Jahren erstelltes Gutachten zur Verkehrsmenge in Inning. Demnach sind hier, vor allem im Bereich der Durchfahrt, knapp 11000 Autos pro Tag unterwegs, nur südlich der Schornstraße/Obere Mühle sind es etwas weniger: die Rede ist von 9100 Fahrzeugen. An Ausflugssonntagen oder bei Umleitungen auf der Autobahn können es jedoch weitaus mehr sein.
Wie es heißt, beschäftigt dieses Thema derzeit auch wieder die Verlierer des Bürgerentscheids. Sie sollen derzeit eigene Verkehrszählungen anstellen. Auf der Internetseite von Pro Inning ist jedenfalls zu lesen, dass sich seit dem für sie verlorenen Entscheid Ende Januar nichts in Inning getan habe. Kritisiert wird beispielsweise, dass ein Beginn der Planungen für eine Sanierung der Ortsdurchfahrt nicht abzusehen sei. Ganz richtig ist dies allerdings nicht. Denn Bürgermeister Walter Bleimaier hatte stets betont, die Ergebnisse des Gutachtens abwarten zu wollen, damit diese in Planungen einfließen könnten. Er kündigte auch bereits an, ausführliche Gespräche mit den zuständigen Behörden führen zu wollen. Dabei wird es wohl auch um Tempo 30 gehen, das von vielen Inningern für ihre Hauptstraße gefordert wird - und für das nun die Bürgerinitiative für Innings Zukunft, die gegen eine Umfahrung gekämpft hatte, nun übergangsweise in einer freiwilligen Aktion wirbt.
Wünschenswert nennt auch Paul Bickelbacher in seinem Gutachten die flächenhafte Einführung von Tempo 30 im Ort. Für durchsetzungsfähig hält er dies offenbar aber nur für die Straßen abseits der Ortsdurchfahrt. Für letztere besitzt die Gemeinde kaum Entscheidungsbefugnis, weil es sich bei ihr um eine Staatsstraße handelt. Die Verkehrsbehörden stünden in solchen Fällen Tempo 30 grundsätzlich ablehnend gegenüber, weil sie der zügigen Durchfahrt für die Autos Priorität einräumten, schreibt der Planer nun auch in seinem Gutachten. Seiner Einschätzung nach müssten nun bei der Ortsdurchfahrt andere Maßnahmen ergriffen werden, die für die Behörden akzeptabel sein könnten und sich geschwindigkeits- und auch lärmreduzierend auswirkten: der Einbau von Mittelinseln und Querungshilfen etwa oder auch die optische Verschmälerung der Fahrbahn durch seitliche Farbstreifen. Dies hatte er übrigens bereits 2015 im Rahmen seiner Bestandsanalyse vorgeschlagen.

 

Starnberger Merkur 18.04.2016

Raser unter Beobachtung
Schulwegsicherheit - Schülerlotsen klagen über Rotlichtverstöße und sind bis Pfingsten zu zweit im Einsatz, um alles zu dokumentieren
Von Eveline Silkenstedt

Inning – Die Inninger Schülerlotsen schlagen Alarm. Seit langem stehen die Helfer morgens und mittags, wenn die Erstklässler Schule aus haben, an der Ampel an der Inninger Leitenstraße. Doch in der jüngsten Zeit haben es die ehrenamtlichen Helfer immer öfter mit aggressiv fahrenden Auto-, Bus- und Lkw-Fahrern zu tun. Weil sich Rotlichtverstöße und gefährliche Situationen häufen (wir berichteten), wird vielen Lotsen die Verantwortung für ihre Schützlinge inzwischen zu groß. „Nur durch viel Glück ist bisher keinem Kind was passiert“, ärgert sich Sigrid Herkersdorf, Organisatorin der Schülerlotsen.
Die zunehmende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr war Thema im Verkehrsausschuss. „Wir müssen die Berichte der Schülerlotsen ernst nehmen“, stellte Anja Wagatha (CSU) fest. Für die Schulreferentin gibt es zwei Gründe, aktiv zu werden: Zum einen könnte irgendwann doch ein Unfall passieren, und zum anderen soll vermieden werden, dass sogar für kurze Schulwege das Mama-Taxi aktiviert wird. Deshalb wird die Gemeinderätin mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka (FWG), Gemeinderätin Katrin Nicolodi (BIZ) und Polizist Udo Wenisch ab heute bis zu den Pfingstferien jeweils als zweiter Schülerlotse mit an der Ampel stehen. Die Unterstützung wird gebraucht, weil Schülerlotsen Verstöße bei der Polizei melden können, dafür aber Angaben zu Nummernschild und Fahrer machen und ein genaues Protokoll schreiben müssen. „Das schaffen sie nicht, wenn sie gleichzeitig die Kinder sicher über die Straße bringen wollen“, erklärte Wagatha den Ratskollegen. Auf deren Mithilfe baut sie: „Vielleicht finden sich ja noch weitere Gemeinderatsmitglieder, die an der Aktion teilnehmen können.“
Seitens der Behörden fühlen sich die Schülerlotsen seit längerem im Stich gelassen. Die Polizei kontrolliere Rotlichtübertretungen an der Ampel nur sporadisch. Die Aufstellung des von Schülerlotsen vorgeschlagenen Schilds „Verkehrshelfer“ hat das Landratsamt wegen der Nähe zur Ampel nach den geltenden Vorgaben nicht anordnen können. Dem Gerücht, dass die Ampelphase von grün auf rot so kurz ist, dass Lkw- und Busfahrer nicht rechtzeitig bremsen können, widersprach die Schulreferentin. „Es gibt eine gesetzliche Regelung, dass die Umschaltphase bei Tempo 50 mindestens drei Sekunden betragen muss, und die Vorgabe wird eingehalten“, erläuterte Wagatha. Nachgefragt hat sie auch bei einer örtlichen Fahrschule. Der Experte versicherte, dass auch große Fahrzeuge bei einer vorausschauenden Fahrweise rechtzeitig bremsen könnten.
Eine Änderung der Schaltzeit ist derzeit nicht möglich, weil die Technik veraltet ist. Die Umrüstung auf LED-Technik, die bei Sonne besser zu sehen ist, würde die Gemeinde rund 10 000 Euro kosten, die Nachrüstung mit einem Blindensignalgeber rund 3000 Euro. 1997 hatte die Gemeinde die Fußgängerampel auf eigene Kosten aufstellen lassen. „Es ist wichtig, dass wir selbst Politik machen“, betonte Bürgermeister Walter Bleimaier. Deshalb werden die Verstöße jetzt vier Wochen lang dokumentiert.

 

Starnberger Merkur 17.04.2016

Nun sind Behörden am Zuge
Verkehrskonzept Inning - Paul Bickelbacher legt seine Studie für Inning vor: Viele Möglichkeiten, einige Zweifel
VON EVELINE SILKENSTEDT

Inning – Lange hat das Verkehrskonzept des Münchner Stadt- und Verkehrsplaners Paul Bickelbacher auf sich warten lassen. Die Vorstellung in der Verkehrsausschuss-Sitzung am Donnerstag stieß bei den Ausschussmitgliedern und 40 aufmerksamen Zuhörern auf geteilte Resonanz. Klarheit, mit welchen Maßnahmen das Zufußgehen und Radlfahren im Ort trotz der hohen Verkehrsbelastung sicherer und damit attraktiver gemacht werden kann, wird das für Mai geplante Gespräch mit den zuständigen Behörden bringen.
Zum Themenkatalog wird unter anderem für den Hauptort Inning die Ausweisung flächenhafter Tempo-30-Zonen abseits der Ortsdurchfahrt gehören, markierte Radschutzstreifen entlang der Hauptstraße und Querungshilfen zwischen Münchner und Landsberger Straße sowie an der Kreuzung beim Edeka-Markt. Letztere war die am häufigsten genannte Forderung der Bürgerwerkstatt.
Ein heikler Gesprächspunkt wird dieser Vorschlag von Bickelbacher sein: „Das Ortszentrum zwischen den Einmündungen Münchner Straße und Mühlstraße wird als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ausgewiesen und die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt.“ Über die zirka 30 Sekunden, die ein Fahrzeug auf der 400 Meter langen Engstelle langsamer fahren müsste, solle trotz der ablehnenden Behördenhaltung verhandelt werden.
Lebhaft war die Diskussion der Ausschussmitglieder nach der einstündigen Tour durch Innings Schwachstellen und eine Vielzahl von Lösungsangeboten. „Tempo 30 sind Eventualitäten“, kritisierte Johann Ritzer (FBB) das Konzept. Er habe eine klare Antwort erwartet, was machbar sei und was nicht. „Der nächste Schritt wird im Mai das Behördengespräch mit den Landratsamt und dem Straßenbauamt Weilheim sein“, beschwichtigte Bürgermeister Walter Bleimaier. Danach wisse man mehr. „Ich bin zufrieden mit dem Konzept“, freute sich Barbara Wanzke (Grüne) bei der Aussicht auf einen langsameren Verkehrsfluss. Jürgen Hatz (BIZ) setzte die Prioritäten wegen der hohen Kosten bei der Ortsdurchfahrt, während stellvertretende Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka vorzog, wegen der Wichtigkeit des Projekts die Gemeinde bei einigen Maßnahmen in Vorlast gehen zu lassen. Welche Projekte schnell, welche mittelfristig umgesetzt werden können und wie viel Geld die Gemeinde in beiden Fällen in die Hand nehmen kann, wollen die Gemeinderäte während einer Klausurtagung ausloten.

 

Starnberger Merkur 15.04.2016

Reitbahn und Reitstall müssen weg
Gemeinderat Inning sieht keinen Grund, Schwarzbauten in Buch nachträglich zu genehmigen

Inning – „Das ist ein typischer Schwarzbau ohne die Beteiligung von Behörden“, waren Bürgermeister Walter Bleimaiers klare Worte zum Antrag auf Änderung eines Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für eine Reitbahn mit Pferdestall im Inninger Ortsteil Buch. Beides wurde mit deutlicher Mehrheit in der jüngsten Gemeinderatssitzung abgelehnt.
Die Eigentümerin eines großen Villengrundstücks An der Senke hatte die Anlagen ohne die notwendige Genehmigung und zudem im als Landschaftsschutzgebiet eingestuften Grundstücksbereich errichtet. Eine Privilegierung als landwirtschaftlicher Betrieb ist nicht gegeben. Mit Schwarzbauten im Landschaftsschutzgebiet, zuletzt in Bachern und Schlagenhofen, musste sich der Gemeinderat in jüngster Zeit des Öfteren beschäftigen. „Wir müssen ein deutliches Zeichen setzten“, stellte Vize-Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka verärgert fest. Es könne nicht angehen, dass man ins Landschaftsschutzgebiet etwas hinbaue und die Gemeinde dann zustimme. Diese Ansicht teilten 14 Ratskollegen und lehnten das Angebot der Grundeigentümerin ab, den Reitplatz teilweise zurückzubauen und ältere asphaltierte Flächen zu entsiegeln oder ökologische Ausgleichsflächen zu schaffen. Es soll kein Präzedenzfall geschaffen werden, mit unabsehbaren Folgen für den gesamten ufernahen Bereich des Landschaftsschutzgebiets am Ammersee und Wörthsee.
Ein weiteres Argument lieferte die Empfehlung des Bauausschusses: Die städtebauliche Erfordernis für eine Ausnahmegenehmigung liege nicht vor. Die Anlagen hätten genauso gut auf landwirtschaftlichen Pachtflächen im Ortsteil Buch errichtet werden können.
Katrin Nicolodi und Michael Buchner (BIZ) zeigten hingegen Verständnis „für den Traum eines jeden Pferdebesitzers, Pferde auf dem eigenen Grund zu halten“ und sahen keinen Grund, „auf dem riesigen Grund ein Projekt abzulehnen“. Das Kreisbauamt und die Untere Naturschutzbehörde sind aber überzeugt, dass die Anlagen nicht genehmigungsfähig sind und abgerissen werden müssen. Deshalb wird der Bucherin bald eine Beseitigungsanordnung vorliegen. Der Klageweg steht ihr offen.  si

 

Kicken mit Jimmy

HartwigFür sein Alter ist der siebenjährige Sinar aus dem Irak schon ganz schön ballsicher. Beim Fußballtraining in Inning im Landkreis Starnberg können sich die jungen Flüchtlinge aus der Gemeinde jede Woche so richtig austoben. Mit dabei: Ex-Bundesligaprofi Jimmy Hartwig, der den jungen Burschen Tipps gibt – und in deutsch-englisch-arabischem Kauderwelsch für gute Laune sorgt. » Bayern Foto: Andrea Jaksch

 

Jimmys Flüchtlings-Kicker

Sport hilft. Gegen Langeweile. Und gegen Streitereien. In Inning am Ammersee treffen sich die jungen Asylbewerber jede Woche zum Fußball-Training. Mit dabei: Ex-Bundesligaprofi Jimmy Hartwig. - von Dominik Göttler

Inning – Jimmy Hartwig steht unter dem schmalen Vordach der Inninger Turnhalle und schaut ungläubig zum Himmel. „Kuck Dir die Scheiße an hier.“ Wolkenbruch. Der Wind peitscht den Regen über den Parkplatz bis unters Vordach. Jimmy Hartwig, 61, Ex-Bundesligaprofi, Ex-Nationalspieler, wippt von einem Bein aufs andere, er will endlich kicken. Genau wie die jungen Flüchtlinge, die nach und nach angelaufen kommen. Die meisten klatschnass und nur im T-Shirt. Der 21-jährige Saboor schüttelt einigermaßen fassungslos den Kopf und sagt: „Afghanistan regnet nicht.“ Inning regnet. Und wie. Die Erlösung kommt nach einer Viertelstunde und heißt Hans Dellinger. Der Mann mit dem Schlüssel. Endlich Fußball.
Inning am Ammersee (Kreis Starnberg) geht schon fast als Modellgemeinde durch, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht. Etwa 120 Asylbewerber leben hier, rund 90 davon in der Containersiedlung wenige Meter von der Turnhalle entfernt. Der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ übernimmt die Asylsozialberatung, fast 50 Inninger Paten kümmern sich darum, dass die Flüchtlinge Anschluss finden. Es gibt eine Nähgruppe, Kinderbetreuung, einen Second-Hand-Markt. Und zweimal die Woche wird gekickt, jeden Mittwoch davon mit einem der bekanntesten Bewohner von Inning. Mit Jimmy Hartwig.
Mannschaftswahl. Trainer Hans Dellinger wird als erstes gewählt, Jimmy Hartwig, Deutschlandtrikot, Nummer 6, Aufdruck Jimmy, wenig später. Lauter Jubel, als er sich das gelbe Leibchen überstülpt. Er selbst jubelt am lautesten, bevor er den 15-jährigen Alireza aus Afghanistan scherzhaft in den Schwitzkasten nimmt und gleichzeitig einem anderen Mitspieler einen leichten Tritt in den Hintern verpasst. Jimmy Hartwigs jugendliche Unbekümmertheit ist ansteckend. Seit Januar sind die Flüchtlinge in Inning. Von dem, was Jimmy Hartwig ihnen zuruft, verstehen sie maximal die Hälfte. Trotzdem gibt er ihnen das Gefühl, dass sie nicht alleine sind.
Jimmy Hartwig kennt die Einsamkeit. „Ich habe mich selbst oft fremd gefühlt.“ Wegen seiner Hautfarbe. Der Sohn eines afroamerikanischen GIs und einer deutschen Mutter machte als Fußballer Karriere, spielte bei Sechzig, danach beim Hamburger SV, wurde dreimal Meister, spielte zweimal für die Nationalmannschaft – zu einer Zeit, in der Spieler mit dunkler Hautfarbe auf dem Platz noch als „Neger-Schwein“ beleidigt wurden. Nach seiner aktiven Karriere überlebte er zwei Suizidversuche, den Krebs, das Dschungelcamp. Heute spielt er Theater. Und engagiert sich als DFB-Integrationsbotschafter. Im Juli will er ein Benefizturnier auf die Beine stellen, den Münchner Nationen Cup. Alle teilnehmenden Mannschaften dort sollen zur Hälfte aus Asylbewerbern bestehen. „Ich suche noch nach Sponsoren.“
In Inning macht Jimmy Hartwig den Libero, da muss man nicht so viel laufen. Jenseits der Mittellinie beobachtet er, wie Dlwat, Fthawe und Puria – Irak, Eritrea, Afghanistan – dem gelben Filz hinterherjagen. „Kopf nach oben“, brüllt Hartwig und lacht, „nicht immer nur nach unten schauen. Look. Look.“ Als er den Ball hat, lässt er ihn sich vom kleinsten Mitspieler, dem siebenjährigen Sinar im Ronaldinho-Trikot, abnehmen. Hartwig nennt ihn nur Mickey Mouse. Spielstand? Unwichtig.
Hans Dellinger, 63, hat die Fußball-Gruppe ins Leben gerufen. Früher hat er für Dornier in Nigeria Flugzeuge gebaut. Jetzt sperrt er gemeinsam mit Josef Freymann zweimal die Woche die Halle auf und spielt mit 20 bis 30 Flüchtlingen einfach nur Fußball. Es ist anders als bei den Jugendmannschaften des SV Inning, die er früher trainiert hat. „Die Burschen hier sind viel verspielter. Und wenn’s pressiert, telefoniert auch mal einer während des Spiels.“ Egal, es macht Spaß. Und es ist gut für die Stimmung. „Wir mischen Araber und Afrikaner“, sagt Dellinger. „Das nimmt Spannungen raus.“
Brigitte Gürlich steht am Geländer und blickt hinab aufs Spielfeld. Der 21-jährige Hamza schlenzt gerade den Ball gegen die aufgestellte Weichbodenmatte, den Torersatz. Er hat in Somalia Journalismus studiert. Jetzt dribbelt er in Inning. In ihrer Freizeit bringt Brigitte Gürlich den Flüchtlingen vor dem Fußball Deutsch bei. „Wenn das Training näher rückt, werden sie immer schon ganz hibbelig.“ Sie war es, die Jimmy Hartwig angerufen und gefragt hat, ob er sich vorstellen könnte, mitzumachen. „Wann soll ich da sein?“, habe er nur gefragt.
Nach dem Training sitzt Jimmy Hartwig mit Brigitte Gürlich in er Containerwohnung des 16-jährigen Puria und seiner afghanischen Familie. Der Boden ist mit Teppichen ausgelegt, an der Wand hängt das deutsche Alphabet, an der Decke drei aufgeblasene Luftballons. Es gibt Tee und Kuchen. „Alle hier hatten den Wikipedia-Artikel von Jimmy an der Wand hängen“, sagt Brigitte Gürlich, „da wusste jeder, wie erfolgreich er war“. „Ach“, sagt Hartwig, „was ich gewesen bin, zählt alles gar nichts mehr.“ Er winkt Puria zu sich. „Jetzt zeige ich dir mal den echten Jimmy.“ Er zieht sein Handy aus der Hosentasche und hält es dem Bub vor die Nase. „Mama Calypso“, tönt aus den Smartphone-Boxen, der Popschlager, den Hartwig 1980 veröffentlicht hat. Beim Refrain singt er laut mit. Puria blickt vom Handybildschirm zu Hartwig und kichert leise. Vielleicht ist es ganz gut, dass er noch nicht alles versteht.

 

Süddeutsche Zeitung 15.04.2016

Mitten in Inning - Einsatz bitte!
Von Astrid Becker

Gemeinderäte sind nicht immer zu beneiden. Man stelle sich das mal vor: Nach einem harten Arbeitstag müssen diese armen Menschen noch zu einer Sitzung gehen, die mit gefühlten 185 Tagesordnungspunkten vermutlich bis weit nach Mitternacht reicht. Und sind so müde. Neulich in Inning war das Gegähne groß. So manch einem fielen sogar immer wieder die Augen zu. Hubert Vögele von den Grünen beispielsweise. Doch dann, ganz plötzlich, ist der Mann wieder hellwach und ganz bei der Sache. Weil es endlich wieder um ein richtig spannendes Thema geht!
Genauer gesagt, um die Niederschlagswasserbeseitigung in der Bucher Seestraße. Darüber lässt sich ja vortrefflich debattieren. Denn geplant war dort mal eine Lösung mit Regenrückhaltebecken, die aber auf privaten Grundstücken verwirklicht hätte werden müssen. Das gibt Ärger, da sind sich die Gemeinderäte schnell einig.
Aber die Alternativlösung auf öffentlichem Grund, die noch dazu mehr als 100 000 Euro teurer werden würde, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. An einer Stelle müsste dafür ein Höhenunterschied von fünf Metern überwunden werden - und da stellt sich zu Recht die Frage: Muss das sein? Würde nicht vielleicht ein größeres Rohr ausreichen, um all das Wasser, das derzeit haltlos durch die Gegend rinnt, sicher in den See zu befördern?
Während sich die Damen, allen voran Katrin Nicolodi von der BIZ, um den einzigen Badeplatz Buchs sorgen, der dann mit so einem Rohr gar nicht mehr hübsch aussähe, debattieren die Männer im Rat viel lieber über Rohrdurchmesser. Oh ja, das ist fein. 500 Millimeter, das ist gut. Oder doch lieber 800 Millimeter? Oder wie? Am Ende kommt nur eines heraus: Dass man im Inninger Rat keine Ahnung hat, was nötig ist, damit die Keller der Bucher nicht volllaufen.
Aber immerhin gibt's ja Hubert Vögele. Der ist wieder wach. Und er hat eine Idee: Man könne ja die Feuerwehr zu einer Übung bitten, die solle dann das Wasser vom See abpumpen, das nach oben bringen und es laufen lassen. Das ist eine recht praktische Lösung. Denn dann wäre die Feuerwehr ja schon da, wenn die Keller volllaufen. Das findet auch Bürgermeister Walter Bleimaier. Trotzdem wird daraus nichts. Der Gemeinderat vertagt die ganze Sache erst mal. Wahrscheinlich bis zur nächsten langen Sitzung. Denn eines ist ja klar: Gegen anhaltende Müdigkeit nach einem harten Arbeitstag wirkt nichts so anregend und inspirierend wie die Niederschlagswasserbeseitigung in Buch.

 

Starnberger Merkur 14.04.2016

Krippe nicht ausgelastet

Inning – Die Kinderkrippe von Denk Mit! im Interkommunalen Gewerbepark ist derzeit nicht ausgelastet. Insgesamt 40 Ganztagesplätze – jeweils für 20 gibt es eine Bedarfsanerkennung der Gemeinden Inning und Wörthsee – bietet die Kinderbetreuungseinrichtung an. Zwölf weitere Zwerge im Alter von zehn Monaten bis drei Jahre könnte sie noch aufnehmen. Deshalb nahm Karin Bader einen Elternvorschlag auf und beantragte bei der Gemeinde die Einrichtung einer altersgemischten Gruppe in der Krippe. Die Geschäftsführerin ahnte schon, dass es Komplikationen geben würde: „Wenn Geld zurückgezahlt werden muss, muss es nicht sein.“ Darum wurde die Umwandlung im Gemeinderat letztendlich auch einstimmig abgelehnt.
Die Gemeinde hat beim Zuschussgeber, der Regierung von Oberbayern, nachgefragt, ob bei der Einrichtung einer altersgemischten Gruppe Zuwendungen wieder zurückgezahlt werden müssten. Grundsätzlich würde die Umwandlung von einer Krippe in einen Kindergarten eine „zweckwidrige Nutzung“ darstellen, antwortete die Behörde. Die Folge wäre eine anteilige Rückforderung.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Regierung laut Förderrichtlinien darauf verzichten. Das wäre der Fall, wenn der Bedarf an Krippenplätzen im Gemeindebereich gedeckt wäre. Doch mit solch einer Entscheidung würde sich die Gemeinde für die Zukunft selbst binden, falls tatsächlich wieder mehr Krippenplätze gebraucht würden, so die Verwaltung. Sie verwies auf die noch nicht bebauten Grundstücke im Gewerbepark. Weil noch nicht alle Firmen in Betrieb gegangen seien, könnte es bald mehr Kinder geben, die betreut werden müssen.  si

 

Haushalt - Knapp und doch erfreulich

Inning – „Für außerplanmäßige Ausgaben stehen keinerlei Mittel mehr zur Verfügung“, verkündete Silke Krause am Dienstag. Die Gemeindekämmerin empfahl in der jüngsten Gemeinderatssitzung, nicht geplante Ausgaben und Investitionen keinesfalls ohne entsprechende Deckung durch Mehreinnahmen zu finanzieren. Trotzdem müssen sich die 4542 Inninger Einwohner keine Sorgen über die Finanzlage ihrer Gemeinde machen.
Die Gemeinde wird im Gegensatz zum Vorjahr im Bereich Steuern, allgemeine Zuweisungen und Umlagen voraussichtlich Mehreinnahmen von etwa 1,27 Euro erzielen. Der Kostenexplosion auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushalts steht auf der Einnahmeseite dank florierender Unternehmen im Gemeindegebiet und im neuen Gewerbepark ein wachsendes Plus gegenüber. 2,5 Millionen Euro – rund eine Millionen Euro mehr als im Vorjahr – werden allein an Gewerbesteuern erwartet. Als potenter Steuerzahler erweist sich vor allem ein bisher nicht veranlagter Betrieb im Gewerbepark. Selbst wenn die Steuerveranlagung am Ende erheblich niedriger ausfallen sollte, wird die Gemeinde von der Ansiedlung profitieren. „Die Hälfte ist absolut sicher“, ist Bürgermeister Walter Bleimaier überzeugt.
Auch die Einkommenssteuerbeteiligung kann mit 3,6 Millionen Euro ein stetes Wachstum verzeichnen. Größter Ausgebeposten ist erneut die Kreisumlage. Sie liegt mit rund 2,48 Million Euro knapp 500 000 Euro über dem Ansatz des Vorjahres. Im Bereich Soziale Sicherung sorgen die Asylpolitik und die Kinderbetreuung mit einem Defizit von 720 200 Euro für ein unübersehbares Loch in der Gemeindekasse. Relativ hoch wird auch die Umlage für die Chirurgische Klinik Seefeld ausfallen. Der Betrag steht noch nicht fest, wurde von der Kämmerin jedoch mit 100 000 Euro jährlich veranschlagt.
Zu den großen Ausgabeposten im Vermögenshaushalt gehören unter anderem die Rathauserweiterung, die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs für die FFW Inning und Planungskosten für die Sanierung des Glasdachs der Aula sowie Mängelbeseitigung der Grundschule. Ein Kredit von 1,4 Millionen Euro dient der Finanzierung des Bauhofs und zur Umschulung von Altkrediten.  si

 

Süddeutsche Zeitung 14.04.2016

Hohe Ausgaben  - Extras gestrichen
Von Astrid Becker

Eine halbe Million Euro mehr Kreisumlage als gedacht, hohe Ausgaben für die Asylpolitik, die Finanzierung eines Defizits in der Kinderbetreuung, mehr Gewerbesteuerumlage und eine ganze Menge Investitionen und Baumaßnahmen: Weitere Ausgaben wird sich Inning in diesem Jahr nicht leisten können. In ihrem Haushaltsbericht ermahnt Kämmerin Silke Krause die Gemeinderäte, nur nach dem Grundsatz der "Notwendigkeit" zu verfahren, um weitere Kreditaufnahmen zu vermeiden.
Für außerplanmäßige Ausgaben stünden keinerlei Mittel mehr zur Verfügung, fasst die Kämmerin die finanzielle Lage der Gemeinde Inning in der Ratssitzung am Dienstag zusammen. Da ist beispielsweise der Bauhof, der teurer wurde als gedacht, weil sich der Untergrund als recht schwierig erwiesen hatte - und da ist das Grundstück des alten Bauhofs im Ortszentrum, auf dem der Verband Wohnen nun bezahlbaren Wohnraum schaffen will. Ursprünglich sollte das Areal verkauft werden und zur Finanzierung des neuen Bauhofs dienen. Nachdem die Gemeinde ihre Pläne nun aber geändert hat, wird sie allein eine Million Euro Kredit für den neuen Bauhof aufnehmen müssen. Hinzukommen noch weitere 400 000 Euro, die als neue Kreditaufnahme verbucht sind, um den aktuellen Haushalt auszugleichen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser Summe aber lediglich eine Umschuldung - der derzeit günstigen Zinslage wegen. Konkret handelt es sich um insgesamt drei Darlehen, die die Gemeinde einst für den Kauf und die Sanierung des Gasthofes zur Post aufgenommen hat und deren Zinsbindung nun ausläuft. Für die Umschuldung eines ersten Darlehens in Höhe von 300 000 Euro hat der Gemeinderat denn auch gleich den Bürgermeister Walter Bleimaier ermächtigt, Angebote einzuholen. Auch für 2017 ist eine weitere bilanzielle Kreditaufnahme geplant - in Höhe von 1,7 Millionen Euro, weil weitere Umschuldungen und eine Neuaufnahme zur Zwischenfinanzierung in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro anstehen, wovon etwa eine Million Euro im Folgejahr wieder getilgt werden sollen.
Auch die Rücklagen schrumpfen demnach, von knappen 4,2 Millionen Euro Anfang 2016 auf etwa 400 000 Euro bis Ende 2019. Allerdings kann die Gemeinde auch mit größeren Einnahmen rechnen - allein aus der Gewerbesteuer etwa 2,5 Millionen Euro, Tendenz steigend. Dennoch: Inning wird vorsichtig mit seinen Finanzen umgehen müssen. An diese Maßgabe der Kämmerin hält man sich aber ohnehin - sogar wenn es um den Einbau eines Aufzugs im neuen Rathaus geht. Hier entschied sich der Rat entgegen der Empfehlung der Behindertenbeauftragten des Kreises nur für einen Plattformlift - weil letzterer etwa 50 000 Euro billiger ist als ein Personenaufzug

 

Inning  - Pferdeparadies adé
Von Astrid Becker

Wenn es um Schwarzbau geht, will man am Ammersee kein Exempel mehr statuieren. Der Inninger Gemeinderat hat daher dem Ansinnen, einen im Landschaftsschutzgebiet illegal errichteten Reitplatz mit Pferdestall nachträglich zu genehmigen, am Dienstag eine klare Absage erteilt - nicht aber, ohne zuvor heftig und ausgiebig darüber zu debattieren.
Konkret geht es dabei um ein recht herrschaftliches Anwesen im Außenbereich. Es liegt am See im Ortsteil Buch und besteht unter anderem aus einer denkmalgeschützten Villa und einem großen Park, der teilweise unter Landschaftsschutz steht. Genau dort, auf den geschützten Flächen, hatte die Eigentümerin des Ganzen in jüngerer Vergangenheit eine Reitbahn nebst Pferdestall errichtet - und sich offenbar nicht erkundigt, ob dies überhaupt möglich ist. Was sie versäumte, erledigten dann wohl ihre Nachbarn. Sie beschwerten sich über die neuen Anlagen im Rathaus, das die ganze Angelegenheit dem Kreisbauamt zur Prüfung übergab. Die Grundstückseigentümerin beantragte daraufhin, den Flächennutzungsplan in ihrem Sinne zu ändern und einen Bebauungsplan für die beiden Anlagen zu erstellen. Die Kosten dafür wollte sie übernehmen. Zudem bot sie an, den Reitplatz teilweise zurückzubauen, ökologische Ausgleichsflächen zu schaffen oder auch bereits vorhandene ältere asphaltierte Flächen zu entsiegeln - zugunsten des Landschaftsschutzes. Nach einem Ortstermin jedoch stand wohl für die Mehrheit der Räte fest: Ein Präzedenzfall dürfe nicht geschaffen werden, oder wie es die zweite Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka (Freie Wähler) formulierte: "Wir können gar nicht absehen, welche Folgen eine Genehmigung haben kann: Da könnte dann ja jeder kommen, einfach irgendwas bauen und es sich anschließend von uns legalisieren lassen." Mehr Verständnis für die Dame zeigten hingegen Michael Buchner und Katrin Nicolodi (Bürgerinitiative für Innings Zukunft). Nicolodi nannte den Wunsch der Frau, Tiere auf einem so großen Gelände zu halten, aus menschlicher Sicht völlig nachvollziehbar, Buchner verwies auf Gewässer, die zur Teichwirtschaft genutzt werden könnten: "Das wäre doch auch genehmigungsfähig." Der dritte Bürgermeister Hubert Vögele (Grüne) hingegen konnte sich dort eher noch Obstbäume vorstellen oder gar den Park öffentlich zugänglich zu machen. Eines allerdings verstand er nicht: "Man kann doch vorher einfach mal fragen?". Thomas Bauer wagte einen letzten Vorstoß. Ob nicht wenigstens eine Duldung von zwei bis drei Jahren möglich sei? Dafür fehlt aber wohl die Rechtsgrundlage. Die Frau, so eine der Begründungen, könne für ihre Pferde auch andere Flächen in Buch anpachten. Der Gemeinderat lehnte daher die Anträge der Frau mehrheitlich ab. Sie muss nun mit einer Beseitigungsanordnung durch das Landratsamts rechnen.

 

Starnberger Merkur 12.04.2016

Eine Frage des Containers
Von Michael Stürzer

Vor einer schweren Entscheidung steht der Landkreis in diesem Monat: Soll er weitere Containeranlagen für Flüchtlinge und Asylbewerber bestellen oder nicht? Es geht um Millionen, und steigt der Kreis aus dem Kauf aus, könnte er 2017 ein massives Problem bekommen.
Landkreis – Bis Jahresende will der Landkreis noch fünf Containeranlagen in Betrieb nehmen, die Platz für mehr als 700 Menschen bieten. Und dann? Der Landrat hat sich noch nicht entschieden, ob er für das Jahr 2017 weitere Containeranlagen bestellt oder nicht. Die Lage ist unübersichtlich, diesen Monat kommen wie berichtet gar keine neuen Asylbewerber in den Landkreis. Kauft der Kreis weitere Anlagen für je 2,6 Millionen Euro bei 144 Plätzen, ist das auch ein Risiko. „Kommt keiner, stehen wir da“, sagt Karl Roth. Vom Container-Konzept ist er überzeugt.
Der Kreis hatte sich frühzeitig über einen slowenischen Lieferanten monatlich eine Anlage für 144 Menschen gesichert. „Man kann sagen, was man will – es sind Superanlagen“, sagte Roth bei einer CSU-Veranstaltung in Starnberg. Man müsse sich für die Anlagen nicht schämen. Besser als Zeltanlagen wie in Pöcking, Tutzing und Berg sind sie allemal, und Roth will die Zelte möglichst bald abbrechen: „Zwei Jahre in so einer Anlage sind hart genug.“ Nur: Mit festen Gebäuden geht es auch nicht so schnell, wie man sich das anfangs gedacht hatte. Grundeigentümer, zumeist Landwirte, hätten gar kein Interesse, Flächen zu verkaufen. Und der Verband Wohnen, in dem alle Gemeinden außer Starnberg Mitglied sind, könne auch nicht so schnell bauen. Deswegen, glaubt Roth, würde man bei weiter niedrigen Flüchtlingszahlen auch Container als Einstiegswohnungen an anerkannte Asylbewerber vermieten können.
Dazu allerdings müsste man freie haben. „Wir sind noch auf dem Band“, sagt der Landrat über die Produktionsanlagen der Container. Noch im April muss nach Angaben von Kreissprecher Stefan Diebl entschieden werden, ob der Kreis Bestellungen für 2017 vornimmt oder nicht. Einmal aus der Käuferschar ausgeschert, hat der Kreis wenig Chancen, wieder zum Zuge zu kommen – zu viele wollen Container und bekommen keine. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind anerkannte Flüchtlinge – sie können im Kreis wohnen, müssen es aber nicht. Von den derzeit rund 2000 Flüchtlingen haben mindestens zwei Drittel eine gute Chance, in Deutschland bleiben zu können. Erstmal können Anerkannte in den Unterkünften bleiben.
Möglichkeiten hat der Kreis nur wenige. Steigt er aus dem Containergeschäft aus und kommt eine neue Welle in 2017, sind wieder Provisorien gefragt – und unter Umständen Turnhallen. Bleibt er im Geschäft und es kommen wenige Flüchtlinge, kann er freie Plätze vermieten – ob das die Berechnungen für die Refinanzierung dann erfüllt, ist nicht bekannt.
Das Geld könnte überhaupt ein Problem sein, denn die Container-Konzepte basieren auf einer langfristigen Vermietung an den Staat. Bisher zahle der Kreis nicht mit eigenem Geld für die Unterbringung. Hinter dieser langfristigen Absprache müsse man aber inzwischen ein Fragezeichen machen. Mehr weiß der Landrat vielleicht schon diese Woche, wenn sich der bayerische Ministerrat mit der generellen Finanzierung befasst und der Position gegenüber dem Bund.

 

Süddeutsche Zeitung 12.04.2016

Landkreis Starnberg, - Hochsaison für Straßenbauer
Von Wolfgang Prochaska

Die Winterpause ist bei den Straßenbauern endgültig vorbei. Das lässt sich schon am wachsenden Schilderwald erkennen, der für die Umleitungen vorgesehen ist. "Wir haben heuer ein volles Programm", sagt Christian Probst vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Probst ist für den Landkreis Starnberg zuständig und hat heuer tatsächlich einiges zu tun - nicht nur wegen der beiden im Bau befindlichen Umfahrungen von Starnberg und von Weßling, sondern auch wegen einer Vielzahl anderer Projekte.
Für die Starnberger Westtangente war in der vergangenen Woche der Spatenstich, was ein wenig spät war, denn die Rodungsarbeiten für die neue Trasse hatten schon im Winter begonnen. Aber Straßenbauer lieben offizielle Termine im Frühjahr. Das war schon bei der Weßlinger Umfahrung im vergangenen Jahr so. Auch dort hatte man den Spatenstich in den April gelegt. Von der Starnberger Westumfahrung, die über Hadorf zur ehemaligen Waldkreuzung führt, erhofft man sich nicht nur in der Kreisstadt eine spürbare Entlastung vom Verkehr - auch wenn hier die Meinungen weit auseinander liegen -, sondern auch weniger Stress für alle Pendler südlich von Starnberg bis nach Weilheim. Für sie eröffnet dieses Straßenstück neue Möglichkeiten, auf direktem Weg zur Lindauer Autobahn A 96 und zum Münchner Flughafen zu gelangen. Das 3,5 Kilometer lange Straßenstück, dessen Bau 13 Millionen Euro kosten soll, setzt im Grunde die alte Idee einer Verlängerung der schon bestehenden Straße am Maxhof-Kreisel über die Maisinger Schlucht bis zur Einmündung in die Straße nach Andechs fort. Vor etwa 30 Jahren hatte man schon einmal groß geplant.
Bei der Umfahrung von Weßling geht es nach dem Einschub der neuen Bahnbrücke wieder mit dem Straßenbau weiter. Wie Probst berichtet, wird nun der Kreisel, der am Anfang der Umgehung steht, errichtet. Durch diese Arbeiten muss die bestehende Staatsstraße teilweise verlegt werden. "Mit einer Sperrung der Straße muss man aber nicht rechnen", betont er. Die Straßenführung im Kreisel wird so gestaltet, dass die Abfahrt nach Weßling verschränkt wird und teilweise hinter Büschen verschwindet. Davon erhofft man sich in der Gemeinde eine positive Wirkung, die die Verkehrsteilnehmer abhalten soll, nach Weßling abzubiegen. Spätestens bei der Eröffnung in diesem Herbst wird man wissen, ob diese optischen Hilfsmittel tatsächlich ihre Wirkung entfalten.
Ein weiterer Straßenbau-Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Sanierung der Ortsdurchfahrten. So wird in Erling die Herrschinger Straße weiter saniert. Der zweite Bauabschnitt steht an, sodass die Baustelle nur einspurig passierbar ist. Die Straßenerneuerung soll erst im Herbst abgeschlossen sein. Aktuell wird die rechte Fahrbahnseite in Fahrtrichtung Herrsching bearbeitet. Die Baustelle wird noch zwei Wochen an dieser Stelle sein und sich dann Richtung Ortsmitte verlagern. Zehn bis zwölf Teilabschnitte werden nötig sein, bis der gesamte Unterbau fertig gestellt ist. Ebenfalls im Bau ist die Ortsdurchfahrt von Hechendorf. Der Grund: Weil es immer öfter stark regnet, und weil am Oberfeld kräftig gebaut wird, reicht die Kapazität des Tagwasser-Kanalsystems nicht mehr aus, was immer häufiger zu Überflutungen führt. Der Tagwasserkanal liegt unter der Inninger Straße. Das bedeutet, dass die Inninger Straße, die Direktverbindung von Seefeld nach Inning, für etwa vier Monate gesperrt ist. Die Bauarbeiten sollen bis November dauern. Gleichzeitig wird auch noch eine neue Trinkwasserleitung und ein neuer Schmutzwasserkanal verlegt.
In Gauting sind die Straßenbauer ebenfalls tätig. Umgebaut wird die Münchener Straße ab Würmbrücke bis Zufahrt Münchner Berg. Dabei soll nicht nur die Straße verbreitert, es sollen auch Schutzstreifen für Radfahrer angelegt und die Gehwege erneuert werden. Das ist aber noch nicht alles. Eine neue Fahrbahndecke erhält auch die Bundesstraße 2 am südlichen Ende von Traubing, und wer in nächsten Wochen über Hochstadt nach Oberpfaffenhofen oder Weßling fahren will, der wird feststellen, dass die Ortsdurchfahrt zwischen Dorfstraße und südlichem Ortsende gesperrt ist - wegen Kanalbauarbeiten. Da ist es fast eine Petitesse, dass es wegen der Weßlinger Umfahrung neue Autobahnschilder geben wird

 

Süddeutsche Zeitung 11.04.2016

Endlich am Ziel
Von Astrid Becker

Bürgermeister Walter Bleimaier nennt es ein "typisches kommunales Bauvorhaben": Bis es fertiggestellt sei, dauere es länger als gedacht, und die Kosten fielen am Ende höher aus als geplant. Gemeint ist in diesem Fall der neue Bauhof in Inning, der am Freitag eingeweiht wurde. Damit findet eine nicht ganz einfache und recht langwierige Geschichte nun ein Ende.
Bereits vor einem Jahrzehnt hatte sich abgezeichnet, dass der bisherige Bau- und Wertstoffhof in der Gartenstraße auf Dauer nicht mehr tragbar sein würde. Dass daraus jedoch eine "lange und verdrießliche" Geschichte werden würde, wie es Bleimaier einmal beschrieb, ahnte damals wohl niemand. Auch bei der Einweihung des Bauhofs wären Ortsunkundige kaum auf die Idee gekommen, dass dieses Vorhaben einst sogar die Gerichte beschäftigte. Auch wenn Bleimaier in seiner Rede nicht auf Details einging, verschwieg er die Probleme nicht. Die Gewerbeaufsicht hatte zum Beispiel auch schon mal mit der Schließung des Betriebs gedroht - weil viele Zustände nicht mehr der gültigen Rechtslage entsprochen hatten. Zuvor hatten aber auch die Bürger immer wieder über Enge und Lage der beiden Einrichtungen geklagt - die einen waren diejenigen, die dort arbeiten, die anderen die Inninger, die dort ihren Müll entsorgen. Als sich herausstellte, wie marode die Anlage wirklich ist und nur eine Investition von 40 000 Euro zumindest vorerst hätte Abhilfe schaffen können, fiel 2011 die Entscheidung, Bau- und Wertstoffhof an einem anderen größeren Standort neu zu bauen - am südlichen Ortseingang nahe des Kreisels. Die Gemeinde sicherte sich dort zwei Grundstücke, ohne allerdings zu wissen, dass dort Flächen an einen Landwirt verpachtet waren.
Aus diesem Grund wurden die ersten Bauarbeiten, mit denen 2012 begonnen worden war, kurze Zeit später wieder gestoppt. Die ganze Angelegenheit endete vor Gericht, und man konnte erst nach Ablauf des offenbar gültigen Pachtvertrags 2014 wieder mit dem Bau beginnen. Zwischenzeitlich gab es in der Bevölkerung auch noch Unmut. Mit dem Standort mochten sich manche aber so gar nicht recht anfreunden. Die Bürgerinitiative für Innings Zukunft (BIZ) wollte daher ein Bürgerbegehren initiieren, das jedoch vom Gemeinderat als unzulässig abgewiesen wurde. Immer wieder forderte sie, ein neues Grundstück für den Bauhof zu suchen - zuletzt im September 2014, nur wenige Wochen vor dem eigentlichen Baubeginn.
Doch auch dieser stand offenbar unter keinem glücklichen Stern. Denn als die Bagger endlich rollten, zeigte sich, wie schlecht der Boden an dieser Stelle ist: "Wenn es regnete, ist der ganze Hang dort abgerutscht", erzählt Bleimaier. 12 000 Kubikmeter Erde mussten bewegt, an- und abgefahren werden - was etwa 1000 LKW-Ladungen entspricht. 2015 konnten dann die Bauarbeiten fortgesetzt werden - was das Projekt erheblich verteuerte: von 1,8 Millionen veranschlagten Euro wuchsen die Kosten auf 2,2 Millionen Euro. Nun gliedert sich der Bauhof in zwei Gebäudetrakte mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 1200 Quadratmetern. Der eine ist 42 Meter lang und dient als Salzlager und Garage, der andere ist 40 Meter lang und beherbergt neben Verwaltung unter anderem sogar noch einen eigenen Fahrzeugwaschraum ("den jetzt auch die Feuerwehr nutzen kann", so Bleimaier), eine Schreinerei und eine Schlosserei.

 

Starnberger Merkur 06.04.2016

„Zum Schutz unserer Kinder“

Mit der Verlegung der Staatsstraße hatte Pro Inning beim jüngsten Bürgerentscheid keinen Erfolg (wir berichteten). Den Kopf in den Sand stecken wollen die Mitstreiter der Bürgerinitiative trotzdem nicht. „Zum Schutz unserer Kinder und anderer Fußgänger“ fordern sie für die Ampel an der Leitenstraße eine verbesserte Schaltzeit. Ein zugesicherter Ortstermin mit dem Landratsamt wurde bislang noch nicht genannt. Pro Inning wurde ungeduldig. Die Mitstreiter gingen selbst auf die Straße. Am Montag unterstützten sie von 7.15 bis 8 Uhr die Schülerlotsen auf der Staatsstraße. „Wir beobachteten bei unserer Aktion drei Pkw-Rotlichtsünder und einen Bus. Alle Kraftfahrer wurden angezeigt“, berichtet Herbert Klausnitzer, der auch mitbekam, dass Schülerlotsen von aggressiven Autofahrern fast angefahren wurden. Zur Abhilfe verteilte die Initiative Flugblätter an die Pkw-Fahrer, hofft aber noch auf eine wirksame Lösung mithilfe von Gemeinde und Landratsamt. grä

 

Starnberger Merkur 05.04.2016

Kreis kippt zwei Hallen-Pläne
Im April kommen keine weiteren Flüchtlinge und Asylbewerber in den Kreis. Das Landratsamt beginnt, seine Planungen zu reduzieren.
Von MICHAEL STÜRZER

Landkreis – Die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis wird sich in diesem Monat nicht verändern – und wenn, dann nach unten. Der Landkreis bekommt wie alle anderen Kreise Oberbayerns in diesem Monat keine Asylbewerber zugeteilt, bestätigte Kreissprecher Stefan Diebl gestern auf Anfrage. Hintergrund: Die zentralen Einrichtungen sind teilweise leer, und die Landkreise sollen nun Turnhallen und dergleichen als Unterkünfte aufgeben. Für den Landkreis gilt das nicht, weil alle Hallen längst geräumt sind – aber es gibt dem Kreis eine Chance zum Luftholen.
„Unseren Leuten tut das gut“, erklärte Diebl. Von Entspannung will der Kreis nicht sprechen, aber von einem reduzierten Druck. Im Prinzip an den Planungen für weitere Unterkünfte hält das Landratsamt fest – ungeachtet der aktuellen Zuweisungen. Mehrere provisorische Unterkünfte müssen eines Tages aufgelöst werden: Apparatebau in Gauting, die drei Zeltanlagen. Berg wird bis 2017 betrieben, für die Tutzinger läuft die bisherige Erlaubnis Ende August mit Option auf eine Verlängerung bis zur Fischerhochzeit. In Pöcking kann die Zeltanlage bleiben, bis das Haus der Bürger und Vereine gebaut wird.
Bei den Leichtbauhallen, auch Thermohallen genannt, tritt der Kreis jedoch erstmal auf die Bremse. Vier hatte er geplant, nun sind es nur noch zwei. Diebl: „Im Moment sehen wir den Bedarf nicht.“ Standorte sind Gauting – dort ist die Halle im Bau und soll Ende Juli fertig sein – und voraussichtlich Pöcking bis Ende September.
Hallen-Pläne für Starnberg und Höhenrain wurden aufgegeben. Für Letzteres denkt der Kreis inzwischen mehr an eine Containeranlage. Auf die setzt der Kreis weiterhin: „Die Planungen für die für Containeranlagen laufen weiter“, sagt Diebl. Die derzeitigen Termine für Anlagen mit je 144 Plätzen: Gilching Ende September, Krailling Mitte des Monats, Seefeld ab Mitte Mai und Weßling Ende Juni. Die Anlage in Wörthsee soll Mitte August in Betrieb gehen, eine zweite in Starnberg in Percha Ende Dezember. Damit werden heuer noch rund 860 Plätze in festen Bauten geschaffen. Dazu kommen 200 in einer Containeranlage des Freistaats in Gilching. Ein Ersatz für den ebenfalls aufgegebenen Standort neben dem Mädchenheim in Gauting ist noch nicht gefunden. Und: Was aus der Traglufthalle in Gilching wird, ist nicht absehbar.
Warum der Kreis auf Container setzt, liegt auf der Hand: In ihnen können mit wenig Aufwand auch anerkannte Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden. Allerdings rechnet Stefan Diebl nicht damit, dass auf Dauer wenige bis keine Flüchtlinge mehr kommen. Die Entwicklung 2015 war ähnlich – und am Ende waren es Zehntausende pro Tag.

 

Süddeutsche Zeitung 05.04.2016

Weniger Flüchtlinge im Landkreis  - Kurzes Durchschnaufen
Von Wolfgang Prochaska

Der Landkreis Starnberg braucht bis Ende April keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Die Regierung von Oberbayern hat am Montag angesichts stark rückläufiger Zahlen die Zuweisungen von Asylbewerbern an die Landkreise gestoppt. Schon in den vergangenen Wochen musste Starnberg mit 15 Asylbewerber wöchentlich wesentlich weniger unterbringen als in den Monaten zuvor mit bis zu 53 Menschen. Schon am Freitag hatte die Bezirksregierung den Landratsämtern signalisiert, dass es am Montag neue Berechnungen über Zuweisungen geben werde. Diese liegen nun vor mit der Entscheidung, dass die Landkreise entlastet werden sollen.
Der Zuweisungsstopp soll vor allem jenen Landkreisen, die bislang ihre Turnhallen als Notunterkünfte nutzen mussten, ermöglichen, diese wieder für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung zu stellen. Im Landkreis gibt es dieses Problem nicht mehr, da Landrat Karl Roth schon frühzeitig auf Container- und Zeltanlagen setzte, sodass die Schulturnhalle in Inning und die Sporthalle in Weßling spätestens Ende November des vergangenen Jahres wieder für den Sport offen standen. Die Rathausturnhalle in Gilching kann seit Ende Februar wieder für den Schulsport genutzt werden. Indirekt profitiert jetzt Starnberg von der Belegungsnot in den anderen Landkreisen.
"Es ist für uns ein Durchschnaufen", heißt es aus der Kreisbehörde. Die Entspannung tue allen Beteiligten gut. Aus diesen Worten ist schon zu entnehmen, dass man in der Kreisbehörde skeptisch bleibt, was die Zahl der Flüchtlinge betrifft. Der Sprecher des Landratsamts Stefan Diebl spricht daher von "kurzfristiger Entlastung". An den zehn Containeranlagen, die man in diesem Jahr noch aufstellen will, hält man daher fest. Hintergrund ist, dass die Zeltdörfer in Tutzing, Berg und Pöcking auf ein oder zwei Jahre befristet sind und man den dortigen Flüchtlingen eine feste Behausung bieten will - in Form von Wohnanlagen. Allerdings sind die Container mit jeweils 2,2 Millionen Euro nicht gerade billig und sie sind mit ein Grund, warum der Landkreis in diesem Jahr plötzlich hohe Schulden machen muss. Landratsamtssprecher Diebl erinnerte aber daran, dass künftig auch Wohnraum für jene vorhanden sein müsse, die als Asylbewerber anerkannt wurden.
Ein bisschen günstiger wird es dennoch als gedacht: So werden von den vier geplanten Thermohallen für jeweils 1,3 Millionen Euro jetzt nur zwei gebaut. Die Standorte sind Gauting und Pöcking. Damit ist der umstrittene Hallenbau, der im Berger Ortsteil Höhenrain vorgesehen war, wohl vom Tisch. "Im Moment haben wir die beiden anderen geplanten Hallen auf Eis gelegt", meinte Diebl auf Anfrage. Mit Stand vom 31. März befinden sich knapp 2000 Asylbewerber im Landkreis. Mit 332 betreut Gauting das größte Kontingent. Danach erst folgen Starnberg mit 290, Herrsching mit 257 und Tutzing mit 241. Wie setzt sich ihre Nationalität zusammen? Die meisten Flüchtlinge, die im Landkreis untergebracht sind, kommen laut Landratsamt aus Afghanistan (812). 183 stammen aus dem Irak, während 178 Menschen aus Syrien Asyl beantragt haben. Danach folgen Flüchtlinge aus Eritrea (151), Pakistan (151) und Nigeria (131).

Neue Unterkünfte

Wann und wo Containeranlagen und Thermohallen laut Kreisbehörde voraussichtlich fertiggestellt sind:
Gauting: Thermohalle, Ende Juli
Gilching: Traglufthalle, Ende April; Containeranlage, Ende September; Flüchtlingsheim, Ende November
Krailling: Containeranlage, Anfang April
Pöcking: Thermohalle, Ende September
Seefeld: Containeranlage, Mitte Mai
Starnberg: Containeranlage, Ende Dezember
Weßling: Containeranlage, Ende Juni
Wörthsee: Containeranlage, Mitte August

 

Starnberger Merkur 01.04.2016

Landkreis prescht in die Spitzengruppe
Freie Wähler wollen eine detaillierte Aufstellung, was der Landkreis ausgeben will
Von Sebastian Tauchnitz

Landkreis – Der Landkreis Starnberg macht Schulden. Jede Menge Schulden. Im Vergleich mit anderen Landkreisen in Oberbayern steht er zwar immer noch ganz gut da. Aber ein Ende der Kreditaufnahme ist nicht absehbar. Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler hat auf alle Fälle den Kanal voll. Sie beantragt, dass die Verwaltung im Rahmen der nächsten Kreistagssitzung Anfang Juni eine Aufstellung sämtlicher beschlossener Investitionen nebst deren Finanzierung erstellt – mit Ausblick auf die entstehende Gesamtverschuldung des Landkreises.
Diese Liste soll im Anschluss priorisiert werden – nach Dringlichkeit, Finanzierbarkeit und unter Berücksichtigung der Kreisumlage. Damit wird vor allem der Sorge um eine wachsende Belastung der Gemeinden im Landkreis Ausdruck verliehen. Denn nahezu das gesamte Geld, das dem Kreis zur Finanzierung seiner Aufgaben und Vorhaben zur Verfügung steht, müssen die Gemeinden über die so genannte Kreisumlage an das Landratsamt überweisen. Verschuldet sich der Landkreis weiter derart, droht ein immer höherer Beitrag der Kommunen, um Zins und Tilgung finanzieren zu können.
Allein in diesem Jahr soll die Kreditsumme auf bis zu rund 60 Millionen Euro steigen. Betrug die Pro-Kopf-Verschuldung des Landkreises 2015 noch rund 35 Euro, werden es Ende 2016 immerhin 485 Euro sein.
Das ist immer noch nicht mal die Hälfte des Schuldenbergs, der beispielsweise auf dem Landkreis Miesbach lastet, aber für viele Kreisräte dennoch ein Anlass zur Sorge. Denn die neuen Schulden, die das Landratsamt in diesem Jahr macht, dienen vorerst vor allem dazu, diverse Asylunterkünfte zu errichten (wir berichteten). Verbunden mit der Hoffnung, dass man die Anlagen in den nächsten acht Jahren an die Regierung von Oberbayern vermieten kann.
Die richtig großen Investitionen indes tauchen noch gar nicht im 2016-er Haushalt auf. Auch nicht der um mehr als das Doppelte teurer gewordene geplante Anbau an das Landratsamt. Oder der millionenteure Bau eines weiteren OPs im Klinikum Seefeld. Oder der Neubau des Gymnasiums Herrsching, der nach groben Schätzungen weit mehr als die ursprünglich geplanten 38 Millionen Euro kosten wird. Auch der Neubau der FOS in Starnberg taucht in der Liste bislang noch gar nicht auf. Parallel dazu werden derzeit etliche Neueinstellungen beim Landkreis getätigt. Es besteht also die Gefahr, dass die Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis sich in den kommenden Jahren in astronomische Höhen aufschwingen wird.
Im Kreistag sorgte das schon wiederholt für Unmut. Kein Wunder, sitzen hier doch zahlreiche Bürgermeister. Und die müssen am Ende über die Kreisumlage die Rechnung bezahlen.

 

Starnberger Merkur 29.03.2016

Innings Wunder in der Osternacht

Taufen haben ihren festen Platz in der Osternacht. In Inning waren sie dennoch etwas Besonderes: Es waren zwei Flüchtlingskinder.
Von Michèle Kirner

Inning – In der sternenklaren Osternacht empfangen zwei neue Erdenbürger nigerianischer Asylsuchender von einem indischen Pfarrer in einem bayerischen Dorf das Sakrament der Taufe. „Ein Wunder“, nennt es Pfarrer Pater Thomas Pendanam in seiner Predigt.
Die Menschen strömen an diesem Samstag ins Gotteshaus. Einige stellen gefüllte Osterkörbe am Altar ab. Ein strahlender Vater trägt ein Neugeborenes hinein und setzt sich in die zweite Reihe. Die Mutter rutscht neben die beiden. Es sind Silvester und Happy mit Taufsohn Meraco Abdo. Wenige Minuten später folgen Mary Oyarekhua und Saheed Yahya mit Söhnchen Divine und Tochter Gloria. Mit wachen Augen betrachtet der Kleine, der heute auch die Taufe empfängt, in der Sicherheit von Papas Armen die vielen Menschen im Raum. Er gluckst und greift mit den Händchen nach seiner dreijährigen Schwester, die sich gerade von Schoß zu Schoß, von Eltern zu Vertrauten aus dem Asylhelferkreis der Nachbarschaftshilfe arbeitet.
Hinter der kleinen Familie sitzt Linda Schilcher. Die 15-Jährige hat viel Zeit mit ihnen verbracht und daraufhin beschlossen, die Verantwortung als Patin für Divine zu übernehmen – „aus Nächstenliebe.“ Hans und Ingrid Dellinger verbindet mit ihrem zukünftigen Patenkind die Heimat Nigeria, wo das Ehepaar vier Jahre ihres Lebens verbrachte. Kennengelernt haben sie die Abdos im Containerdorf, wo sie mithelfen.
Unterdessen sind alle Plätze bis in die Empore hinauf belegt. Weihrauch liegt in der Luft, bedächtig schließen die Eingangstüren. Gefolgt von den Ministranten schreitet der Priester durch den Gang, im vorübergehen entzündet die Prozession Docht für Docht die Kerzen der Kirchenbesucher, bis der Saal in warmem Kerzenlicht aufgeht. Divine gluckst, Meraco weint, von diesem feierlichen Augenblick überwältigt. Von der Kanzel erklingen Lesungen. Sie erzählen auch davon, wie Gott einst das Rote Meer teilte, den Israeliten den Weg ins gelobte Land ermöglichte. Fast schon geisterhaft zeichnet die Geschichte die Flucht der Tauffamilien nach, die viele bange Stunden auf einem viel zu kleinen Boot auf dem Mittelmeer verbrachten. Mary war damals mit Gloria schwanger, erzählt Saheed. Man möchte sich das gar nicht so genau vorstellen. „Wir wollten für unsere Kinder ein besseres Leben“, begründet der 38-Jährige die lebensgefährliche Reise, und Silvester nickt. Sein Sohn erblickte vor fünf Wochen in Starnberg das Licht der Welt. In seiner Heimat arbeitete Silvester als Künstler. Mary, Happy und er wurden im katholischen Glauben erzogen. Saheed sagt von sich, er sei „Moslem-Christ“: die Mutter Christin, der Vater Moslem.
Der Pfarrer tröpfelt Divine Taufwasser auf die Stirn. Drei nigerianische Frauen mit ihren Kindern schließen sich erst zögernd, dann bestimmt der Zeremonie an. Jetzt hat afrikanische Lebensfreude ihren Weg in die Inninger Kirche gefunden. Eine Art schönes Wunder.

 

Zeitreisende auf dem See

Historisches Stegen 2016 - Auftakt zur 750-Jahr-Feier des Inninger Ortsteils findet auf Dampfer „Augsburg“ statt
VON EVELINE SILKENSTEDT

Inning – Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen, unter dem lautstarken Geleit der Böllerschützen und begleitet von der Inninger Blaskapelle eine vergnügliche Schifffahrt zu unternehmen, war am Ostersonntag das Privileg der buntgemischten Reisegesellschaft an der Stegener Schiffsanlegestelle. Dort erwartete sie das Fahrgastschiff Augsburg zur nostalgischen Sonderfahrt als Auftakt zum Festjahr „Historisches Stegen 2016“.
Gleich nach dem Ablegen des ersten Linienschiffs der Saison hieß es „Leinen los“ und die zweistündige Zeitreise mit Geschichte und Geschichten zur Dampfschifffahrt und Stegener Brücken, zur Stegener Wirtshaus- und Fischereitradition begann. Die Mischung aus frischem Fahrtwind auf dem Oberdeck, bayerischen Schmankerln unter Deck und unterhaltsam verpackter Ortsgeschichte kam bestens an. Im kurzweiligen Dialog führten Jutta Göbber vom Verein Heimatgeschichte und Bürgermeister Walter Bleimaier durch die Geschichte des Inninger Ortsteils. „Sie begann mit dem Ende der letzten Eiszeit und dem Abschmelzen des Isar-Loisach-Gletschers vor zirka 10 000 Jahren“, beschrieb Bürgermeister Walter Bleimaier den geologischen Standort.
Liegengebliebenes Geschiebe und Geröll der Windach hätten sich zu einem „Steg“ verschoben. Erste fast 3000 Jahre alte Siedlungsspuren, ein kleiner Rest von einst 48 entdeckten Hügelgräbern, seien oberhalb der Stegener Brauerei zu finden.
Mit Überschwemmungen und Unwettern müssen die Anwohner bis heute leben. Im Jahr 1698 währen die Gebeine des Hl. Rasso bei einer Sturmfahrt im Ammersee fast für immer versunken. Schmunzeln mussten die Fahrgäste über ein maritimes Missgeschick in den 1930er Jahren. Das metallene Essgeschirr eines Matrosen war der Kompassnadel der „Diessen“ zu nahe gekommen. Es wurde eine falsche Richtung angezeigt und plötzlich hieß es auf der Fahrt von Herrsching nach Dießen „Land in Sicht“. Das Schiff lief in voller Fahrtauf eine Sandbank auf.
Die Uferlandschaft mit ihren Villen und das Alpenpanorama im Blick erzeugten auf den Archivfundstücken des Vereins Heimatgeschichte ein lebendiges Gesicht: schaurig, als von den Schreien der Mooskuh erzählt wurde, die verirrte Wanderer ins Moor zog; belustigt, als 1724 die Pfarrer der umliegenden Dörfer in der Sonntagspredigt zunehmend über das unsittliche Treiben im Allgemeinen und im Stegener Wirtshaus im Besonderen wetterten. Darüber mussten sich die Teilnehmer der Sonderfahrt keine Sorgen machen. Mit Blasmusik und amüsanten Geschichten ging es sehr gesittet zu.